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Arm mit Schulter komplett amputiert- welche Möglichkeiten?

Topic Status: beantwortet

 » Gesundheit, Hilfsmittel & Medikamente
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Handycapuser777
Themenersteller
Beiträge: 3
Hallo wollte fragen ob jemand weiß was man fürn die Ästhetik machen könnte wenn jemand keinen Arm und Schulter mehr hat, eine Armprothese ablehnt aber nicht möchte, dass jeder sieht dass die Schulter auch weg ist
Verfasst am: 06. 12. 18 [15:53]
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ave64
Beiträge: 33
Handycapuser777 hat geschrieben:

...Armprothese ablehnt aber nicht möchte, dass jeder sieht dass die Schulter auch weg ist

Uh, was für Indikation ist den hier am Werk? Aber du fragst wohl für Jemanden anderen?
Nun, es ist nicht immer alles so schwarz weiß, wie das hier geschildert wird, oder aber vielleicht doch… das weiß der Betroffene selbst am besten. Die Frage, die sich stellt, wäre, ob da eine fortschreitende Erkrankung vorliegt. Und ob das Risiko höher als der Nutzen sei…
Das Alter und die Belastbarkeit…
Wir werden immer mehr in die Ecke gedrängt: anzunehmen, loszulassen, zu verzichten, ehrlich zu sein zu sich und zu den anderen, sich nicht von der Meinungen anderen abhängig zu machen…
Dabei hilft uns, wenn wir erkennen /unterscheiden können, was ist unser Problem und was ist das Problem des Anderen….

Die Kollegin, die noch vor Jahren zu mir hinauf schaute, mich bewunderte und lobte, an meinen Fortbildungen teilnahm, ah, oh, mich schon fast vergötterte; die mich immer besuchte, wenn sie was bräuchte, die schämt sich meines Rollstuhls, halleluja. Doch das ist ihr Problem und nicht meins. Auch wenn Jemand an den Teufel glaubt, ist das sein Problem.

Also, warum nicht warm anziehen, ein strahlendes Gesicht aufsetzen und hinausgehen: ich lebe! Und ich lebe immer noch gerne. Und wenn das Jemanden stört, so kann er mir vormachen, wie das ist, sich selbst ins Bett zu legen und auf den Tod zu warten.
Was hat die betroffene Person von der verlogenen Freundlichkeit, die an einer zugedeckten Wahrheit entsteht. Sucht sie vielleicht Liebe auf den ersten Blick? Das muss ja noch mehr wehtun als die Ablehnung auf den zweiten Blick…
Alles Gute!
Verfasst am: 06. 12. 18 [18:01]
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Handycapuser777
Themenersteller
Beiträge: 3
Hallo und danke für die Antwort. Ich bin selbst voll deiner Meinung man muss sich so akzeptieren wie man ist!
Wie du richtig erkannt hast geht es hier nicht um mich, ich selbst bin auch amputiert brauche aber nichts ästhetisches sondern etwas um mich schmerzfrei fortzubewegen. Ich frage wegen jemandem den ich kenne und der noch schlimmere Unfallfolgen zu tragen hat. Ich kann es aber verstehen, dass es Menschen gibt die einfach mal nicht sofort auf etwas angesprochen werden wollen. Die Person von der ich spreche handhabt das seit Jahren mit einem Schulterpolster das etwas "kaschiert", nur die Art wie es angebracht wird ist nicht so optimal. Ich helfe halt nunmal gern. Hab Helfersyndrom ????
Verfasst am: 06. 12. 18 [18:13]
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ave64
Beiträge: 33
Handycapuser777 hat geschrieben:

...Ich kann es aber verstehen, dass es Menschen gibt die einfach mal nicht sofort auf etwas angesprochen werden wollen.
...Ich helfe halt nunmal gern. Hab Helfersyndrom ????

Vielleicht? icon_wink.gif Wenn man anderen hilft, dann tut das eigene nicht so weh, oder ;o)
Aber schau mal aus dieser Ecke: Wenn er darauf nicht angesprochen werden will, dann ist ja er gerade die Person, die Problem damit hat. Andere, denen das nicht ausmacht, müssen auch nicht lernen anzunehmen, loszulassen…
Ich habe mir dafür lockere Sprüche einfallen lassen. Er könnte z.B. sagen, dass er noch eine Schulter hat, falls jemand bei ihm die Schulter zum Anlehnen sucht. Ein Bißchen mit Augen blinzeln und schon ist die Erde wieder rund.. Es ist ein Prozes, dadurch müssen wir gehen. Wie die AA sagen: ändern, was man ändern kann; hinzunehmen, was man nicht ändern kann und das Eine von Anderen zu unterscheiden…
Und warum will er keine Prothese? Sagt er nicht? Wenn er nicht sagt, könnte man meinen, dass er davon irgendwie profitiert? ;o)
lg
Verfasst am: 06. 12. 18 [18:36]
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Handycapuser777
Themenersteller
Beiträge: 3
@ave64, ja du hast recht, ihm helfen zu wollen lenkt mich von meinen eigenen Problemen ab. Es gibt mir ein gutes Gefühl wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich auch was für ihn empfinde was nicht so gut für mich ist, doch nicht so leicht abzustellen ist. Ich würde ihn so akzeptieren wie er ist auch ohne Hilfsmittel für die Ästhetik. Vielleicht sollte ich ihm das mal sagen icon_wink.gif

Die lockeren Sprüche auf Fragen hab ich mittlerweile auch parat wenn mich Leute fragen was ich denn da am Bein hätte. Meistens begegne ich den Leuten mit Offenheit und mittlerweile freut es mich sogar wenn sich jemand dafür interessiert.
Am Anfang ist mir das alles sehr schwer gefallen aber je besser man es selbst annimmt desto weniger ärgert man sich über dumme Kommentare der Leute.

Er hatte nur ein mal eine Armprothese, hat die dann aber entsorgt weil sie keine Funktion hatte. Vermutlich möchte er auch keine mit Funktion weil er sich fühlen würde wie ein halber Roboter könnte ich mir vorstellen und weil er gelernt hat alles mit einer Hand zu meistern.

Wie ist das bei dir? Hast du irgendwelche Prothesen oder hattest es mal damit versucht? Was ist denn bei dir passiert? Schade dass deine Bekanntschaft sich für den Rolli geschämt hat. Hatte sie das gesagt oder vermutest du das nur? Ich verstehe das nicht wie kann sich jemand für eine Person schämen die man mag?
Verfasst am: 06. 12. 18 [21:58]
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ave64
Beiträge: 33
Hallo Handycapuser777,
nein, ich habe keine Prothesen (außer Zahnprothesen), vielleicht habe ich eben ein erweitertes Verständnis ;o)
Wobei ich auch erst vor kurzem „gewollt“ auf die rechte Schulter gefallen bin. Ich konnte wählen: mit dem Kopf auf die Pflastersteine oder lieber mit der Schulter :c) ah, was so einem alles innerhalb von Bruchteilen von Sekunden einfällt (von dem Moment als ich mich nicht mehr halten konnte und bis ich dann auf den Steinen landete)…Ich kann mir die Orthese nicht selbst dran machen, dann kann schon so was passieren. Auf jeden Fall bin ich jetzt auch so ziemlich Linkshänderin.

Ja, das hättest du „ihm“ sagen sollen, dass dich das nicht stört – aber nur bei passender Gelegenheit; wenn er sagt, dass ihn stört…. sonst kann er denken, dass du damit ein Problem hast, weil du dich darum bemühst nach Lösungen zu suchen…

Nein, meine Bekannte hat das nicht gesagt. Sie ist aber rot geworden, als ich das offen angesprochen habe. Es waren ja schon mehrere Situationen, die dafür sprachen. Aber das ist ihr Problem, nicht meins. Man soll an dem Glauben der Menschen nicht rütteln, sonst verlieren sie dem Boden unter den Füßen icon_wink.gif
lg

Verfasst am: 07. 12. 18 [19:31]
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