Gesunder Schlaf fördert die Gesundheit nachhaltig

Mit dem richtigen Bett erst recht: Morgenstund hat Gold im Mund. (Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)
Mit dem richtigen Bett erst recht: Morgenstund hat Gold im Mund. (Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)

Lange Arbeitszeiten, Stress oder körperliches Unbehagen können uns um den Schlaf bringen. Entweder gehen wir erst gar nicht zu Bett oder wir liegen stundenlang wach und können einfach nicht einschlafen. Dabei ist ausreichend Schlaf überlebenswichtig.

Man hört sie immer wieder, die Geschichten von Menschen, die mit drei, vier Stunden Schlaf die Nacht auskommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel beispielsweise soll die Fähigkeit haben, bis tief in die Nacht konzentriert zu arbeiten. Weniger Stunden Nachtruhe und ein paar Minuten Erholung zwischendurch scheinen ihr zur Regeneration zu genügen. Doch stimmt das wirklich? Können Menschen mit nur wenigen Stunden Erholung pro Nacht auskommen?

Ausreichend Schlaf ist unverzichtbar

Eher selten. Zwar gibt es individuelle Unterschiede – Jugendliche brauchen in der Regel mehr Schlaf als Erwachsene – allgemein gilt jedoch, dass ausreichend Schlaf absolut notwendig ist, um Kraft zu tanken und ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten. Studien belegen, dass der Erholungsgrad bei sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht am höchsten ist. Zu wenig Schlaf hingegen kann zu massiven gesundheitlichen Problemen führen, wie etwa Bluthochdruck, Diabetes, Erschöpfungszuständen, Depressionen bis hin zu Suizidgedanken.

Warum ist Schlaf für den Menschen so wichtig?

Ärzte und Wissenschaftler forschen seit langem, warum Schlaf für den Menschen so wichtig ist. Neueste Erkenntnisse weisen nun darauf hin, dass im Schlaf wichtige Prozesse ablaufen, die zur Entgiftung des Körpers beitragen. „Abfallstoffe, Gifte, die sich tagsüber im Körper ablagern, werden nachts ausgeschwemmt“, erklärt der Berliner Schlafmediziner Dr. Dieter Kunze. Schläft man hingegen zu wenig, geraten auf molekularer Ebene eine Vielzahl von Prozessen durcheinander, mit negativen Folgen für die Gesundheit.

Schlafmangel kann man nur begrenzt aufholen

Wie lange es dauert, bis Schlafmangel negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, lässt sich pauschal nicht beantworten. „Das hängt entscheidend davon ab, ob man eine Empfindlichkeit hat“, sagt Dr. Kunze. „Was immer die Sollbruchstelle des Körpers ist, wird irgendwann zu Bruch gehen. Wie lange das dauert, wissen wir aber noch nicht. Den versäumten Schlaf einfach aufzuholen ist laut dem Mediziner nur schwer möglich. Was bei zwei Nächten mit Schlafdefizit noch gelingen möge, funktioniere nicht mehr, wenn man 20 Jahre lang statt der erforderlichen acht Stunden nur sechs Stunden schlafe. Im Video-Interview erklärt Dr. Dieter Kunze, worauf es bei einem gesunden Schlaf ankommt.

Lattenrost und Matratze sind entscheidend

Nicht nur die Dauer des Schlafs ist entscheidend. Wer am nächsten Morgen ausgeruht sein möchte, sollte darauf achten, Lattenrost und Matratze richtig zu wählen. Manche bevorzugen eine harte Matratze, andere können auf einer wichen Matratze besser schlafen. Bei der Auswahl der Matratze sollte man verschiedene Modelle testen und darauf achten, dass sich die Matratze gut an den Körper anpasst und die Wirbelsäule entlastet.

Passend zur Matratze wählt man dann den Lattenrost. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Modellen und Bauweisen. Welche die richtige ist, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Für Menschen mit Behinderung eignet sich beispielsweise ein Modell mit Motor, da die Position des Lattenrosts so schnell und ohne Kradtaufwand verändert werden kann. Wer sich ein neues Bett kaufen möchte und unter Schlaf- oder Bewegungsstörungen leidet, der sollte sich von einem Fachmann beraten lassen. Auch ein Gespräch mit dem Facharzt kann helfen, bei der Wahl von Matratze und Lattenrost alle gesundheitsrelevanten Aspekte zu berücksichtigen.

Tipps für einen gesunden und erholsamen Schlaf

Ein Patentrezept für erholsamen Schlaf gibt es nicht. Wer diese Tipps beherzigt, wird aber garantiert schneller einschlafen und ausgeruht in den Tag starten:

  • Vermeiden Sie Aufregung und Streit vor dem Schlafengehen.
  • Trinken Sie abends keinen Kaffee und koffeinhaltigen Getränke
  • Reduzieren Sie den Konsum von Alkohol
  • Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre im Schlafzimmer
  • Verbannen Sie Fernseher und andere elektronische Geräte aus dem Schlafzimmer
  • Wählen Sie eine Matratze und einen Lattenrost, der Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht
  • Finden Sie Ihren persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus und versuchen Sie sich daran zu orientieren (beispielsweise, indem Sie immer zu gleichen Zeit schlafen gehen)
  • Halten Sie sich auch am Wochenende an Ihren persönlichen Schlafrhythmus

Text: Philipp Jauch – 02/2016

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de