Die Küche für Senioren: Kochen und genießen im Lebensabend

Manchmal ist es schon eine durchdachte Anordnung von Küchenelementen, die enorm helfen kann. (Bild: Küche&Co)

Gemüse schnippeln, Geschirr abspülen und Töpfe einräumen. In einer gewöhnlichen Küche können diese eigentlich einfachen Tätigkeiten für ältere Menschen zu einem Kraftakt werden. Das muss aber nicht sein - mit barrierefreien beziehungsweise seniorengerechten Kücheneinrichtungen.

Wenn Menschen das Rentenalter erreichen und ihnen somit viel Zeit bleibt, fangen die meisten an, das Leben genießen zu wollen. Das Essen ist eine der Freuden daran, größer aber dürfte die Vorfreude während des Zubereitens sein - in der heimeigenen Küche.

Damit dies für die sogenannte Silver Generation reibungslos und ohne Ärgernisse funktioniert, empfiehlt sich eine Küche, die auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten sind. Denn das Alter bringt in der Regel auch körperliche Einschränkungen mit sich und niemand möchte sich schon beim Kochen einer Suppe derart anstrengen müssen. Wie eine solche Küche aussehen kann, erfahren Sie hier.

Was eine seniorengerechte Küche ausmacht

Dass seniorengerechte Kücheneinrichtungen oft auch behindertentauglich sind, versteht sich von selbst. Schließlich ist es die reduzierte Mobilität, die alte und körperlich behinderte Menschen eint. Viele Küchenanpassungen, die für Kochbegeisterte mit Handicap entworfen wurden, kommen ebenfalls Senioren zugute wie beispielsweise der Backofen in angehobener und somit rückenschonender Höhe. Diese Erhöhung kann ebenfalls bei Spülmaschinen und Kühlschränken zum Einsatz kommen.

Zudem sollten in einer seniorengerechten Küche Herd und Spüle, wenn längeres Stehen nicht möglich ist, auch im Sitzen erreichbar sein. Das Optimum wären höhenverstellbare Arbeitsplatten, die zudem unterfahrbar sind, so dass unterhalb der Arbeitshöhe sitzenden Menschen Beinfreiheit gewährt wird. Elektronisch Oberschränke, die sich herunter fahren lassen, sorgen dafür, dass der für ältere Menschen oft riskante Aufstieg über eine Leiter, um höher verstaute Kochutensilien zu erreichen, entfällt.

Auch Schranktüren mit einem Gasdruckdämpfer 250N sind für die seniorengerechte Küche sinnvoll. Denn sicheres Offenhalten von Küchenschränken spart Kraft und verringert ebenfalls das Verletzungsrisiko.

Die Schubladen einer Unterschrankecke sind komplett ausgezogen (Bild: Küche&Co)
Lassen sich die Fächer von Küchenschränken komplett herauziehen, können sämtliche gestauten Gegenstände von jedem erreicht werden. (Bild: Küche&Co)

Große und kleine Anpassungen

Tiefer gelegene Gegenstände können aus Unterschränken, die sich komplett herausziehen lassen (Stichwort Vollauszug), ohne anstrengendes Bücken entnommen werden. Induktionskochplatten, bei denen man sich bei Berührung nicht verbrennt, bedeuten ein Mehr an Sicherheit. Doch können neben den aufwendigen Umbauten auch kleinere Helferchen in Frage kommen.

Utensilien wie Dosenöffner oder Greifhilfen, die Dosen und Marmeladengläser mit geringem Kraftaufwand öffnen lassen, können recht nützlich sein. Mit einer Eieruhr verpassen zerstreute Kochfreunde nicht mehr den Zeitpunkt, den Braten aus dem Ofen zu nehmen. Bei manchen Geräten ist die automatische Abschaltung sogar integriert. Direkt neben der Wohnungstür kann auf Wunsch ein kleines Display angebracht werden, der beim Verlassen der Wohnung anzeigt, ob der Herd noch eingeschaltet ist.

Verzichten Sie auch im Alter nicht auf Freude am Kochen und richten Sie Ihre Küche seniorengerecht ein. Ergonomische Küchen gibt es zum Beispiel hier. Mehr Informationen rund um die barrierefreie Küche finden Sie hier.

 

Text: MyHandicap - 08/2013

Foto: Küche&Co

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