Barrierefreies Reisen: 10 Tipps bevor Sie nach Südamerika verreisen

Das Foto zeigt eine Luftaufnahme von Machu Picchu.
Machu Picchu wird täglich von rund 2.000 Menschen besucht – auch von Rollstuhlfahrern. Foto: pixabay.com

Ob mit einem Kreuzfahrtschiff oder einer Flugreise: Mit dem Rollstuhl die Welt zu entdecken ist möglich und selbst ferne Länder wie Peru, Venezuela oder Brasilien müssen für Rollstuhlfahrer kein Hindernis sein.

Zwar sind die barrierefreien Standards in Südamerika nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen, wer aber nicht alleine, sondern in Begleitung reist, wird sich dort gut zurechtfinden.

1. Den Rollstuhl bei der Airline beziehungsweise dem Flughafen anmelden

Vor dem Langstreckenflug sollte unbedingt am Flughafen der Rollstuhl angekündigt werden, so erhalten Fluggäste sowohl beim Abflug in Deutschland als auch bei Ankunft im Zielland die benötigte Hilfe beim Ein- und Aussteigen. Leihrollstühle und Personal, das Rollstuhlfahrer begleitet gibt es in Südamerika genauso wie in Deutschland, wodurch zumindest die Ankunft im Land erleichtert wird.

2. Eine Kreuzfahrt als bequeme Reiseoption

In den verschiedenen Häfen von Bord zu gehen und die jeweilige Stadt zu erkunden, ansonsten aber bequem mit dem Schiff in der rollstuhlgerechten Kabine von A nach B reisen – eine Kreuzfahrt an Südamerikas Küste entlang ist eine attraktive Option für Rollstuhlfahrer, bei der vielfältige Eindrücke von diesem vielfältigen Kontinent gesammelt werden können.

3. Per Wheelmap an die richtigen Orte

Die Internetseite wheelmap.org ist unter Rollstuhlfahrern mittlerweile gut bekannt und zeigt barrierefreie Orte und Gebäude auf, auch in Südamerika. In den großen Städten gibt es eigentlich immer Ferienwohnungen oder Hotels, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugeschnitten sind, in kleineren Orten und Dörfern wird es hingegen schwieriger. Wheelmap gibt es auch als App und ist auf diese Weise ein guter Reisebegleiter auf dem Weg durch Südamerika.

4. Mit dem Auto durchs Land

Im Sinne des barrierefreien Reisens ist es am einfachsten, mit einem rollstuhlgerechten Fahrzeug durch Südamerika zu reisen. Auf diese Weise kann flexibel von A nach B gereist, das gesamte Equipment immer mitgeführt werden und die Notwendigkeit immer wieder in Busse oder Züge ein und auszusteigen entfällt.

5. Highlights in Südamerika: Machu Picchu

Die archäologische Inka-Stätte Machu Picchu wird täglich von rund 2.000 Menschen besucht – auch von Rollstuhlfahrern. Was zunächst unmöglich klingt, nämlich dieses bergige, abgelegene Gebiet zu erreichen, ist mittlerweile relativ gut zugänglich. Es wurde eine Eisenbahnstrecke angelegt, die Reisende nach Machu Picchu bringt und auch mit dem Bus oder Auto von Aguas Calientes aus ist die Stätte gut zu erreichen. Ausgangspunkt für eine Reise nach Peru ist in der Regel Lima, die Hauptstadt des Landes.

6. Highlights in Südamerika: Rio de Janeiro

Keine Hauptstadt aber dennoch eine der faszinierendsten Städte Südamerikas ist Rio de Janeiro. Die Stadt liegt am Meer, eingerahmt von Bergen (unter anderem dem Zuckerhut) mit einem atemberaubenden Panorama. Die Copacabana, die lange Strandpromenade, oder auch die Innenstadt von Rio können mit dem Rollstuhl gut erkunden werden.

7: Highlights in Südamerika: Mit dem Rollstuhl zum Amazonas

Was zunächst unmöglich klingt, ist durchaus machbar: Trotz Behinderung oder Mobilitätseinschränkung ist es möglich, das Amazonas-Gebiet zu erkunden. Zwar können keine Wanderungen durch die Regenwälder auf den nicht ausgebauten Pfaden unternommen werden, dennoch können mit dem Boot verschiedene Ecken des Gebiets erkundet werden und die Unterkunft in barrierefreien Urwald-Lodges sorgt für das authentische Flair.

8. Ohne eine gründliche Planung geht es nicht

Dadurch, dass barrierefreies Reisen in Südamerika noch komplizierter ist als in Deutschland, geht es nicht ohne eine gründliche Planung. Es gibt jedoch Reisebüros, die auf barrierefreien Urlaub in Südamerika spezialisiert sind und bei der Planung von Reiserouten, Buchung von Hotels und Flügen und mit nützlichen Tipps und Tricks behilflich sein können.

9. Den nötigen Versicherungsschutz nicht vergessen

Eine Auslandskrankenversicherung, wie zum Beispiel die Reisekrankenversicherung von Allianz,  gehört für Menschen mit Behinderung und Menschen mit Mobilitätseinschränkung unbedingt dazu. Zwar ist die chronische Erkrankung, die zur körperlichen Einschränkung führt in der Regel nicht mitversichert, unvorhergesehene Verschlechterungen jedoch schon, ebenso alle anderen Erkrankungen, die während einer Reise auftreten können.

10. In manchen Ecken Südamerikas ist Vorsicht geboten

Ein Tipp gilt für grundsätzlich jeden Südamerika-Reisenden: im Land gibt es viele gefährliche Ecken und sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung oder Mobilitätseinschränkung müssen besonders nachts vorsichtig sein. Überfälle, Raub und Einbrüche sind leider nicht selten und um sich davor zu schützen sollten zum Beispiel die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes gründlich studiert werden.