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ADS Behinderung?

Topic Status: beantwortet

 » Gesundheit, Hilfsmittel & Medikamente
Landesflagge: DE
koenig_olaf
Themenersteller
Beiträge: 8
Guten Tag

Ist ADS eine Krankheit oder eher eine Behinderung? Weil ein Bekannter meinte kürzlich, das sei eher eine Wohlstandskrankheit wegen der Informationsüberflutung in den Medien. Gibt es ADS also in ärmeren Ländern gar nicht oder??

Danke schon mal für die Antworten, Olaf
Verfasst am: 31. 08. 09 [13:10]
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Tom_MyHandicap
Beiträge: 1467
Lieber Olaf,

willkommen bei uns! icon_smile.gif

Hier findest Du umfangreiche Informationen zur Aufmerksamkeitsdefizits- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS): http://www.adhs-deutschland.de

Ob es sich um eine Krankheit der heutigen Mediengesellschaft handelt, kann ich Dir leider nicht sagen. Aber ich habe darüber gelesen, dass die Diagnose ADHS von manchen Ärzten zu leichtfertig gestellt wird - aus mangelnder Sachkenntnis und / oder ähnlichen Symptomen. Vielleicht hat die Öffentlichkeit deshalb ein falsches Bild von ADHS, was die ADHS Deutschland e.V. auch betont.

Lieben Gruß,

Tom
MyHandicap

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Verfasst am: 31. 08. 09 [16:05]
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koenig_olaf
Themenersteller
Beiträge: 8
Danke für den Willkommensgruß!

Also ist ADHS eher eine Krankheit oder (auch) eine Behinderung? Kriegen die den Ausweis?
Olaf
Verfasst am: 31. 08. 09 [16:59]
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KarinM
Beiträge: 5622
Hallo koenig_olaf,

ADS oder ADHS ist keine Wohlstandskranheit und trotzdem eine Wohlstandakrankheit. Nicht alle Kinder die als ADS oder ADHS-Ktank gelten, haben auch wirlich diese Erkankung. icon_wink.gif Manche Kinder haben Verhaltensauffälligkeiten, die der von ADS oder ADHS ähneln, weil ihr Umfeld sie dazu gemacht hat. deshalb ist es schon richtig, das es Kinder gibt, die die Gesellschaft zu dem machte, was sie sind. Aber es gibt auch echte ADS oder ADHS Fälle. Es gibt Kinder mit einer genetischen Veranlagung für diese Schwäche. Das muß aber nicht heißen, daß diese Kinder alle Aufmerksamkeitsdefizite oder Hyperaktivität haben müssen. Ein großer Teil Kinder zeigt zwar Auffälligkeiten die in diese Richung gehen, deren Ursachen liegen aber mehr in deren Umfeld als in deren Gene. Deshalb sollte man immer in beide Richtungen schauen. "Hat das Kind ADS/ADHS oder die Eltern oder beide?

Damit meine ich, das es schon immer Kinder gab, die mehr Aufmerksamkeit, Zuwendung oder Bewegung brauchten als andere Kinder. Können die Eltern dem nicht gerecht werden, zum Beispiel weil beide den ganzen Tag arbeiten oder hat das Kind Stress hat, zum Beispiel weil die Eltern sich trennen, dann läßt das Kind diese Probleme bzw. diese "Vernachlässigung" irgendwo raus. Es kann sich nicht mehr konzentrieren, wird zum Zappelphillip oder agressiv. Heraus zu finden, bei welchem dieser Kinder es sich wirklich um ADS/ADHS handelt ist nicht leicht. Diese Verhaltenauffälligkeit ist Stress für alle. Für die Kinder, für die Eltern und für die Lehrer. Ein normaler Alltag wird verdammt schwer, weil es immer wieder zu Verhaltenshöhepunkten kommt, die einen an die Bealstungsgrenze bringen.

Ist ein Kind einmal in so einem Teufelskreis drin, behindert es das Kind sehr, am normalen Familienalltag oder Schulalltag teil zu nehmen. Nicht nur das Kind, auch die Eltern befinden sich in einer Ausnahmesituation, aus der es nur Schritt für Schritt über einen langen Zeitraum einen Weg nach draußen gibt. Für diese lange Zeit ist ein "normales" Miteinander, ein "normales" Lernen, ein "normaler" Umgang mit Gleichaltrigen nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Manchmal sogar nur mit Hilfe von Medikamenten. Deshalb ist es schon gerechtfertigt für diesen Zeitraum von einer echten Behinderung zu sprechen.

Auch wenn früher nicht so oft darüber gesrochen wurde. Diese verhaltensauffälligen Kinder sind schon lange bekannt. Denk nur mal an das Buch "Struwwelpeter". Manchmal kommt es einem nur so vor, daß eine neue Krankheit unserer modernen Welt entspungen ist. Dabei hatte man früher nur ein Wort dafür und keine moderen Medien, die über sowas berichten. Außerdem würde früher so eine Verhaltensauffälligkeit häufig in der Familie aufgefangen. Was heute leider seltener geworden ist, weil Erwachsene nicht mehr so viel Zeit für ihre Sprößlinge haben oder nicht gelernt haben mit solchen Kriesen um zu gehen. Aber auch moderne Familien können lernen, mehr Zeit für Ihre Kinder zu haben und sich besser auf die Bedürfnisse iher Kinder ein zu stellen. Manchmal gelingt das nur mit einem Hilfsmittel (Ritalin), manchal auch aus eigener Kraft. Ich habe ein Tagespflegekind mit ADHS. Der Junge und seine alleinerziehende Mutter haben eine schwere Zeit hinter sich. Heute sind sie auf einem guten Weg, ihre Probleme mit sich und miteinander zu überwinden. Das obwohl die Mutter einen sehr langen Arbeitstag hat und der Sohn bis zum Abend bei mir ist. Wenn man es möchte wird alles gut. Egal ob mit Ritalin oder ohne. Es ist zu schaffen.

Gruß Karin

Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 31. 08. 09 [20:33]
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Gelöschter Benutzer
Hallo König Olaf,

die Diagnose ADHS ist eine sehr kontrovers diskutierte Angelegenheit. Eine Behinderung im klassischen Sinne ist ADHS sicher nicht. Auch wenn ein Leben mit dieser Verhaltensauffälligkeit für diese Kinder und deren Umfeld sicherlich eine Behinderung darstellt.

Viele Grüße,
Iris Redaktion MyHandicap

Iris, MyHandicap-Redaktion

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Verfasst am: 01. 09. 09 [11:49]
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koenig_olaf
Themenersteller
Beiträge: 8
Ok, das wollte ich wissen. Danke Iris!
Olaf
Verfasst am: 01. 09. 09 [12:06]
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KarinM
Beiträge: 5622
Hallo Olaf,

ich weiß ja nicht was Dich bewogen hat, diese Frage hier zu stellen. Aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung kann ich Dir aber sagen, daß es oft mit dem Umfeld, in dem man sich aufhält, zu tun hat, ob eine Erkrankung Behinderung genannt wird oder Krankheit. Im medizinischen Sinn zum Beispiel ist eine Muskeldystrophie (Muskelschschwund) eine Erkankung. Die Behinderung die diese Kinder haben ist die daraus resultierende Lähmung. In Einrichtungen für Körperbehinderte, wie zum Beispiel Körperbehindertenschulen, nennt man oft alles Behinderung. Egal ob es sich um eine Krankheit oder um eine Behinderung handelt. Die Pädagogen dort schmeißen alles in einen Topf. Da ist es für Außenstehende wie Ziwildiensleistende oder Praktikanten manchmal schwer durch zu blicken. Außerdem stellen wir uns in der Regel vor, daß eine Behinderung mit einer sichtbaren körperlichen einschränkung einher geht. Tatsache ist aber, daß jede gesundheitliche Einschränkung eine Behinderung bedeutet. Für den Asthmatiker ist die Atemnot, für den Wirbelsäulenverletzten die Lähmung und für den Diabetiker die mangelnde Insulinproduktion. Jeder der ein gewisses Grad an Einschränkung hat bekommt einen Schwerbehindertenausweis. Egal ob man ihm seine Behinderung ansieht oder nicht.

Gruß Karin

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 01.09.2009 um 20:05.]

Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 01. 09. 09 [19:58]
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