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Erfahrungen als persönliche Assistenz

Topic Status: beantwortet

 » Plauderecke
Gelöschter Benutzer
TheWeeknd hat geschrieben:

Es geht da nicht um eine Depression meiner seits, sondern seitens des Arbeitgebers, ...

So, jetzt sehe ich das anders. So in etwa, als dass die Assistenten versuchen den Arbeitgeber, hier den Patienten (?), „zu ändern“... oder sich in private Bereiche einmischen, die Einen nicht angehen... Das geht natürlich nicht. Wären sie psychologisch ausgebildet, wäre das auch nur in Ordnung, wenn von beiden Seiten gewollt wäre, solch persönliche Gespräche zu führen.… Als Laie sich über Depressionen mit Jemanden zu unterhalten, der seine Unzulänglichkeiten womöglich noch mit den Medikamenten zudeckt, kann nicht gut gehen. Einfach abwenden ("Das ist nicht meine Baustelle" o.ä....)
TheWeeknd, eine Arbeit soll Spaß machen. Wenn es dir keinen Spaß macht, steht es dir frei, den Pflegedienst/Vermittler zu wechseln, das gleiche gilt für den Patienten. Wenn du darunter leidest, wirst du früher oder später erkranken. Mach dich nicht zum Opfer; respektiere aber auch die Freiheit des Gegenübers... und alles wird gut.
Ich habe beide Seiten erlebt und könnte Bücher darüber schreiben... icon_wink.gif
Verfasst am: 19. 05. 19 [15:36]
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TheWeeknd
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Die harte Tour wäre für mich wirklich nur der aller letzte Ausweg, da wie gesagt die Versorgung ansonsten nicht mehr gewährleistet werden kann was wohl den Umzug in eine betreute Einrichtung bedeuten würde.

Es geht für mich hauptsächlich darum, wie man die Situation so verbessern könnte, bzw. ihm klar machen kann, dass sich da was ändern muss, damit langfristig wieder ein vollständiges Team nicht aufgebaut werden kann.
Verfasst am: 19. 05. 19 [15:38]
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ave64 hat geschrieben:

TheWeeknd hat geschrieben:

Es geht da nicht um eine Depression meiner seits, sondern seitens des Arbeitgebers, ...

So, jetzt sehe ich das anders. So in etwa, als dass die Assistenten versuchen den Arbeitgeber, hier den Patienten (?), „zu ändern“... oder sich in private Bereiche einmischen, die Einen nicht angehen... Das geht natürlich nicht. Wären sie psychologisch ausgebildet, wäre das auch nur in Ordnung, wenn von beiden Seiten gewollt wäre, solch persönliche Gespräche zu führen.… Als Laie sich über Depressionen mit Jemanden zu unterhalten, der seine Unzulänglichkeiten womöglich noch mit den Medikamenten zudeckt, kann nicht gut gehen. Einfach abwenden ("Das ist nicht meine Baustelle" o.ä....)
TheWeeknd, eine Arbeit soll Spaß machen. Wenn es dir keinen Spaß macht, steht es dir frei, den Pflegedienst/Vermittler zu wechseln, das gleiche gilt für den Patienten. Wenn du darunter leidest, wirst du früher oder später erkranken. Mach dich nicht zum Opfer; respektiere aber auch die Freiheit des Gegenübers... und alles wird gut.
Ich habe beide Seiten erlebt und könnte Bücher darüber schreiben... icon_wink.gif


Der Herr für den ich arbeite hat keinen Pflegedienst sondern stellt die Assistenz selber ein, ein Pflegedienst könnte eventuelle Ausfälle ja mit vorhandenen Mitarbeitern kompensieren & ich müsste mit nicht über den ganzen Kram den kopf zerbrechen.

Zumal ich schon finde, dass es mich etwas angeht, wie ich behandelt werde, gerade wenn ich mich derartig reinhängen soll, was ich mittlerweile seit 3 Jahren tue, weil ständig jemand geht.

Die letzte Option wäre halt wirklich ihn dann sich selbst zu überlassen, und "sich dafür einfach nicht mehr zu interessieren" aber wirklich optimal wäre das eben auch nicht.
Verfasst am: 19. 05. 19 [15:48]
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Mit der harten Tour beabsichtigte ich keine Implikation im Sinne von einer endgültigen Reißleine sondern vielmehr einer deutlichen Warnung, die allerdings nicht verbaler Natur sein sollte, da er ja offensichtlich jemand zu sein scheint, der die Bedürfnisse seiner Umwelt als leere Worthülsen auffasst. War er denn schon immer auf Assistenz angewiesen? Die Frage musst du nicht beantworten, aber wenn ja, dann hat man mit diesen Betroffenen anders umzugehen als mit jemandem, der bspw. in Folge eines Unfalls auf Hilfe angewiesen ist. Mit letzterem empfiehlt es sich nicht, ihn umzuerziehen. Sollte ersteres zutreffen, ist es ratsam, Ratschläge von Pädagogen umzusetzen. Das liest sich vielleicht herabwürdigend (und das soll es nicht), aber objektiv betrachtet lässt sich feststellen, dass von kleinauf Schwerstbehinderte, sich eine andere Form der Reife angeeignet haben, die eines ebenso anderen Umganges bedürftig sind.
Verfasst am: 19. 05. 19 [15:50]
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Rübezahl91 hat geschrieben:

Mit der harten Tour beabsichtigte ich keine Implikation im Sinne von einer endgültigen Reißleine sondern vielmehr einer deutlichen Warnung, die allerdings nicht verbaler Natur sein sollte, da er ja offensichtlich jemand zu sein scheint, der die Bedürfnisse seiner Umwelt als leere Worthülsen auffasst. War er denn schon immer auf Assistenz angewiesen? Die Frage musst du nicht beantworten, aber wenn ja, dann hat man mit diesen Betroffenen anders umzugehen als mit jemandem, der bspw. in Folge eines Unfalls auf Hilfe angewiesen ist. Mit letzterem empfiehlt es sich nicht, ihn umzuerziehen. Sollte ersteres zutreffen, ist es ratsam, Ratschläge von Pädagogen umzusetzen. Das liest sich vielleicht herabwürdigend (und das soll es nicht), aber objektiv betrachtet lässt sich feststellen, dass von kleinauf Schwerstbehinderte, sich eine andere Form der Reife angeeignet haben, die eines ebenso anderen Umganges bedürftig sind.


Doch, ich kann es schon beantworten, die Behinderung "existiert" quasi schon ein Leben lang, deutliche Worte habe ich schon mehrfach versucht, leider ohne Ergebnisse.
Alles einfach sehr kompliziert
Verfasst am: 19. 05. 19 [15:58]
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Hast du dich denn schonmal ganz sachlich mit ihm an den Tisch gesetzt und ihm auch offen gesagt, dass du so nicht weitermachen kannst? Gab er bereits Versprechen, die er brach? Oder hast du das Problem nur angesprochen als er in Rage war?
Du wirst ihm sagen müssen, dass du das so nicht weiter fortführen kannst und dass du von ihm erwartest, dass er darauf Rücksicht nimmt - so wie du auf ihn Rücksicht nimmst. Sag' ihm, dass sein Verhalten sich am Ende selbstdestruktiv auswirkt, Stichwort: Pflegeheim.
Verfasst am: 19. 05. 19 [16:06]
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TheWeeknd,

du hast bis jetzt noch nichts konkretes gebracht, wie er mit dir umgeht.
Das kann kein Mensch hier nachvollziehen, ob du nicht belastbar bist, oder was wirklich los ist.
Es kam noch keine einzige Situation ins Detail.

Ich hatte auch zeitlang ein Pflegedienst und könnte Geschichten erzählen, wie sie alle waren. Eine hustete in offene Wunde an meinem Bein, die andere hatte Latexallergie, also auch keine Handschuhe bei offener Wunde, wobei sie gerade von Jemanden gekommen ist, der verstorben ist, hat sich auch nicht vorher die Hände gewaschen, andere duzte mich sofort, alle kamen mit naßen Schuhen auf der Parket und eine wollte mich auch noch für ihre Sekte gewinnen... eine zog die Nase hoch un schluckte den Dreck runter, die andere hatte einen schlimmen Ausschlag... also Laien, Keimüberträger und sonstwas, keine Fachkräfte, und keinen Respekt vom Gegenüber... man muss schon beide Seiten sehen, damit man es die Wirklichkeit beurteilen kann.

Letztendlich konnte ich eine meiner früheren Kolleginen gewinnen, dass sie das übernommen hat; die musste ich dann allerdings selbst bezahlen.
Ein Patient, der nicht über sich selbst entscheiden darf, muss da sicherlich allerhand über sich ergehen lassen.

Während meines Studiums habe ich auch in Pflege gearbeitet und habe niemals solche Patienten angetroffen, die so schlimm wären. Na ja, einmal ist vorgekommen, dass eine Psychotikerin irgendwelche Geister gejagt hat und Kopfkissen zerschneidete, aber das war die Ausnahme. Alle waren sehr nett und dankbar; sie haben mir auch gezeigt, dass sie sich freuen, wenn ich komme.
Ich kann mir aber vorstellen, dass dies nicht so wäre, wenn ich anders wäre...

Verfasst am: 19. 05. 19 [17:09]
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Rübezahl91 hat geschrieben:

Hast du dich denn schonmal ganz sachlich mit ihm an den Tisch gesetzt und ihm auch offen gesagt, dass du so nicht weitermachen kannst? Gab er bereits Versprechen, die er brach? Oder hast du das Problem nur angesprochen als er in Rage war?
Du wirst ihm sagen müssen, dass du das so nicht weiter fortführen kannst und dass du von ihm erwartest, dass er darauf Rücksicht nimmt - so wie du auf ihn Rücksicht nimmst. Sag' ihm, dass sein Verhalten sich am Ende selbstdestruktiv auswirkt, Stichwort: Pflegeheim.


Ja natürlich, aber auch das bringt eher wenig, da es eben in besagten ausrastern ausartet, wir wurden alle nur an uns denken, und müssten damit eben klar kommen.
Die Konsequenzen sind ihm durchaus bewusst, da seine Geschwister die die Nächte zum Teil übernehmen schon gesagt haben, dass sie es tagsüber nicht auch noch können, wenn wieder jemand geht & dann geschaut werden muss, was weiter passiert.
Professionelle Hilfe die sein Bruder zB vorgeschlagen hat wird auch komplett abgelehnt und sei nicht nötig.

Verfasst am: 19. 05. 19 [17:55]
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Beiträge: 15
ave64 hat geschrieben:

TheWeeknd,

du hast bis jetzt noch nichts konkretes gebracht, wie er mit dir umgeht.
Das kann kein Mensch hier nachvollziehen, ob du nicht belastbar bist, oder was wirklich los ist.
Es kam noch keine einzige Situation ins Detail.

Ich hatte auch zeitlang ein Pflegedienst und könnte Geschichten erzählen, wie sie alle waren. Eine hustete in offene Wunde an meinem Bein, die andere hatte Latexallergie, also auch keine Handschuhe bei offener Wunde, wobei sie gerade von Jemanden gekommen ist, der verstorben ist, hat sich auch nicht vorher die Hände gewaschen, andere duzte mich sofort, alle kamen mit naßen Schuhen auf der Parket und eine wollte mich auch noch für ihre Sekte gewinnen... eine zog die Nase hoch un schluckte den Dreck runter, die andere hatte einen schlimmen Ausschlag... also Laien, Keimüberträger und sonstwas, keine Fachkräfte, und keinen Respekt vom Gegenüber... man muss schon beide Seiten sehen, damit man es die Wirklichkeit beurteilen kann.

Letztendlich konnte ich eine meiner früheren Kolleginen gewinnen, dass sie das übernommen hat; die musste ich dann allerdings selbst bezahlen.
Ein Patient, der nicht über sich selbst entscheiden darf, muss da sicherlich allerhand über sich ergehen lassen.

Während meines Studiums habe ich auch in Pflege gearbeitet und habe niemals solche Patienten angetroffen, die so schlimm wären. Na ja, einmal ist vorgekommen, dass eine Psychotikerin irgendwelche Geister gejagt hat und Kopfkissen zerschneidete, aber das war die Ausnahme. Alle waren sehr nett und dankbar; sie haben mir auch gezeigt, dass sie sich freuen, wenn ich komme.
Ich kann mir aber vorstellen, dass dies nicht so wäre, wenn ich anders wäre...




Da die "zu pflegende Person" sich die Menschen die ihre Arbeit verrichten selbst wählen kann, erübrigen sich die meisten von dir angesprochenen Dinge.

Du solltest evtl meine Antworten deutlicher lesen, wäre ich nicht belastbar, würde ich nicht seit nun 3 Jahren mehr als das doppelte der vertraglich vereinbarten Stunden leisten, von 80std im Vertrag zu den 220 geleisteten besteht ja nun doch ein erheblicher Unterschied, und das wie gesagt nun seit 3 Jahren.


Beispiele kann ich gerne nennen, wünsche bezüglich freier Tage kann man ohne ausraster nicht ansprechen. Im Prinzip kann man gar nichts ansprechen. Das kann so aber nicht die Lösung sein.
Ich erwarte überhaupt keine Dankbarkeit- ich erhalte dafür meinen Lohn.

Verfasst am: 19. 05. 19 [18:12]
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TheWeeknd hat geschrieben:

Rübezahl91 hat geschrieben:

Hast du dich denn schonmal ganz sachlich mit ihm an den Tisch gesetzt und ihm auch offen gesagt, dass du so nicht weitermachen kannst? Gab er bereits Versprechen, die er brach? Oder hast du das Problem nur angesprochen als er in Rage war?
Du wirst ihm sagen müssen, dass du das so nicht weiter fortführen kannst und dass du von ihm erwartest, dass er darauf Rücksicht nimmt - so wie du auf ihn Rücksicht nimmst. Sag' ihm, dass sein Verhalten sich am Ende selbstdestruktiv auswirkt, Stichwort: Pflegeheim.


Ja natürlich, aber auch das bringt eher wenig, da es eben in besagten ausrastern ausartet, wir wurden alle nur an uns denken, und müssten damit eben klar kommen.
Die Konsequenzen sind ihm durchaus bewusst, da seine Geschwister die die Nächte zum Teil übernehmen schon gesagt haben, dass sie es tagsüber nicht auch noch können, wenn wieder jemand geht & dann geschaut werden muss, was weiter passiert.
Professionelle Hilfe die sein Bruder zB vorgeschlagen hat wird auch komplett abgelehnt und sei nicht nötig.




Meine Güte... Was ist das denn für ein Dämon?
Verfasst am: 19. 05. 19 [18:43]
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