Urlaubstipp: Langeoog

Leute am Strand (Andrimarc/pixelio.de)
Mit der LangeoogCard können Sie einen Strandkorb im Voraus buchen (Andrimarc/pixelio.de)

Eines vorweg: Die Nordseeinsel mit dem friesischen Namen ist autofrei. Dennoch wird die Insel Jahr für Jahr gerne auf Rädern besucht und erkundet. Nämlich auf Fahrrädern und natürlich auch auf Rollstühlen. Das Eiland ist lediglich elf Kilometer lang und am westlichen, dickeren Ende dreieinhalb Kilometer breit.

Der Wegweiser für barrierefreien Urlaub auf Langeoog, den Sie sich per Mail an kurverwaltung@langeoog.de, telefonisch über 04972/6930 oder mittels dieses Webinterfaces zuschicken lassen können, verspricht Reisenden mit Behinderung im Vorwort folgendes: Vieles sei bereits umgesetzt. Jedoch wolle man ständig daran arbeiten, um besser zu werden. Damit „auch Gäste mit einer vorhandenen Einschränkung sich auf Langeoog rundum wohl fühlen können“. Haben Sie nicht auch Lust auf Meeresbrise bekommen?

Das ostfriesische Bensersiel ist für gewöhnlich die erste Station einer Langeoog-Reise. Von dort aus geht es mit der Fähre zur länglichen Insel. Zusammen mit dem Ticket für die Überfahrt erhalten Sie die praktische LangeoogCard. „Diese elektronische Chipkarte ist als Servicekarte gleichzeitig Fährkarte, Kurkarte, Strandkorbkarte, Eintrittskarte zu Veranstaltungen und mehr“, ist auf www.langeoog.de zu lesen. Die LangeoogCard sollten Sie deshalb während des Aufenthalts immer bei sich tragen.

Ein Allrounder: Die LangeoogCard

Menschen ab 70 GdB bekommen 25% Ermäßigung auf die LangeoogCard, erforderliche Begleitpersonen sind davon befreit. Mit dieser Card wird der Kurbeitrag (2,- bis 3,30 Euro pro Tag, je nach Saison) automatisch berechnet und an einem der Automaten in Langeoog oder Bensersiel abgebucht. Und Sie haben damit täglich eineinhalb Stunden freien Eintritt ins Meerwasser-Erlebnisbad, dürfen die Inselbahn zwischen Hafen und dem Bahnhof Langeoog gratis nutzen und können manche Veranstaltung ermäßigt oder gar kostenlos besuchen.

Mit der besagten Inselbahn geht es direkt in die gleichnamige Ortschaft Langeoog. Dort finden sich mehrere barrierefreie Unterkünfte. Das Haus Kloster Loccum ist besonders familienfreundlich. Es bietet zwei rollstuhlfreundliche Appartements mit je sechs und sieben Betten und einem barrierefreien Bad. Das 6er-Appartment kostet ab 74 Euro pro Nacht – unabhängig von der Personenzahl. Allerdings empfiehlt die Dame am Telefon eine gehende Begleitung, da die Türen für Rollstuhlfahrer umständlich zu öffnen sein könnten. Die Dusche ist jedoch „praktisch ebenerdig“, da kann „ein Rollstuhlfahrer allein duschen“.

Leuchtturm (Hsegger/pixelio.de)
Das Wahrzeichen der Insel ist leider nur über mehrere Stufen erreichbar (Hsegger/pixelio.de)

Zwei Minuten bis zum Strand

Wer es näher am Wasser haben möchte, bucht das Appartement im Hotel „Aquantis am Strand". Dieses Appartement im Erdgeschoss bietet bis zu vier rollstuhlfahrenden Gästen Unterkunft für insgesamt 103 Euro pro Tag. Hier sind die Räumlichkeiten barrierefrei genormt. Vom Hotel aus sind es zwei Gehminuten bis zum Strand und in knapp zehn Minuten ist man in der Ortsmitte. "Allerdings sind die Zimmer auf Langeoog in der Hauptsaison relativ schnell weg", meint die Auskunft vom Aquantis-Hotel, jedoch „geht es in der Nebensaison noch“.
„De Utkieker“, was Plattdeutsch ist und soviel wie Ausguck, Vorschau bedeutet, ist ein beliebtes Magazin. Diese im Sommerhalbjahr monatlich erscheinende Broschüre informiert über „brisenfrische Neuigkeiten auf der Nordinsel“ (Eigenwerbung) und berichtet ausführlich über hiesige Veranstaltungen. Holen Sie sich den „Ausguck“ bei den Service-Centern kostenlos gegen Vorlage der LangeoogCard, bevor Sie die Insel unsicher machen!

Kleines Hindernis, dafür guter Ausblick

Der Wasserturm ist jedenfalls einen Besuch wert. Leider ist er nur „über mehrere Stufen zu erreichen“. Vielleicht wird dieses Wahrzeichen der Insel deshalb im barrierefreien Reiseführer nur am Rande erwähnt. Überwindet diese ein Besucher, hat er einen guten Ausblick über einen Großteil des Eilands. Die Ausstellungsräume des Hauses der Insel sind dagegen fast komplett barrierefrei zugänglich.

Auf Langeoog können Reisende ihr Handy zu einem Reiseführer umwandeln. Mittels eines exklusiven Service können Sie zwei bis drei Minuten lange Hörbeiträge zur Sehenswürdigkeit Ihrer Wahl erhalten. Man wählt eine Nummer an und am Ende eine von sieben verschiedenen Kennziffern, die jeweils für eine Sehenswürdigkeit stehen, und bekommt „umgehend kulturelle und historische Informationen“. Außer den üblichen Verbindungsgebühren fallen hier keine weiteren Kosten an.

Das Wattmeer barrierefrei erleben

Strandspaziergang oder Wattwanderung per Rollstuhl gefällig? Geht nicht, wegen dem Sand, sagen Sie? Da irren Sie sich glücklicherweise mal! Für Strandspaziergänge leihen Sie sich gratis das motorisierte Strandmobil aus, das Sie unter der Telefonnummer 0177-5245847 reservieren. Und zur Erkundung des Wattmeeres holen Sie sich – eine kräftige Begleitperson vorausgesetzt – den Strandrollstuhl beim DLRG (Hauptbad) oder in der Nebensaison beim Kur- und Wellnesscenter.

Zur Ausrüstung des Strandrollstuhls mit Ballonreifen, welcher auch am Wasser entlang gefahren werden kann, gehört ein Sonnenschirm. Auf Langeoog wird Erholung und Entspannung groß geschrieben. Wellnessangebote und Aktivangebote gibt es hier zuhauf. Die zwei Reiterhöfe bieten Reitkurse und geführte Strandausritte an - vorausgesetzt, der Reiter kann sich selbstständig auf dem Pferd halten.

Zu jeder Jahreszeit, denn hier herrscht über die zwölf Monate hindurch das „wohltuende maritime Reizklima“, sagt der Langeoog-Reiseführer. Man darf ihm Glauben schenken. Denn 70 Prozent der Langeoog-Urlauber sind Stammgäste. Sie können nicht irren.


Text: TMI
Fotos: pixelio.de

Sie haben noch Fragen? Stellen Sie diese gleich hier im Forum!

Links zu diesem Artikel