Ein Pool-Lift hilft Menschen mit Handicap und Senioren

Eine junge Frau sitzt auf einem Pool-Lift und lässt sich ins Schwimmbecken absenken (Bild: BEMOBIL)
Der Poollift erleichtert den Einstieg ins Schwimmbecken (Bild: BEMOBIL)

Schwimmen wird von vielen Menschen als wohltuend empfunden. Auch in der Rehabilitation hat die Bewegung im Wasser ihren festen Platz. Damit sich Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung gefahrlos in Schwimmbädern bewegen können, muss bei der Planung einiges berücksichtigt werden - von der Gangbreite bis zum Poollift.

Barrierefreies Bauen ist Bauen für alle

Barrierefreiheit spielt bei der Planung von Schwimmbädern eine wichtige Rolle. Dabei geht es um weit mehr als um breite Türen und Toiletten für Rollstuhlfahrer. Barrierefreies Bauen bedeutet bauen für alle: für gesunde Menschen, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Hör- oder Sehschwächen - aber auch für eine zunehmende Zahl von Senioren. Für sie ist Barrierefreiheit besonders wichtig. Bei mehrgeschossigen Gebäuden sollte ein Aufzug eingebaut werden und auch in der Schwimmhalle selbst ist auf Barrierefreiheit zu achten. Ein Poollift, der den gefahrlosen Zugang in das Becken ermöglicht, zeichnet ein modernes Bad aus. Wellness-Anlagen sollten zudem mit einem Lift für den Whirlpool ausgestattet sein, um den Badegästen auch die Entspannung im warmen Wasser zu ermöglichen. Daran kann man erkennen, dass eine Anlage behindertengerecht und seniorengerecht gestaltet ist - so wird ein Schwimmbad zum Familienbad.

Ebenerdige Zugänge und moderne Informationssysteme

Diese Beispiele zeigen schon, dass die Gestaltung eines barrierefreien Schwimmbades erfahrene Planer braucht, die die Bedürfnisse der Badegäste genau kennen. Ebenerdige Zugänge, ein breiter Kassenbereich ohne Drehkreuze und großzügig dimensionierte Einzelkabinen in den Umkleiden sind grundlegende Voraussetzungen dafür, dass sich Menschen mit Mobilitätseinschränkung in einem Schwimmbad frei bewegen können. Hilfreich sind auch große Informationstafeln, die zusätzlich zur gut lesbaren Schrift mit einer Sprachfunktion ausgestattet sind. Dadurch können sie von Badegästen auch dann genutzt werden, wenn diese eine Seh- oder Hörschwäche haben.

Experten raten, Informationen in der gesamten Anlage so zu gestalten, dass sie mit mehreren Sinnen wahrgenommen werden können, etwa durch Hören, Sehen oder Tasten. Damit wird die größtmögliche Sicherheit für den Badegast erreicht.

Sicherheit durch den richtigen Bodenbelag

Auch der richtige Bodenbelag ist ein wesentlicher Sicherheitsaspekt. Die Fliesen sollten so gewählt werden, dass die Rutschgefahr vermindert wird. Außerdem erleichtert eine farbliche Abgrenzung die Orientierung. So könnten beispielsweise vor Treppenstufen rote oder gelbe Fliesen verwendet werden, um dem Benutzer eine potenzielle "Gefahrenstelle" zu signalisieren. Ebenfalls hilfreich kann es sein, die Fliesen nahe des Beckenrandes farblich abzusetzen.

Einstieg ins Schwimmbecken erleichtern

Für den Einstieg ins Becken ist eine flache Treppe mit rutschfesten Fliesen zu empfehlen. Außerdem sollte mindestens ein Handlauf angebracht sein - ideal sind Geländer an beiden Seiten. Eine gute Beleuchtung in der Schwimmhalle - insbesondere in Treppenbereichen - erhöht die Sicherheit für Menschen mit Seheinschränkung zusätzlich.

Poollift sorgt für Barrierefreiheit

Manche Besucher können ein Schwimmbecken jedoch nicht über die Treppe betreten. Vor allem Rollstuhlfahrer benötigen einen Poollift. Mit ihm können sie ganz einfach vom Rollstuhl ins Wasser abgelassen werden. Die Bedienung ist so ausgelegt, dass Menschen mit Handicap den Poollift ohne fremde Hilfe bedienen können, was die Selbstständigkeit im Bad deutlich erhöht.

Ein Pool-Lift in einem leeren Schwimmbad (Bild: BEMOBIL)
Poollift-Modelle gibt es für viele Einsatzbereiche (Bild: BEMOBIL)

Poollift-Modelle für jeden Einsatzbereich

Welcher Poollift eingesetzt wird, hängt auch von der Umgebung ab. Für öffentliche Schwimmbäder eignen sich insbesondere Varianten mit einem Sitz, die idealerweise über eine Fernbedienung oder Bedieneinheit gesteuert werden können. Hierbei gibt es Poollifter, die fest im Boden verankert sind und mobile Ausführungen, deren Standort nach Bedarf schnell verändert werden kann. Eher in Rehabilitationseinrichtungen zu finden sind Poollifter, bei denen der Sitz durch eine Liege ersetzt wird.

Platzsparende Ausführungen für den Whirlpool

In Wellnessbereichen ist der vorhandene Platz ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl von Einstiegshilfen. Speziell für den Einsatz in Whirlpools, Sprudelbädern und Wellnessbecken wurde der "Spa Lift" entwickelt. Er kann platzsparend direkt neben dem Becken aufgestellt und vom Badegast über eine Fernbedienung selbstständig bedient werden.

Von einem Poollift profitieren gerade auch ältere Badegäste

Von den Poolliftern profitieren immer mehr Menschen. Was einst vor allem für Rollstuhlfahrer gedacht war, hilft heute auch vielen Senioren, die noch im hohen Alter in Schwimmbäder gehen, weil sie die Bewegung im Wasser als großes Vergnügen empfinden. Obendrein trägt gerade warmes Wasser dazu bei, die Muskulatur zu entspannen und damit die Mobilität zu erhalten oder wiederzuerlangen. Und eines darf man bei all den Gesundheitsaspekten auch nicht vergessen: Schwimmbäder waren schon immer ein wichtiger Ort der Freizeitgestaltung, ein Treffpunkt - und damit auch ein Ort der Integration. Deshalb muss Barrierefreiheit in modernen Bädern groß geschrieben werden.

Text: MyHandicap - 05/2014
Bild: BEMOBIL

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