Die perfekte Matratze finden – für einen gesunden Schlaf

Das Foto ein Bett auf dem zwei Füße, aus der bettdecke heraussehen.
Die perfekte Matratze finden – für einen gesunden Schlaf. Quelle: pixabay.com

Acht Stunden Schlaf pro Nacht gelten gemeinhin als empfehlenswert. Ob wir am nächsten Morgen erholt sind, hängt allerdings nicht nur von der Länge des Schlafens ab, sondern auch von der „Schlafqualität“. Die Matratze spielt dabei eine entscheidende Rolle. MyHandicap gibt einen Überblick, worauf Sie bei der Matratzenwahl achten sollten.

Latex, Klatschschaum, Taschenfederkern und Boxspringbetten – das Angebot an Matratzen ist riesig. Ebenso wie die Unterschiede in Qualität und Preis. Wie findet man da die geeignete Matratze? Worauf sollte man achten?

Matratzen nicht nur nach dem Preis auswählen

Der Preis ist sicher ein Indikator. Allerdings bedeutet teuer nicht immer gut. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest konnte beispielsweise nur eines von zehn getesteten Boxspringbetten überzeugen – obwohl gerade diese Betten zu den teuersten gehören und besonderen Schlafkomfort versprechen. Latexmatratzen hingegen haben in diesem Matratzen Test überzeugt. Kaltschaummatratzen sind zwar günstig, verlieren jedoch mit der Zeit an Form und Stabilität, was sich negativ auf den Schlafkomfort auswirkt. Fazit: Der Preis ist nicht als Auswahlkriterium für eine gute Matratze geeignet – teuer muss nicht gut sein.    

Die Matratze muss zum Schläfer passen

Wenn man sich nicht nach dem Preis richten kann, woran kann man sich denn dann orientieren? Eine einfache Formel dafür gibt es nicht. Vielmehr gilt: Die Matratze muss zum Schläfer passen. Deshalb raten die Experten von Stiftung Warentest, Matratzen ausgiebig zu testen. Fühlt man sich auf der Matratze wohl? Liegt man auch nach längerer Zeit noch bequem? Bilden sich auf der Matratze Einbuchtungen oder ist der Körper optimal gelagert? All das sind Facetten, die beim Matratzenkauf eine Rolle spielen. Um das herauszufinden, kann man bereits im Geschäft eine Weile Probeliegen. Außerdem bieten viele Anbieter ein verlängertes Rückgaberecht an, sodass man die Matratze umtauschen kann, wenn man zuhause merkt, dass die Matratze nicht zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Checkliste für den Matratzenkauf – darauf sollten Sie achten

Matratzen haben also viel mit dem persönlichen Empfinden zu tun. Manche liegen gerne weich, andere mögen es etwas härter. Eine Faustformel für die perfekte Matratze gibt es daher nicht. Dennoch sollten Sie einige Aspekte prüfen, wenn Sie sich eine neue Matratze kaufen. Eine Checkliste:

  • Härtegrad: Standartmäßig wird zwischen drei Härtegraden unterschieden – H1 bis H3. Der Härtegrad H1 eignet sich für Personen bis 60 Kilogramm Körpergewicht, H2 für Menschen bis 80 Kilogramm und H3 für Personen bis 100 Kilogramm. Menschen, die deutlich über 100 Kilo auf die Waage bringen, sollten nach Matratzen des Härtegrades H4 Ausschau halten. Allerdings muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass der Härtegrad nicht gesetzlich normiert ist. Daher kann es je nach Hersteller zu Abweichungen kommen. Im Zweifel gilt: Probeliegen!
  • Punktelastizität: Durch die Punktelastizität gibt eine Matratze nur dort nach, wo der Körper Druck auf die Matratze ausübt. Eine gute Matratze passt sich dem Körper des Schlafenden an. Dadurch wird die Wirbelsäule entlastet und Verspannungen werden vermieden. Experten im Fachhandel kennen die Unterschiede und können auch beraten, welche Matratze für Menschen mit Behinderung besonders geeignet ist. Im Zweifel gilt: Probeliegen!
  • Strauchhärte: Die Strauchhärte bezeichnet die Festigkeit des Schaumstoffs. Auch hier gibt es keine generelle Empfehlung. Welche Strauchhärte geeignet ist, hängt vom Schläfer ab – etwa ob die Matratze von Kindern genutzt werden soll, ob der Schlafende übergewichtig ist oder besondere Anforderungen bezüglich der Lagerung im Bett gegeben sind. Hier gilt: Experten fragen und probeliegen.
  • Luftzirkulation: Für die Haltbarkeit einer Matratze ist es wichtig, dass sie gut durchlüftet ist. Hierzu sollte die Matratze nicht mit einer Tagesdecke abgedeckt werden. Auch Zusätzliche Bezüge verhindern die Luftzirkulation. Stattdessen sollte die Matratze über große Griffe verfügen, um sie regelmäßig wenden zu können. Auch ein waschbarer Bezug ist von Vorteil.

Matratze nach spätestens 10 Jahren tauschen

Wer eine hochwertige Matratze kauft und sie regelmäßig durchlüftet, kann lange Spaß damit haben und einen guten Schlafkomfort erleben. Nach zehn Jahren sollte man jedoch auch eine Qualitätsmatratze austauschen. Denn selbst wenn die Matratze äußerlich noch gut aussieht, sind Matratzen mit den Jahren nicht mehr so hygienisch wie am ersten Tag. Schließlich verliert der Mensch in der Nacht Flüssigkeit durch Schwitzen. Und dieser Schweiß dringt ins Innere der Matratze vor, sodass sie mit den Jahren einige Kilo an Gewicht hinzugewinnt. Das wirkt sich auf die Matratze aus – und letztlich auch auf den Schlafkomfort.
 

Text: Philipp Jauch – 04/2016