Das barrierefreie-rollstuhlgerechte Badezimmer

Barrierefreies Badezimer (Foto: Erlau AG, 73428 Aalen/Germany)
Barrierefreies Badezimer (Foto: Erlau AG, 73428 Aalen/Germany)

Die größten Anforderungen einer barrierefreien Umgebung im privaten Bereich werden bei der Planung an ein alters- und/ oder rollstuhlgerechtes Badezimmer gestellt.

Es bestehen unterschiedliche Anforderungen an die einzelnen Funktionsbereiche, die individuell auf die Bedürfnisse des Betroffenen und dessen Behinderung abgestimmt werden müssen.

Dies gilt auch für die Bedürfnisse älterer und mobil eingeschränkter Menschen. Bei der Umsetzung sollte man auf die Erfahrung eines Planungsbüros zurückgreifen. Insbesondere bei einem barrierefreien Umbau ist eine ausführliche Begutachtung bezüglich der Umsetzung notwendig. Hier sind fundierte Kenntnisse im Bereich des barrierefreien Planens und Bauens gefragt.

Neben einer ausreichenden Wärmeversorgung, einem rutschsicheren Bodenbelag, technischen Hilfsmitteln und den ausreichend großen Bewegungsflächen und Montagehöhen, gibt es viele weitere Merkmale eines barrierefreien Badezimmers.

Bezug nehmend auf die einzelnen Funktionsbereiche beschreibt die folgende Checkliste die wichtigsten barrierefreien Features, die individuell an die einzelnen Ansprüche anzupassen sind.

Wir weisen darauf hin, dass eine Checkliste nur zur Anregung dient, und nicht immer alle Bereiche oder spezielle Bedürfnisse abdecken kann.

Funktionsbereich Waschtisch:

  • Ist für eine Pflegeperson seitlicher Bewegungsraum nötig?
  • Ist die frontale Benutzung des Waschtisches gewährleistet?
  • Ist der Waschtisch unterfahrbar? (Rollstuhltauglich)
  • Sind genügend Ablageflächen im Greifbereich?
  • Werden Haltegriffe benötigt?
  • Sind die Armaturen funktionsgerecht?
  • Wird eine herausziehbare Handbrause benötigt?
  • Ist eine Thermostatarmatur notwendig? (Verbrühungsschutz)
  • Muss der Siphon zurückversetzt werden? (Unterfahrbarkeit)
  • Kann der Spiegel auch in sitzender Position benutzt werden?
  • Ist der Waschplatz ausreichend beleuchtet?
  • Wird eine Sitzgelegenheit benötigt?
Duschsitz (Foto: Erlau AG, 73428 Aalen/Germany)
Duschsitz (Foto: Erlau AG, 73428 Aalen/Germany)

Funktionsbereich Duschplatz: 

  • Ist ein ebenerdiger Duschplatz erforderlich? (Rollstuhlfahrer 1,50m*1,50m)
  • Müssen Haltegriffe vorgesehen werden?
  • Ist ein rutschsicherer Bodenbelag eingebaut worden?
  • Wird ein Duschsitz benötigt? (Sitzplatzabmauerung, Klappsitz, Hocker, Einhängesitz)
  • Werden ergänzende Armlehnen benötigt?
  • Sind zugängliche Ablagemöglichkeiten vorhanden?
  • Sind die Armaturen funktionsgerecht? (behinderungsbedingt)
  • Ist eine Höhenverstellbarkeit der Handbrause gegeben?
  • Ist eine zusätzliche Kopfbrause notwendig?
  • Ist eine Thermostatarmatur notwendig? (Verbrühungsschutz)
  • Wird ein Spritzschutz für Pflegepersonal benötigt?
  • Ist die Duschabtrennung barrierefrei zu nutzen und nach außen zu öffnen?
  • Sind die Glasflächen kontrastreich gekennzeichnet und bruchsicher?

Funktionsbereich Badewanne:

  • Sind ausreichende Bewegungsflächen vor der Badewanne vorhanden?
  • Ist die Einbauhöhe den individuellen Bedürfnissen angepasst?
  • Ist ein rutschsicherer Zugang gegeben?
  • Wird eine Sitzfläche vor oder seitliche der Wanne benötigt?
  • Kann die Armatur problemlos bedient werden? (auch aus der Badewanne)
  • Ist eine Thermostatarmatur notwendig? (Verbrühungsschutz)
  • Ist der Wannenablauf auch außerhalb der Wanne zu bedienen?
  • Wird eine zusätzliche Handbrause benötigt und ist diese problemlos zu erreichen?
  • Werden Halte- oder Klappgriffe benötigt? (in oder seitlich der Wanne)
  • Wird ein Badewannen- Lifter oder Hubanlage benötigt?
  • Werden sonstige Einstieghilfen benötigt?
  • Wird eine rutschsichere Einlegematte benötigt?
  • Wird ein Wannensitz benötigt

Text: Dipl.- Ing. Frank Opper
pg - 09/2007- MyH
Foto: Erlau AG, 73428 Aalen/Germany