Betreutes Wohnen als Alternative zum Heim

Das alleinige Wohnen in den eigenen vier Wänden ist auf Grund einer Behinderung nicht oder nicht mehr möglich? In diesem Fall kann die Form des betreuten Wohnens die ideale Alternative sein.

Es steht ausser Frage, dass auch Menschen mit einer Behinderung Anrecht auf ein eigenes Zuhause haben. Auch wenn sie nicht, oder nur zum Teil für sich selber sorgen können, müssen sie die Möglichkeit des Rückzugs in die Privatsphäre auf der einen oder aber die Offenheit nach aussen auf der anderen Seite haben. Dabei sind Bereiche wie Unterkunft und Verpflegung genauso ein Thema wie Gemeinschaft und Geborgenheit. Aus diesem Anspruch ergibt sich die Notwendigkeit zahlreicher verschiedener Wohnangebote mit Unterstützung für die Betroffenen.

So viel Unterstützung wie nötig, so viel Verantwortung wie möglich

Das betreute Wohnen sichert der betroffenen Person eine unter den gegebenen Umständen noch möglichst grosse Privatsphäre zu. Hauptziel dieser Wohnform ist es, den Betroffenen so viel Verantwortung wie möglich zu belassen. Menschen mit einer Behinderung sollen dabei gefördert werden, ihr Leben selbstständig zu gestalten.

Am ehesten ist dies im betreuten Einzelwohnen möglich. Dies ist die der Normalität angenäherste Form des Wohnens. Sie ist für behinderte Menschen möglich, die in einem hohen Masse selbstständig leben können und bei der Lebensgestaltung nur in geringem Umfang Hilfe benötigen. Möglich ist diese Betreuungsform in der Wohnung des Betroffenen oder wenn Träger entsprechender Wohnformen über mehrere betreute Einzelwohnungen verfügen, die dann zu einer Betreuungsgemeinschaft zusammengefasst werden. 

Vor allem Großstädte wie Betreutes Wohnen für München, Berlin oder Hamburg versprachen sich durch Angebote des Betreuten Wohnens eine „Wohnungsumschichtung“ und damit eine Entspannung des Wohnungsmarktes, weshalb dort Angebote gefördert wurden.

Betreute Wohngemeinschaften

Eine andere Form ist das gemeinsame Zusammenleben in betreuten, therapeutischen Wohngemeinschaften oder Gruppenwohnunen, wobei hier unterschieden werden kann, ob eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung stattfindet, oder ob Unterstützung nur für verschiedene Bereiche des täglichen Lebens benötigt wird. Wichtig ist dabei, dass die Bewohner gemeinschaftsfähig sind, über ein ausreichendes Mass an Selbstverantwortung verfügen und in verschiedenen Bereichen auch noch selbstständig sind. Generell kann davon ausgegangen werden, dass Menschen in therapeutischen Wohngemeinschaften zumindest in praktischen Dingen des Alltags von der Hygiene, über Sauberkeit in den Räumen bis hin zu den Einkäufen Hilfe und Unterstützung benötigen. Entscheidend ist aber immer der individuelle Bedarf.

Text: PG - 09/2007