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Grad der Schwerbehinderung von 60 auf 40 gesenkt / Krebs und psychische Erkrankung - Widerspruch ?

Topic Status: beantwortet

 » Recht & Soziales
Landesflagge: DE
sonycom007
Themenersteller
Beiträge: 2
Ein freundliches "Hallo".

Nach 5,75 Jahren Tumorfrei wurde mein Grad der Schwerbehunderung von 60 auf 40 % gesenkt.

Da ich einen anstrengenden Beruf habe würde ich gerne die 5 Tage Zusatzurelaub behalten bzw. hätte gerne den GdB von mind. 50.

Was kann ich tun?

Eckdaten:

* Geboren: 1965
* männlich
* Nierentumor samt einer Niere netfernt in 12/2013
* Tumorklassifizierng: pT1b Lo V1 Grading 1-3, 6,5 cm
* Aktuell: Tumorfrei

Ferner:

* Psychische Erkrankung / Depressionen, an- und abklingend (rezidiv)
* in Behandlung seit ca. 17 Jahren mit Pausen von einigen Jahren
* letzter Stand: mittelschwere Depression in 2016
* seither in wöchentlicher ambulanter Therapie die Ende 2019 endet



Nach Entfernung der krebsbefallenen Niere wurde der GdB auf 60 festgelegt.

Nun sind 5 Jahre vorbei und der neue GdB wurde neu bewertet.

Meine schriftliche Anhörung dazu lautete:

----
Durch den Verlust meiner linken Niere fühle ich mich im Alltagsleben sehr beeinträchtigt, da ich seither eine sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie eine spürbar herabgesetzte Belastbarkeit feststelle.

Insbesondere durch meinen anstrengenden Beruf (Vertriebsaußendienst, Einsatzgebiet: Ganz Süddeutschland mit einer Kilometerleistung von über 60.000 Kilometer / Jahr) macht mir diese Einschränkung zu schaffen.

Gerade vor diesem Hintergrund sind z.B. die 5 Tage zusätzlicher Erholungsurlaub für mich ein ganz wichtiger Faktor zur Erhaltung meiner Gesundheit und Arbeitskraft

Durch meine Erkrankung kam es in der Folge zu einer nicht unerheblichen psychischen Erkrankung wegen der ich seit 2016 immer noch in regelmäßiger, wöchentlicher Behandlung bin.

Mein Nierenzellkarzinom wurde wie folgt klassifiziert: pT1b Lo V1 Grading 1-3, Durchmesser 6,5 cm (siehe Anlage)

Gemäß den „Leitlinien S3“ beträgt die Heilbewährzeit in diesem Falle 9 Jahre statt 5 Jahre.

(Quelle: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms / Kurzversion 1.1 – Februar 2017 / AWMF-Registernummer: 043/017-OL / Kurzversion / Seite 33 Tabelle 7 und Seite 34 Tabelle 9)


Sollten Sie Unterlagen und/oder Nachweise über die von mir gemachten Angaben wünschen, stelle ich diese Ihnen gerne zur Verfügung.


In Anbetracht der Gesamtsituation bitte ich um Höherstellung des Grades der Behinderung auf mindestens 50%.

----

Danach wurde der GdB auf 40% festgesetzt.

Diverse Schreiben von Ärzten/Therapeuten liegen wohl vor, manche sind auf dem Stand von 2018.

Da ich auf dem Land lebe und „Ärzteflucht“ besteht habe ich seit Juni 2019 leider keinen Hausarzt mehr der mich gut kennt.

Ich habe Akteneinsicht beantragt.



Was meint ihr?

Was kann ich tun um die 50% zu erreichen?

Bei der Krebsberatungsstelle war ich schon vor dem Einreichen des Widerspruchs, hier weiß man keinen Rat mehr, ich möchte aber noch nicht aufgeben.

Danke fürs Einlesen und Gruß,



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 26.09.2019 um 06:53.]
Verfasst am: 26. 09. 19 [06:51]
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idur65
Beiträge: 1702
Guten Tag sonycom,
deine Stellungnahme(Widerspruch) liest sich schlüssig und ist mit Fakten belegt, es wundert mich daß trotzdem abgelehnt wurde.
Wie lautet denn die Begründung der Zurückweisung des Widerspruchs?
Im Zweifel mußt du Klagen.
Viel Erfolg

Gruß idur

Wie man in den Wald ruft so schallt es zurück!
Verfasst am: 26. 09. 19 [11:25]
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eva2019
Beiträge: 369
Hallo sonycom,
ich sehe das etwas anders, auch wenn ich mich an keine Seite stellen kann.
Mein Rat kommt am Schluss.
Am Versorgungsamt sind Büroangestellten, die sich an die vorgegebenen Richtlinien halten und die GdB wird tatsächlich nur für 5 Jahre bewilligt. Wenn inzwischen nicht zum Fortschreiten oder Rezidiv kommt, wird auch nicht verlängert.
Um die höhere GdB zu kämpfen, wegen den 5 Tage Zusatzurlaub finde ich nicht klug. Man ist ja auch in den 5 Jahren beschwerdefrei und hat man trotzdem 50% gehabt…Bei chron. Überforderung bringen die 5 Tage keine Entlastung: diese muss man sich anlernen und von Situation zu Situation leben, damit die chronische Überforderung keine Berechtigung mehr hat; bzw. man kann sich nicht in voraus und rückwirkend erholen und dennoch in ständiger Anspannung leben.

Dieser Satz: Durch meine Erkrankung kam es in der Folge zu einer nicht unerheblichen psychischen Erkrankung wegen der ich seit 2016 immer noch in regelmäßiger, wöchentlicher Behandlung bin. Stimmt vorne und hinten nicht.

Durch Krebserkrankung bekommt man keine Depression; in Angesicht des Todes (im Bewusstwerden der Vergänglichkeit) kommt eine schon gehabte depressive Disposition (nicht geheilte Depri) nur stärker zum Ausdruck.

Es ist ebenso im Widerspruch mit Angaben unter „Ferner“ wo es heißt: „in Behandlung seit ca. 17 Jahren mit Pausen…

Dann war das doch keine psychotherapeutische Therapie, die einen angemessenen Compliance des Betroffenen erfordert; denn was kognitiv richtig verarbeitet wird, führt zu keinem Rezidiv. Eine medikamentöse Behandlung ist aber keine ursächliche (lösungsorientierte) Therapie, sondern unterdrückt die Ursachen, so dass man sie dann nicht erkennen kann und bringt eher eine Verschlechterung. Und so viel Verantwortung hat jeder Arzt, dass er zuerst eine Psychotherapie anbietet – wer sie ablehnt, ist selbst schuld.
Du sagst, dass diese jetzige Therapie 2019 endet. Psychotherapie? Bist du nun gesund? Oder wird ein Verlängerungsantrag eingereicht?
Nicht die Arbeit macht die chronische Überforderung, sondern die nichtverarbeiteten Unzulänglichkeiten… Lebenseinstellungen, die einem nicht möglich machen, richtige Entscheidungen zu treffen… mit sich und der Welt im Frieden zu leben…Das kratzt natürlich auch an dem Immunsystem und es ist nicht die 5-Jahresfrage, ob es zu Rezidiv oder Fortschreiten der Krebserkrankung kommt. Ohne etwas zu ändern, kann es nicht anders werden.

Aktenansicht bringt auch nichts. Man ärgert sich, weil der Arzt damit nicht freiwillig rausrückt, obwohl er dazu verpflichtet ist… dann ist die Akte aber so frisiert, dass nur noch abrechnungsrelevant ist (bis auf paar Ausnahmen: Rezepte). Damit kannst du nichts anfangen.

Wenn du womöglich zu der festen Anstellung gleichzeitig noch Hausfrau und Mutter bist – dann tue dir was Gutes und mache dich nicht zum Opfer deiner Entscheidungen. Es ist besser mit etwas weniger Geld zu leben und sich Zeit zu nehmen für das, was einem wichtig ist.
Klage bringt in diesem Fall nichts.
Ich wünsche dir alles Gute!
Verfasst am: 26. 09. 19 [19:30]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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sonycom007
Themenersteller
Beiträge: 2
idur65 hat geschrieben:

Guten Tag sonycom,
deine Stellungnahme(Widerspruch) liest sich schlüssig und ist mit Fakten belegt, es wundert mich daß trotzdem abgelehnt wurde.
Wie lautet denn die Begründung der Zurückweisung des Widerspruchs?
Im Zweifel mußt du Klagen.
Viel Erfolg


Hallo.

Die Begründung lautet:

"Die Voraussetzungen für eine höhere Bewertung des Grades der Behindeurng liegen nicht vor."

Verfasst am: 27. 09. 19 [06:55]
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