Wohnen im Alter: Am liebsten zu Hause

Ein Mann sitzt vor dem Kamin und liest Zeitung. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Das Wohnen im Alter genießen möchten die meisten Senioren in ihren eigenen vier Wänden. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Der demographische Wandel führt dazu, dass die Bevölkerung in Ländern wie Deutschland oder der Schweiz immer älter wird. Dies bringt für die Politik, die Gesellschaft und jeden Einzelnen enorme Herausforderungen mit sich.

Dazu gehört auch, dass für Millionen Menschen eine seniorengerechte Wohnmöglichkeit geschaffen werden muss. Dank der Errungenschaften der modernen Medizin und einem allgemein aufgeklärteren Gesundheitsbewusstsein werden die Menschen in unserer Gesellschaft immer älter. Gleichzeitig ist seit vielen Jahren ein erheblicher Geburtenrückgang zu konstatieren. Die Rechnung ist einfach: unsere Gesellschaft wird immer älter.

Wohnen, Betreuung und Pflege im Fokus

So wird im Jahre 2050 jede dritte Bewohnerin und jeder dritte Bewohner der Schweiz oder Deutschlands über 60 Jahre alt sein. Prognosen zufolge werden in Deutschland in drei Jahrzehnten fast acht Millionen Menschen 80 Jahre oder älter sein - doppelt so viele wie heute. Eine der größten Herausforderungen wird es sein, für das Alter angepasste Wohnformen zu schaffen sowie die Betreuung und Pflege sicherstellen zu können.

Bei der Versorgung und Pflege der Senioren kommt erschwerend hinzu, dass durch die Zerbrechlichkeit von Partnerschaften und die geringere Lebenserwartung der Männer viele Betagte im Alter alleinstehend sind.

Wohnen im Alter in verschiedensten Formen möglich

Es gibt verschiedenste Wohnformen für Senioren: Abhängig vom Gesundheitszustand der jeweiligen Person kann dies ein Altersheim oder ein Pflegeheim sein. Die luxuriösere Variante für wohlhabendere Menschen in höherem Alter sind Seniorenresidenzen oder Seniorenwohnanlagen. Senioren, die noch verhältnismäßig selbstständig leben können, bevorzugen oft die Möglichkeit des Betreuten Wohnens, wo sie in einer altersgerechten und barrierefreien Wohnung auf den benötigten Betreuungsservice zählen können. Weitere, wenn auch seltenere Wohnformen, sind Senioren-WGs oder gemeinschaftliche Wohnprojekte.

Eine Wendeltreppe führt von einer Etage auf die nächste. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Im Alter können Treppen zu unüberwindbaren Hindernissen werden. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Selbständigkeit im gewohnten Wohnumfeld

Der weitaus größte Teil der Senioren lebt aber in der angestammten Wohnumgebung - im eigenen Haus oder der Privat-Wohnung. Umfragen belegen, dass ältere Menschen wie auch Pflegebedürftige so lange wie möglich selbständig in ihrem gewohnten Wohnumfeld leben möchten. Dort sind sie zu Hause, dort kennen sie sich aus und sind im Optimalfall in ein soziales Umfeld eingebettet.

Mangelnde Barrierefreiheit als Problem

Das Problem ist, dass Wohnungen oder Häuser älterer Menschen in den meisten Fällen nicht barrierefrei sind. Hindernisse gibt es beim Zugang ebenso wie in der Wohnung, Schwellen werden zu Stolperfallen, die Nasszonen sind nicht altersgerecht oder die Bewegungsflächen nicht geeignet, um sich mit einem Rollstuhl oder einem Rollator fortzubewegen.

Die Anpassung von Wohnungsbestand und Wohnumfeld an die Bedürfnisse älterer Menschen muss daher ein zentrales Anliegen von Politik und Gesellschaft sein, um den dramatisch steigenden Bedarf an Wohnmöglichkeiten für Senioren in den nächsten Jahrzehnten decken zu können.

Nur mit einer adäquaten Wohninfrastruktur, Hilfsmitteln und Überwachungs-möglichkeiten ist es möglich, im Alter so lange wie möglich selbständig zu bleiben. Bei Pflege- oder Hilfsbedürftigkeit müssen zusätzlich jederzeit Angehörige oder Pflegedienste hinzugezogen werden können.

 

Text: Patrick Gunti - 02/2013

Fotos: pixelio.de

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