Normen für Wohnen im Alter: Wenn Senioren selbstständig leben wollen

Einen schönen Lebensabend wünscht sich jeder Mensch. Doch diesen zu gestalten ist meist gar nicht so einfach - besonders, wenn man selbst schon nicht mehr dafür sorgen kann. Worauf gilt es zu achten und was steht mir eigentlich zu?

In keinem anderen europäischem Land ist der Bevölkerungsanteil an Rentnern so hoch wie in Deutschland. Nach Angaben von Eurostat beträgt der Anteil an Menschen über 65 Jahre ganze 20,6 Prozent in Deutschland. Umfragen haben ergeben, dass für etwa 90 Prozent dieser Menschengruppe eines ganz wichtig ist: Sie wollen auch weiterhin eigenständig in ihrem Zuhause wohnen. Auch wenn mit dem Alter die Mobilität sinkt und die körperlichen Einschränkungen stärker werden, heißt das noch nicht, dass die Freude am Leben und die eigene Selbstständigkeit aufgegeben werden muss. Es gibt viele Möglichkeiten, auch im Alter so selbstständig wie möglich zu sein.

Alternativen im Alter

Im Alter wird jedoch vieles, was früher selbstverständlich war, beschwerlich. So werden Einkäufe, Arztbesuche und Apothekengänge plötzlich zur Herausforderung. Viele Senioren möchten trotzdem nicht in ein Seniorenheim ziehen. Als Alternative kann man sich eine Haushaltshilfe ins Haus holen. Heutzutage gibt es sogar einen gesetzlichen Anspruch auf eine Haushaltshilfe für Menschen mit Behinderungen, Demenzerkrankung oder Alzheimer und eingeschränkter Alltagskompetenz. Dazu muss ein Antrag bei der Krankenkasse oder dem Sozialamt gestellt werden. Diese Haushaltshilfen erledigen all die alltäglichen Dinge, welche die Senioren nicht mehr selbstständig bewältigen können. Dies geht von der Zubereitung von Mahlzeiten und Wäsche waschen bis hin zu Behördengängen und Vermögensverwaltung. Wenn Notwendigkeit besteht, wird auch bei der täglichen Körperpflege geholfen.

Mangel an altersgerechten Wohnungen

Auf dem Immobilienmarkt war das Wohnen im Alter jedoch lange Zeit kein Thema und so sind nur die wenigsten Wohnungen und Häuser altersgerecht. Eine Renovierung und Anpassung ist dann nur noch bedingt möglich und sehr kostspielig. Eine Alternative für ein barrierefreies Wohnumfeld bildet hier "Betreutes Wohnen". Betreutes Wohnen vereint ein barrierefreies Umfeld mit einem Angebot von Beratung, Vertretung bei Behördengängen, Lieferservice und Haushaltshilfen. Um eine geeignete Qualität zu gewährleisten, wurde 2006 eine Dienstleistungsnormung für Betreutes Wohnen eingeführt.

DIN-Norm für Betreutes Wohnen

Die Norm enthält Anforderungen an Informationspflichten bezüglich: Wohnanlage:

  • Barrierefreiheit des Gebäudes, Alter des Gebäudes, Größe und Wohnungsanzahl
  • Umfang der Gemeinschaftseinrichtungen, Ansprechpartner, Dienstleistungsangebote auf dem Gelände
  • Vermieter, Verkäufer, Anschrift, Kontaktdaten

Wohnung:

  • Grundriss, Quadratmeterzahl, Lage innerhalb der Anlage
  • Ausstattung, Möglichkeit Zusatzeinrichtungen zu installieren
  • Erreichbarkeit eines Hausnotrufgeräts
  • Zulässigkeit von Haustieren

Grundleistungen:

  • Leistungskatalog des Betreuungsträgers
  • Träger der Betreuungsleistungen, Anschrift, Kontaktdaten Wahlleistungen:
  • freie Wahl der Dienstleister
  • Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern

Kosten und Finanzierung:

  • Miete und Nebenkosten, einmalige Kosten bei Vertragsabschluss, Kosten für Parkplatz
  • Möglichkeit des Eigentumserwerbs
  • Preisliste der Wahlleistungen

Dienstleistungen:

  • Betreuungsleistungen, Beratungstätigkeiten
  • Notrufsicherung, Haustechnischer Service
  • Regelmäßige Informationen, Vermittlungstätigkeiten, Organisationshilfe

Man sollte sich so frühzeitig wie möglich über die für einen persönlich beste Wohnform im Alter informieren, da es im Alter schnell dazu kommen kann, dass man nicht mehr selbst in der Lage ist, diese Entscheidung dann noch zu treffen.

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