Hilfe der Nachbarn und Freunde ist unverzichtbar

Gerade für Menschen mit Handicap stellt die Unterstützung durch Nachbarn und Freunde immer wieder eine zentrale Stütze dar.

Gerade für Menschen mit Handicap stellt die Unterstützung durch Nachbarn und Freunde immer wieder eine zentrale Stütze dar.

Viele Aufgaben des Alltags sind ohne das produktive Miteinander gar nicht zu bewältigen, was einen regen Austausch umso wichtiger macht. Doch auf welchen Säulen ruht diese Hilfe und wie lässt sie sich in möglichst konsequente Bahnen lenken?

Die reale Verfügbarkeit

Bereits zu Beginn kommt es auf die zeitlichen Fenster an, in denen eine praktische Hilfe gewährt werden kann. Selbst der treueste Helfer kann für einen Menschen mit Handicap nicht ausreichend sein, wenn er zum Beispiel aufgrund von beruflichen Verpflichtungen nur selten an der eigenen Seite steht. Je nach dem, wie groß die Einschränkung im Alltag sind, muss aus diesem Grund in besonderer Weise auf die Verfügbarkeit geachtet werden. Schließlich ist das das oberste Ziel, in absehbarer Zeit an Unterstützung zu gelangen, wenn diese einmal vonnöten sein sollte.

Immer wieder ergeben sich besonders gut eingespielte Gespanne aus diesem Grund mit Nachbarn, die selbst wenige Verpflichtungen in ihrem Kalender haben. Sei es durch eine geringfügige Beschäftigung oder den erfolgten Eintritt in das Rentenalter. Dadurch bietet sich in größeren zeitlichen Fenstern die Chance, den gezielten Austausch zu suchen. Gleichsam sind diese Menschen oft froh darüber, im Rahmen der Nachbarschaftshilfe eine neue persönliche Aufgabe gefunden zu haben, die ihrem Alltag eine neue Struktur verleiht.

Das gegenseitige Vertrauen


Ganz entscheidend ist das gegenseitige Vertrauen, welches in einem Gespann unter Nachbarn vorherrschen muss. Ist es zum Beispiel aufgrund eines nicht barrierefreien Zugangs zum Haus nicht möglich, diesen aus eigener Kraft zu bewältigen, so bleibt die helfende Hand die einzige Chance, um bei der Heimkehr zügig in die eigenen vier Wände zu finden. Ist das gegenseitige Vertrauen vorhanden, so bietet sich dadurch die Gelegenheit, die Lebensqualität im Alltag zu erhöhen und dadurch für ein höheres Maß an Sicherheit zu sorgen.

In jedem Fall wird ein hohes Maß an Vertrauen schon an den kleinen Dingen des Alltags deutlich. Ein bekanntes Beispiel ist die Weitergabe des eigenen Wohnungsschlüssels, wenn es zum Beispiel während einer Reise notwendig ist, die Pflanzen zu gießen. Ebenfalls lässt sich mithilfe des Schlüssels bei den Nachbarn dem Aussperren aus den eigenen vier Wänden vorbeugen. So können die Kosten des Schlüsseldiensts im Zweifelsfall gespart werden. Hier gelangen Sie zur Homepage eines Anbieters, der regionale Dienste vermittelt und dadurch einen positiven Einfluss auf die Gesamtkosten hat.

Die vielen Einrichtungsstandorte vom Verein LEBEN MIT BEHINDERUNG HAMBURG
Viele Einrichtungen bieten verschiedene Wohnformen an mehreren Standorten an (Bild: LMB HAMBURG)

Der Erhalt der Selbstständigkeit


In der Tat kann auch die eigene Selbstständigkeit eingeschränkt werden, wenn es nicht möglich ist, im persönlichen Umfeld die passende Unterstützung zu finden. Für diesen Fall reichen bereits wenige Treppenstufen vor der Haustüre aus, um zu einem unüberwindbaren Hindernis zu werden. Oft bleibt den Menschen mit Handicap in diesem Fall nur die Möglichkeit, sich einer neuen Wohnform zuzuwenden, die eher dazu geeignet ist, den Alltag selbstbestimmt zu bestreiten. Gerade in den Städten ist es auf dieser Basis der rollstuhlgerechten WG gelungen, sich an eine große Zielgruppe zu wenden. Denn immer mehr Menschen mit Behinderung sehnen sich nach einer Möglichkeit, um auf diese Weise mit Gleichgesinnten einen entspannten Alltag zu erleben.

Herausforderungen der Zukunft


Schon in den nächsten Jahren wird es in unserer Gesellschaft immer wichtiger werden, Platz für diese Wohnformen zu schaffen. Dies liegt an unserer alternden Gesellschaft, in der die Zahl der Menschen steigt, die über dieses Bedürfnis verfügen. Aus diesem Grund ist es von besonderer Bedeutung, Projekte in die Wege zu leiten, die sich dieser Frage zuwenden. Dahinter steckt einerseits die Chance, die Verfügbarkeit entsprechender Wohnungen in den kommenden Jahren zu verbessern. Denn immer mehr Senioren oder Menschen mit Handicap, die eigentlich dringend auf ein solches Angebot angewiesen wären, müssen viele Jahre auf eine passende Offerte warten.

Ein Problem ist die spezialisierte Stellung entsprechender Wohngemeinschaften und Wohnformen zwischen der völligen Autonomie und dem betreuten Wohnen. Einerseits hängt es vom Grad der Beeinträchtigung ab, ob es für die Bewohner weiterhin möglich ist, ihre Selbstständigkeit im vollen Umfang zu wahren. Auf der anderen Seite müssen die Anbieter das Wohlbefinden ihrer Bewohner sicherstellen. Die personellen Herausforderungen, die in einer Zeit des Fachkräftemangels nicht mit einfachen Mitteln behoben werden können, stellen aus diesem Grund eine besondere Herausforderung dar.

Treppenlift
Ein Treppenlift kann im Alter die Mobilität im eigenen Zuhause deutlich erleichtern.

Die persönliche Vorsorge


Natürlich gibt es Mittel und Wege, um zum Beispiel bereits beim Hausbau an die persönliche Vorsorge zu denken. Hierbei handelt es sich um eine Möglichkeit, um die Abhängigkeit von Nachbarn und Freunden zu reduzieren, was die Beziehung deutlich entlasten kann. Dennoch hat das barrierefreie Bauen in Deutschland bis heute einen schweren Stand. Einerseits liegt dies am jungen Alter, in dem sich Menschen für die Errichtung eines Hauses entscheiden. Persönliche Einschränkungen liegen zu dieser Zeit noch so weit in der Ferne, dass sie in der Regel nicht in die Planungen einfließen. Gleichsam ist kein Interesse vorhanden, ein offensichtlich barrierefreies Haus zu bewohnen, welches dadurch etwas an architektonischer Dynamik verliert.

Aus diesem Grund bietet sich die Gelegenheit, zumindest eine Vorstufe in die Planungen einzubeziehen. Die Flure werden für diesen Zweck etwas breiter gestaltet, um im Alter leichter voranschreiten zu können. Breitere Treppenstufen sorgen dafür, dass in einigen Jahrzehnten zum Beispiel die Nachrüstung eines Treppenlifts möglich wäre. Verfügen Bauherren über eine solche Weitsicht, so zahlt sich diese in vielen Fällen aus. Ist es in späteren Jahren einmal notwendig, die Unterstützung aufgrund eines eigenen Handicaps in Anspruch zu nehmen, so bietet sich die Gelegenheit, die damit verbundenen Kosten klar positiv zu beeinflussen.

Ein Problem der Mitte der Gesellschaft


Es ist bewundernswert, wie häufig ein hohes Maß an Nächstenliebe die Lebensverhältnisse von Menschen mit Handicap verbessert. Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass es sich um ein Problem breiter Teile der Gesellschaft handelt. Denn schon in den kommenden Jahren wird die Zahl der Menschen weiter steigen, die sich in einer solchen Situation wiederfinden.

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