Städtereisen barrierefrei

Mann im Rollstuhl mit einer Broschüre in der Hand
Die Broschüre „Düsseldorf Barrierfrei" ist Ihr perfekter Begleiter für eine rollstuhlgerechte Stadt-Erkundungstour (Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH)

Einfach mal weg. Neues sehen, Kultur erleben, Kneipen besuchen und es sich so richtig gut gehen lassen. Städtereisen können Ihren Horizont innerhalb kurzer Zeit um ein großes Stück erweitern.

Auch als Mensch mit Mobilitätseinschränkung müssen Sie nicht auf Städtereisen verzichten! Viele Metropolen Europas haben sich im Laufe der Jahre auf Besucher, die nicht so flott auf den Beinen sind oder die Welt mit dem Rollstuhl erobern, eingestellt.

Deutsche Städte mit Mehrwert

Innerhalb von Deutschland bemüht sich Düsseldorf, die behindertenfreundlichste Stadt Europas zu werden. Die Marketing und Tourismus GmbH bietet Gästeführungen für Rollifahrer, blinde und gehörlose Menschen an. Viele barrierefreie Unterkünfte laden zum Verweilen ein und die meisten Sehenswürdigkeiten und Lokalitäten der Stadt sind über Rampen zu erreichen. In Düsseldorf ist man auch wegen der jährlich stattfindenden Messe RehaCare besonders auf Menschen mit Handicap eingestellt.

Für Reisende, die sich auf Städtereisen noch sportlich betätigen möchten, ist  die Metropole am Rhein ideal. Das Rheintal bietet kilometerlange, gut geteerte Wege und Ausflüge bis ins Neandertal sind dadurch auch für Rollstuhlfahrer gut durchführbar.

Auch die Bundeshauptstadt Berlin eignet sich als Destination für Menschen mit Mobilitätseinschränkung. So sind laut einer Mitteilung des offiziellen Hauptstadtportals berlin.de bereits seit Ende 2009 alle in Berlin eingesetzten Busse für diese Zielgruppe geeignet. Ebenso sind durch die Verwendung von Niederflurwagen über zwei Drittel aller Straßenbahnhaltestellen für Menschen mit Behinderung nutzbar. 85 Prozent der S-Bahnhöfe sind mit Aufzügen und Rampenanlagen ausgestattet und gut die Hälfte aller U-Bahnhöfe barrierefrei.

Weiter sorgt eine Fülle von barrierefreien Hotels wie zum Beispiel das Scandic-Hotel am Potsdamer Platz für einen angenehmen Aufenthalt in der Bundeshauptstadt.

Eine Frau im Rollstuhl in Salzburg
In Salzburg fühlen sich Menschen mit Mobilitätseinschränkung besonders wohl – kein Wunder, die Stadt ist Gewinnerin des Access City Award 2012 (Foto: Tourismus Salzburg GmbH)

Hürdenfreie Nachbarstädte

Wer die deutsche Landesgrenze verlassen möchte, fühlt sich vielleicht besonders in den niederländischen Städten wohl. In Amsterdam wird Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie die Schaffung von Behindertenparkplätzen und anderen Einrichtungen groß geschrieben.

Ebenso lohnt sich die Reise in die österreichischen Städte Wien, Graz, Salzburg oder Linz. Die Städte der Alpenrepublik bemühen sich seit Jahren, ihren Gästen mit Handicap einen möglichst angenehmen und barrierefreien Urlaub zu ermöglichen.
Salzburg wurde für sein großes Engagement für Barrierefreiheit mit dem Access City Award 2012 ausgezeichnet.

Europäische Städte im barrierefreien Wettstreit

Mit diesem jährlich verliehenen Preis will die EU jene Städte ehren und präsentieren, die beispielhafte Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen in grundlegenden Bereichen des städtischen Lebens ergreifen. Ebenfalls ins Finale kamen die polnische Stadt Krakau, Marburg in Deutschland und Santander in Spanien.

Auch Schweizer Städte haben für Menschen mit Mobilitätseinschränkung einiges zu bieten. Ob St. Gallen, Zürich, Davos oder die Landeshauptstadt Bern, in der Schweiz werden Sie sich als Mensch mit Handicap wohl fühlen.

Eifelturm in der Totale
Ob Rom, Paris, Barcelona oder London, auch Sie entscheiden mit Ihrer Einstellung über die individuelle Barrierefreiheit dieser europäischen Metropolen (Gabi Eder/pixelio.de)

Erobern Sie die Städte dieser Welt!

Wem nach etwas mehr Luftveränderung zumute ist, wird sein Urlaubsglück vielleicht in skandinavischen Städten wie Oslo, Kopenhagen oder Stockholm finden. Barrierefreiheit ist in diesen Städten seit Jahren eine Selbstverständlichkeit.

Wenn Ihnen jedoch der Sinn nach Bella Roma oder der Stadt der Liebe Paris ist, Sie einmal den auf der Tower Bridge in London stehen möchten oder vielleicht in Barcelona auf den Spuren Gaudis wandeln möchten, lassen Sie sich nicht aufhalten!

Erkundigen Sie sich rechtzeitig über die Möglichkeiten in diesen Städten, reservieren Sie ein Zimmer in einem barrierefreien Hotel und lassen Sie sich nicht behindern! Mit der richtigen inneren Einstellung kommen Sie auch mit Handicap viel weiter, als Sie sich vielleicht jemals erträumen hätten lassen.

Was bei einer Städtereise zählt, ist der Wille, eine Portion Mut und Abenteuerlust, Freundlichkeit gegenüber den Menschen, die Ihnen begegnen und Hilfe bieten können und vor allem Optimismus!

 

Text: Michaela Hawlik – 02/2012

Fotos: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH, Tourismus Salzburg GmbH, pixelio.de

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