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Gleichstellung - öffentlicher Dienst - duales Studium mit 30

Topic Status: beantwortet

 » Ausbildung & Beruf
Landesflagge: DE
1alex
Themenersteller
Beiträge: 2
Moin zusammen,

schön hier zu sein. Vorweg ein paar Sachen über mich. Ursprünglich hatte ich einen GDB von 60 (ohne Merkzeichen) auf Grund von verschiedenen Krankheiten/Beeinträchtigungen. Der größte "Baustein" - der mich bis heute noch am ehesten beeinträchtigt wurde nach Ablauf der Befristung aberkannt. Es handelt bzw handelte (weil ist ja laut Gutachter damals aus der Welt) um eine Entwicklungsstörung bedingt durch eine feinmotorische Beeinträchtigung der Hände. Der Gutachter war damals der Meinung wer eine normale Ausbildung machen kann, wo man auch übernommen wird, kann keine Entwicklungsstörung mehr haben. Egal, ist nun paar Jahre her.
Bin seit der Ausbildung im Einzelhandel tätig. In diesem Bereich sehe ich aber keine Zukunft. In einer Zeit von ein paar Monaten Arbeitslosigkeit habe ich mitbekommen dass trotz anerkannter hochwertiger Weiterbildung, reichlich Berufserfahrung und auch Führungserfahrung man mir scheinbar nicht zu traut körperlich zu Arbeiten. Bin auch recht klein und auch leicht untergewichtig (was wiederum keinen besonderen Grund hat). Das zum einen und auch die Tatsache, dass in meinem jetzigen unbefristet GDB von 40 auch 10 % "Rücken" enthalten sind, haben mich veranlasst für das kommende Jahr neu beruflich zu orientieren.
Ich habe Derzeit eine Handvoll von Bewerbungen für ein Duales Studium im Bereich Verwaltung / Öffentlicher Dienst und auch eine bei der BA am laufen.
Auf Anraten meiner Betreuerin bei der Bundesagentur wo ich immer noch gemeldet bin, obwohl ich schon länger wieder Arbeit habe, hatte ich einen Antrag auf Gleichstellung gestellt. Dieser wurde nun ohne Probleme positiv entschieden.

Bei meinen Bewerbungen hatte ich beschrieben das die Gleichstellung beantragt wurde. Ich stelle mir nun die Frage, wie der öffentliche Dienst wirklich tickt. Das schwerbehinderte (oder eben gleichgestellte) bevorzugt eingestellt werden sollen ist klar. Aber ist das wirklich der Fall? Habe zumindest in 2 Fällen die Einladung zum (Online)Test bekommen.
Ist das womöglich nur der Fall um den "guten Schein" zu waren, man gibt natürlich den benachteiligten eine Chance oder ist die Akzeptanz wirklich vorhanden? Mein Lebenslauf ist durchaus gut, meine Zeugnisse von alten Arbeitgebern ebenso und die Wahrscheinlichkeit das ich in diesem anderen Arbeitsumfeld das normale Rentenalter erreiche sind hoch.

So, ich bin mal gespannt über eure Expertise und Erfahrungen!

Viele Grüße
Alex
Verfasst am: 10. 09. 19 [18:59]
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DerSchwbProfi
Beiträge: 120
1alex hat geschrieben:

Ist das womöglich nur der Fall um den "guten Schein" zu waren, man gibt natürlich den benachteiligten eine Chance oder ist die Akzeptanz wirklich vorhanden?

Hallo,

für den Öffentlichen Dienst gibt es im Unterschied zur Privatwirtschaft per Gesetz (§165 SGB IX) die Verpflichtung schwerbehinderte Menschen zum Vorstellungsgepräch einzuladen.

Gruß
DerSchwbProfi
Verfasst am: 10. 09. 19 [19:43]
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jenner
Beiträge: 2714
DerSchwbProfi hat geschrieben:

für den Öffentlichen Dienst gibt es im Unterschied zur Privatwirtschaft per Gesetz (§165 SGB IX) die Verpflichtung schwerbehinderte Menschen zum Vorstellungsgepräch einzuladen.

Hallo,
meiner Meinung nach heißt es im ÖD "bei gleicher Eignung.....", somit wäre es vielleicht möglich nach Durchsicht der Bewerbungsunterlagen auch Schwerbehinderte NICHT zu einem Vorstellungsgesprach einzuladen wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Liege ich da schief? icon_rolleyes.gif Ich lasse mich da gern belehren.

VG jenner

Gruß jenner
Hife bei Hass im Netz: https://hateaid.org/betroffenenberatung/

Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß ob sie wieder kommen (Oskar Wilde)


Verfasst am: 11. 09. 19 [11:31]
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idur65
Beiträge: 1552
Da liegst du völlig richtig jenner!


Sozialgesetzbuch Neuntes Buch – Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen – (Neuntes Buch Sozialgesetzbuch - SGB IX)
§ 165 Besondere Pflichten der öffentlichen Arbeitgeber




Die Dienststellen der öffentlichen Arbeitgeber melden den Agenturen für Arbeit frühzeitig nach einer erfolglosen Prüfung zur internen Besetzung des Arbeitsplatzes frei werdende und neu zu besetzende sowie neue Arbeitsplätze (§ 156). Mit dieser Meldung gilt die Zustimmung zur Veröffentlichung der Stellenangebote als erteilt. Haben schwerbehinderte Menschen sich um einen solchen Arbeitsplatz beworben oder sind sie von der Bundesagentur für Arbeit oder einem von dieser beauftragten Integrationsfachdienst vorgeschlagen worden, werden sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Eine Einladung ist entbehrlich, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt. Einer Inklusionsvereinbarung nach § 166 bedarf es nicht, wenn für die Dienststellen dem § 166 entsprechende Regelungen bereits bestehen und durchgeführt werden.

(entnommen von Juris Gesetze im Internet)

Gruß idur

Wer Freundlichkeit erwartet, sollte dies unbedingt schon bei der Fragestellung vorleben!
Verfasst am: 11. 09. 19 [12:05]
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idur65
Beiträge: 1552
Na 1Alex,
helfen dir die Antworten ein wenig weiter?

Gruß idur

Wer Freundlichkeit erwartet, sollte dies unbedingt schon bei der Fragestellung vorleben!
Verfasst am: 12. 09. 19 [11:05]
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1alex
Themenersteller
Beiträge: 2
Moin zusammen,

vielen Dank für alle Antworten icon_smile.gif

@Idur65

Ein wenig. Ich warte einfach mal ab. Das als Beispiel ein Maurer nicht als Sachbearbeiter in die Verwaltung kann ist klar. Daher ist der Hinweis, dass eine Einladung entbehrlich ist, wenn die fachliche Eignung gänzlich fehlt logisch. Mir scheint nur der Begriff "Gleiche Eignung" etwas schwammig. Ich werde einfach die Einstellungstest gut machen und das sollte beste Weg sein, um weiter zu kommen icon_wink.gif
Verfasst am: 13. 09. 19 [10:32]
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