Alternativen zu Treppenliften: Ein Überblick

Ein hochgeklappter Plattformlift an einer Treppe
Ein Plattformlift kann den Passagier inklusive Rollstuhl in andere Etagen transportieren (Foto: sani-trans)

Es muss nicht immer ein Treppenlift sein. Wenn für Sie Treppen ohne Hilfsmittel ein unüberwindbares Hindernis darstellen, stehen Ihnen mehrere Alternativen zur Auswahl. Aber bloß welche?

Viele Treppenlifthersteller haben diverse Lifte im Sortiment: Sitzlifte, Hublifte, Treppenaufzüge, Rollstuhllifte, Schrägaufzüge, Plattformlifte, Lifter, Hebebühnen und so weiter. Auf den ersten Blick verwirrt die Fülle an verschiedenen Begriffen, doch hinter mehreren Bezeichnungen versteckt sich oft ein und dasselbe Produkt.

Grundsätzlich lässt sich für den privaten Bereich diese Angebotsvielfalt in vier Produktgruppen einteilen: Treppen-, Personen-, Hub- und Plattformlifte. Während man sich beim Treppenlift auf einen Sitz (um)setzen muss (deshalb wird er auch Sitzlift genannt), kann bei den drei anderen Alternativen der Rollstuhl gleich in die gewünschte Etage mitgenommen werden.

Zum Treppenlift können Sie sich in unserem Treppenlift-Artikel informieren.

Eher unüblich im privaten Haushalt: Der Personenaufzug

Der klassische Aufzug, wie wir ihn überall kennen, ist ein geschlossenes System mit Türen und einer Fahrkabine. Er kann indoor ein- oder outdoor angebaut werden, beansprucht jedoch einiges an Raum – auch wenn es im Vergleich zu herkömmlichen Aufzügen platzsparende Varianten (etwa aus Aluminium) am Markt gibt.

Von allen hier vorgestellten Alternativen ist der Personenaufzug allerdings der teuerste. Personenaufzüge werden deshalb relativ selten im privaten Bereich eingesetzt.

Ein draußen an einer Treppe eingebauter Hublift
Mit dem Hublift lassen sich bis zu 300 Kilogramm vertikale Höhen sicher überwinden (Foto: Hiro)

Rollstuhl zum Mitnehmen bitte

Wenn Sie in Ihrem mehrgeschossigen Zuhause Ihren Rollstuhl in andere Stockwerke mitnehmen möchten, ohne sich für einen klassischen Personenaufzug entscheiden zu wollen, ist ein Plattformlift (auch: Rollstuhllift oder -schrägaufzug) eine Alternative.

Je nach Ausführung bewegen sich die Preise für Plattformlifte über eine Etage zwischen 10.000 und 15.000 Euro für gerade Treppen. Bei kurvigen Treppen liegen die Kosten zwischen 12.000 und 20.000 Euro für kurvige Treppen.

Der Plattformlift wird wie bei einem Treppenlift an einer normalen Treppe anmontiert und an Stelle des Sitzes kommt eine Plattform, in die der Rollstuhl hinein gefahren werden kann. Je nach Anbieter beträgt die Traglast der Plattform ab 200 Kilogramm aufwärts - bis zu rund 300 Kilogramm. Mittels einer Steuereinheit kann der Passagier sich ins gewünschte Stockwerk transportieren.

Lösungen für drinnen und draußen

Plattformlifte benötigen in der Regel zwar mehr Platz als Treppenlifte. Es gibt aber auch Lösungen für eine Treppenbreite von knapp 100 cm, wie Sie in diesem Projektbeispiel sehen können.

Sicherheit wird durch automatisch hochklappbare Auffahrtrampen, welche auf dem jeweiligen Stockwerk in der richtigen Richtung hinuntergefahren werden garantiert. Plattformlifte sind in der Regel mit einem aufklappbaren Sicherheitsbügel in Brusthöhe bestückt. Die Plattform kann bei Nichtbenutzung hochgeklappt werden, damit dieser Fußgängern nicht im Weg steht.

Plattformlifte sind wetterfest und können somit auch außerhalb des Hauses eingesetzt werden, wie zum Beispiel an einer Treppe hinauf zur Haustür.

Senkrechtstarter: Hublifte

Wenn es darum geht, eine vertikale Höhe mit dem Rollstuhl zu überwinden – etwa weil Sie über die Garage „hinten“ über die Terrasse in Ihr Zuhause kommen möchten – eignet sich der Hublift. Der Hublift kann auch bei Podesten oder Balkonen eingesetzt werden und wird auch (Rollstuhl-)Hebebühne genannt. Es wird von einer ähnlichen Traglast wie bei Plattformliften ausgegangen.

Im Prinzip handelt es sich bei der Hubliftplattform um denselben „Fahrkorb“ wie beim Plattformlift. Ausgestattet mit hochklappenden Rampen und Bügelgriffen wird der Rollstuhlfahrer sicher in senkrechte Höhen bis zu drei Metern gehievt.

Der Hublift wird im Gegensatz zu den anderen Alternativen nicht an eine Treppe anmontiert und ist daher relativ platzsparend und unkompliziert anzubringen. Das wirkt sich dementsprechend auf den Preis aus. Ein guter, durchschnittlicher Hublift ist bereits für rund 5.000 Euro zu haben.

Zuschussmöglichkeiten wie bei Treppenliften

Für Hub- und Plattformlifte können selbstverständlich dieselben Finanzierungsmöglichkeiten wie bei Treppenliften genutzt werden. Lesen Sie dazu bitte unseren Artikel zu diesem Thema. Auch eine Anmietung von Hubliften wird von einigen Anbietern ermöglicht, dies lohnt sich aber in der Regel nur bei einer voraussichtlichen Nutzung von weniger als drei Jahren.

In unserem Marktplatz haben Sie auch die Möglichkeit, Infomaterial oder ein Angebot anzufordern - kostenlos und unverbindlich.

 

Text: Thomas Mitterhuber – 11/2011

Fotos: sani-trans, Hiro

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