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Das Monster ohne Namen

Topic Status: beantwortet

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
Landesflagge: DE
wessi
Beiträge: 348
Hallo cryoplay, hallo Yummi,

das was ihr beide beschreibt kenne ich zu gut. Bin auch extrem gerne arbeiten gegangen. Meine Firma war mein
zweites zu Hause, meine Kollegen wie eine Familie, ein super Team. Habe 17 J. nur Nachtschicht gemacht, Autoindustrie.
Dann Umstellung auf 3 Schichten. War seit Kindheit schon krank, diverse angeborene Dinge ( seltene Fehlbildung an Gefäßen ) schweres Rheuma, u.v.m.

Hatte als die Firma umgemodelt wurde dann 90 % GdB und das G. Die wollten mich los werden.
Ich war dann lange AU wegen Nebenwirkungen einer Rheuma Therapie, es folgten Schikanen, Kündigungen, Gerichtsverfahren und und. Am Ende Existenz kaputt......heute ziemlich nervlich angeschlagen. Notgedrungen hat die letzte Reha zur Rente geraten. war 4 mal zur Reha, dann neues Hüftgelenk, dann AHB, dann das Aus.

@ Yummi, bei mir ist es auch so, zu schnell Reizüberflutung. Komme mit mehr als zwei Personen kaum mehr klar. Ist mir zu laut, zu chaotisch. Viel Ruhe ist das einzige was hilft. Schlaf ist zeitweise sehr schlecht.....
Gesprächstherapie will und soll ich nicht machen, brauche eine kleine Beschäftigung......an Ehrenamt habe ich auch gedacht, ist vieles mit Auto fahren oder schwer heben verbunden. Oder mit guter Sozialkompetenz.....
Darf kein Auto mehr fahren, bin komplett versteift, HWS, BWS durch Bechterew ( Rheuma )
Bin in psychiatrischer Behandlung seit einigen Jahren ( auch wegen dem Mobbing beim Arbeitsplatz ).
Diese Ambulanz bemüht sich für mich das passende zu finden......ist aber schwer weil man kaum noch belastbar ist.

Ein Teufelskreis!!

Habe jetzt nicht alles gelesen was ihr beiden hier gepostet habt.
Aber das wollte ich noch einbringen.
cryoplay habe ich ja mal verfolgt hier. Deine Therapie machst du jetzt wie ich schnell überflogen habe oder?
Und wie ist es beruflich??

gruß wessi

Ich Kämpfe für die Menschen die wirklich Hilfe brauchen. ( Gerechtigkeit ) ;)
Verfasst am: 07. 08. 18 [20:59]
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MartinFrei
Beiträge: 18
Dies kann alles solche Beschwerden verursachen. Wichtig ist mal zu klären, wann, wodurch, gab es Veränderungen zu dem Zeitpunkt, gab es andere Essgewohnheiten, auch kleine Dinge können eine Rolle spielen.
Verfasst am: 16. 08. 18 [04:22]
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wessi
Beiträge: 348
Martin,

was soll das.......du zitierst ständig nur aus Texten. Das ist kein Austausch.

Ich Kämpfe für die Menschen die wirklich Hilfe brauchen. ( Gerechtigkeit ) ;)
Verfasst am: 18. 08. 18 [21:07]
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cryoplay
Themenersteller
Beiträge: 19
Salü zusammen.

Kleiner Zwischenbericht:
Ich war jetzt in einer 8 Wöchigen Reha die von Gruppentherapie über Computertests und Entspannungsübungen sowie medizinischen untersuchungen alles beinhaltet hat.

Es wurden keine körperlichen Auffälligkeiten entdeckt.

Die Diagnose ist nun eine chronische somatoform autonome Funktionsstörung sowie eine schwere Depression und Panikattacken. Momentan bin ich noch wöchentlich in der Gesprächstherapie und eine Physiotherapie wurde auch noch angeordnet. Zusätzlich sollte noch eine Untersuchung im Schlaflabor erfolgen da ich immernoch sehr schlecht schlafe, trotz Medikamenten.

Ich habe jedoch das Gefühl das ich seit der Reha etwas belastbarer bin. Auch die Durchfallattacken kommen zwar noch alle 10 Tage ca. jedoch nie mehr so heftig.

Ich halte euch auf dem laufenden was das Schlaflabor noch feststellt.
Verfasst am: 18. 08. 18 [21:16]
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wessi
Beiträge: 348
Hallo cryoplay,

danke für deinen Zwischen Bericht.
welche Medikamente kriegst du aktuell??
Und wie ging es beruflich bei dir weiter.....

Hört sich gut an das du dich etwas belastbarer fühlst durch die Reha.

Dann weiter alles Gute,

gruß wessi

Ich Kämpfe für die Menschen die wirklich Hilfe brauchen. ( Gerechtigkeit ) ;)
Verfasst am: 26. 08. 18 [19:13]
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Priska Hitz
Beiträge: 25
Lieber cryoplay

Ich habe jetzt nicht die ganzen Beiträge durchgelesen. Falls ich also etwas schreibe, was schon beantwortet wurde - sorry. Und falls ich etwas unklar geschrieben habe - sagen.

Also der Darm - oder besser das Mikrobiom - steht in direktem Kontakt mit der Psyche. Sprich: der Darm reagiert drauf wie es dir geht und umgekehrt. Der Darm ist dabei aus psychologischer Sicht die körperliche Abgrenzung des Aussenbereichs zum Innenbereich des Körpers. Er ist also quasi die Meldezentrale an das Gehirn im Sinne: "Muss ich eigentlich den ganzen Dreck fressen!?". Das Gehirn meldet dann dem restlichen Körper Alarmstufe Rot zurück mit dem Effekt, dass nun das komplette Nervensystem durcheinander gerät und sich nun psychosomatische Beschwerden im ganzen Körper zeigen: so eben z.B. Ängste, Herzprobleme, Atembeschwerden, Darmbeschwerden, unmögliches Harnverhalten, Hautauschläge, Schlafstörungen, Verspannungen usw. ... Organisch gesehen ist aber oft alles in Ordnung ....

Allerdings ist meist nicht alles von dem Genannten rein psychosomatisch. Sehr oft spielen hier die Faszien (Bindegewebe) eine grosse Mitverantwortung. Durch Ängste und depressive Verstimmung verkrampfen diese feinen Häute und geben dem Nervensystem falsche Informationen. Das Gehirn bekommt nun eine Meldung z.B. in Sektor Niere ist was komisch - also muss gehandelt werden. Das Dilemma dabei ist, dass das Gehirn dabei nicht unterscheiden kann ob es tatsächlich die Niere ist oder eben "nur" das verklebte Bindegewebe. Der Effekt ist: dass nun vermehrtes Urinieren ohne wirklich Wasserlösen zu müssen und damit beginnt ein Teufelskreis. Denn ständiges auf's WC rennen zu müssen, löst Ängste aus. Ängste erzeugen eine Verspannung im Bindegewebe. Bindegewebe meldet dem Hirn: ne stimmt immer noch nicht - mach mal was dagegen ....

Was also tun? Die Schulmedizin löst es in der Regel mit Psychopharmaka. Was kurz und mittelfristig auch hilft. Doch der Körper wird damit nicht wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Sinnvoll meiner Meinung nach ist: Psychotherapie, Faszienmassage oder Reflexologie (z.B. mit Schröpfen), Körperwahrnehmung, Achtsamkeitstraining, begleitend pflanzliche Heilkräuter (Lavendel, Melisse, Herzgespann, Hafer, Baldrian, Hopfen u.a.) und einfache Ernährungstipps (z.B. täglich ein paar gedörrte Aprikosen, Walnüssse, Cashewnüsse, Banane u.a.)

Bitte kein Johanniskraut ohne therapeutische Begleitung verwenden. Es wirkt zwar starkt antidepressiv und angstlösend, darf aber nicht in Kombination mit ärztlich verschriebenen Psychopharmaka verwendet werden. Die Gefahr besteht einer Überdosierung, da Johanniskraut an den selben Rezeptoren beteiligt ist.

Ich finde es sehr schön, dass du für 8 Wochen in der Reha warst. Wichtig ist jetzt, dass du das Gelernte aus der Reha versuchst in den Alltag zu integrieren und dir vor allem sehr viel Zeit gibst in der Heilung! Aus eigener leidvollen Erfahrung (3 Monate stationär wegen Depressionen, Ängste und Panik) weiss ich, dass der eigene Druck auf eine baldige Gesundung die Psyche nur unnötig belastet.

---
Naturpraxis Priska Hitz
Tel. 056 282 11 31
www.naturpraxis-hitz.ch

"Authentisch. Autistisch. Betroffene sind die bessern Experten!" - Diagnose: Asperger-Autistin
Verfasst am: 21. 09. 18 [14:29]
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cryoplay
Themenersteller
Beiträge: 19
Hallo zusammen.

Zu den Medikamenten die ich kriege:
Vanlafaxin 75mg
Olanzapin 5mg
Pantoprazol 20mg
Tenormin 50mg
Vide 3 - 12 Tropfen
Xanax ( wurde mittlerweile abgesetzt )

Dazu habe ich 2 mal pro Woche Gruppentherapie und Gruppensport und noch wöchentlich Einzeltherapie.

Auf den Termin im Schlaflabor warte ich immer noch.

Meine Stelle wurde mir mittlerweile gekündigt und ich bin im Krankentaggeld. Die Anmeldung an die IV läuft.
Ich bin immer noch zu 100% krank geschrieben.

Ja das mit der Geduld macht mir doch am meisten zu schaffen. Ich war lange im Modus "Beinbruch" und habe immer darauf gewartet das mir mal einer sagt: So in 6 Wochen bist du wieder auf dem Damm. Mittlerweile habe ich jedoch akzeptiert und eingesehen das es doch viel länger gehen könnte und ich diese Zeit für mich nutze.

Meine Therapeutin meint auch wenn ich wieder arbeiten kann solle ich es über ein Reintegrationsverfahren versuchen. Also beginnend mit 20% und dann sehr langsam steigern.
Verfasst am: 22. 09. 18 [06:47]
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