Barrierefreies Wohnen: Tipps für Immobilienkauf und Umgestaltung

Der Bauplan einer Wohnung berücksichtigt nicht die Barrierefreiheit (pixabay.com)
Wird die Barrierefreiheit nicht im Bauplan berücksichtigt, sind Umbaumaßnahmen erforderlich (pixabay.com)

Für Menschen, die von einer Krankheit oder einer Behinderung betroffen und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, ist der Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses keine leichte Entscheidung. Ausreichend Platz sowie notwendige Sicherheitsvorkehrungen sind nur zwei Faktoren, die ausschlaggebend sind, um ein hindernisfreies, selbstständiges Leben zu gewährleisten und den Alltag maßgeblich zu erleichtern. Worauf müssen Sie achten, wenn Sie eine Immobilie kaufen möchten, in der Sie barrierefrei wohnen können?

 

Neubau- oder Bestandsimmobilie? Selbst bauen oder bauen lassen? Wer sich den Traum der eigenen Immobilie erfüllen will, sollte die Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus treffen, rät der Münchner Immobilienexperte Alfred Hollmann. In einem ausführlichen Ratgeber erklärt er auf terrafinanz.de, welche Faktoren Sie beim Erwerb einer Immobilie grundsätzlich beachten sollten. Gerade Menschen mit Behinderungen bzw. körperlichen Einschränkungen sollten vor dem Kauf die Gegebenheiten prüfen. Ist der Eingangsbereich beispielsweise ebenerdig oder mit einer Rampe ausgestattet, um mit einem Rollator das Haus problemlos betreten zu können? Sind die Durchgänge breit genug für einen Rollstuhlfahrer? Gibt es einen großen Aufzug? Ohne diesen ist das Wohnen in den oberen Stockwerken für einen gehbehinderten Menschen nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Wichtig ist außerdem die Option, die Immobilie nach Ihren individuellen baulichen Bedürfnissen – abhängig vom Grad der Behinderung – umzugestalten.

Sinnvolle Umbauarbeiten

Die Umbauarbeiten, die Sie an Ihrem erworbenen Objekt durchführen, sollten stets unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Entwicklung erfolgen. Wer körperlich eingeschränkt ist und weiß, dass sich der Zustand verschlimmern könnte, sollte daher frühzeitig zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Dazu zählen unter anderem Sicherheitsvorkehrungen wie Gegensprechanlagen mit Videofunktion oder Sturz- bzw. Bewegungsmelder. Durch die erste Vorkehrung wird es hörgeschädigten Menschen ermöglicht, zu erkennen, wer an ihrer Tür geklingelt hat. Ein Sturzmelder ist sinnvoll, weil er direkt nach einem Unfall ein Notsignal sendet, sodass dem Betroffenen schnell geholfen werden kann.

Weitere Umbauarbeiten:

  1. Unverzichtbar ist neben einem barrierefreien Eingangsbereich ohne unnötige Treppen ausreichende Beleuchtung. Dadurch minimieren Sie potenzielle Gefahrenstellen, weil Sie weder mit einer Gehbehinderung beschwerliche Stufen bezwingen, noch im Dunkeln den Weg zu Ihrer Eingangstür finden müssen.
  2. Behindertengerechte Sanitäranlagen beinhalten nicht nur ausreichend Bewegungsfreiheit, sondern ebenso eine ebenerdige Dusche oder eine Wanne mit integriertem Hebesitz. Sinnvoll ist weiterhin die Anschaffung von Haltegriffen in der Dusche bzw. Wanne und an der Toilette. Dadurch können Sie Stürze verhindern, weil Sie für ausreichend Haltemöglichkeiten sorgen. Denken Sie ebenfalls über rutschhemmende Fliesen nach. Mit ihnen minimieren Sie ebenfalls das Risiko, sich Verletzungen zuzuziehen.
  3. Sowohl Türgriffe als auch Lichtschalter müssen Sie in einer Höhe anbringen, die für alle Bewohner der Wohnung oder des Hauses erreichbar sind.

Für die Umbauarbeiten für ein barrierefreies Wohnen gibt es Vorschriften und Richtlinien. Ausschlaggebend ist hierfür die DIN 18040, die alle Planungsgrundlagen zu diesem Thema beinhaltet.

Sparen Sie durch Fördermittel

Im Bereich „Barrierefreies Wohnen“ ermöglichen sowohl der Staat als auch die Krankenkassen viele Investitionszuschüsse:

  • Sie können beispielsweise durch eine Hilfsmittelverordnung der Krankenkassen finanzielle Unterstützung für mobile Duschhocker oder Toilettensitzerhöhungen beantragen.Pflegekassen sowie die Pflegeversicherung fördern wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu einer Höhe von 4.000 Euro.
  • KfW-Fördermittel stehen ebenfalls zur Verfügung. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie dann bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen.

Die jeweiligen Anträge sind an Fristen gebunden. Reichen Sie diese nicht fristgerecht ein, kann es sein, dass Sie sonst ein Jahr warten müssen, bis die Fördermittel wieder freigegeben werden. Informieren Sie sich außerdem im Vorfeld darüber, ob Sie gegebenenfalls eine Pflegestufe benötigen oder welche Voraussetzungen es generell zu entsprechen gilt.