Barrierefrei durch Düsseldorf

Ein Mann sitzt im Rollstuhl und liest die Broschüre "Düsseldorf Barrierefrei". Hinter ihm ist die Kulisse vom Hafen Düsseldorf. (Foto: DMT)
Die Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH ist stolz auf ihre neue Broschüre "Düsseldorf Barrierefrei" (Foto: DMT)

Berge gibt es in Düsseldorf keine. Treppen und Hindernisse allerdings schon. Wie Sie diese als Mensch mit Mobilitätseinschränkung überwinden, verrät „Düsseldorf Barrierefrei“.

„Man muss sich in Düsseldorf sehr gut auskennen, dann funktioniert es, mit dem Rollstuhl durch die Stadt zu kommen“, sagt Karin Wolters. Die Düsseldorferin kennt jeden Winkel ihrer Heimatstadt und weiß, wie sie ihn mit dem Rollstuhl ansteuern kann.

Wer allerdings nicht über soviel Düsseldorf-Know-How wie Karin Wolters verfügt, tut sich beim barrierefreien Erkunden der NRW-Landeshauptstadt schwer.

Barrierefreiheit auf 64 Seiten

„Düsseldorf Barrierefrei“ soll hierbei Abhilfe schaffen. Das im Sommer 2010 erstmals erschienene Nachschlagewerk eröffnet Menschen mit Mobilitätseinschränkung Informationen über die Zugänglichkeit von touristisch relevanten Einrichtungen.

„Düsseldorf Barrierefrei soll ein erster wichtiger Schritt sein, die touristische Vielfalt Düsseldorfs unbeschwert im Voraus planbar genießen zu können“, sagt Dr. Eva-Maria Illigen-Günther, die Geschäftsführerin der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH (DMT).

In dem 64 Seiten starken Heft im DIN-A4-Format finden sich Informationen zu An- und Abreise, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie, Kultur, Shopping und Veranstaltungen. Alle Adressen von „Düsseldorf Barrierefrei“ wurden von der zentralen Anlaufstelle für Belange des barrierefreien Tourismus für Alle in Deutschland (NatKo) erhoben und geprüft. „Ein Mitarbeiter der NatKo ist alle diese Adressen mit dem Rollstuhl abgefahren“, erzählt Philipp Laferi vom Pressereferat der DMT.

„Düsseldorf Barrierefrei“ ist auf Deutsch und Englisch erhältlich. Interessenten können das Nachschlagewerk in den beiden Düsseldorfer Tourismusinformationen in der Altstadt und am Hauptbahnhof beziehen oder im Internet bestellen und herunterladen. Jeder Broschüre liegt der Liniennetzplan der Rheinbahn mit detaillierten Informationen für mobilitätseingeschränkte Menschen bei.

Ein Mann im Rollstuhl liest in der Broschüre "Düsseldorf Barrierefrei" (Foto: DMT)
Mit "Düsseldorf Barrierfrei" im Gepäck kann bei Ihrer rollstuhlgerechten Stadt-Erkundungstour nichts mehr schiefgehen (Foto: DMT)

Blick hinter die barrierefreien Kulissen

Ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands tatsächlich auch so barrierefrei, wie es beim Durchblättern der umfangreichen Broschüre scheint?

„Düsseldorf ist barrierefreier als manche anderen deutschen Städte. Rollifahrer kommen hier besser zurecht“, sagt Karin Wolters: „Die Gehwege in der Stadt sind alle abgesenkt, die Straßenüberquerung funktioniert gut.“
Alle U-Bahnstationen im Innenstadtbereich (außer die Stationen Kleberstraße und Nordstraße) verfügen über Rolltreppen und Aufzüge.

Karin Wolters empfiehlt Menschen, die Unterstützung bei der Benutzung von Bus und Bahn brauchen, den Rheinbahn-Begleitservice. Dieser Service ist ein freiwilliges Angebot der Rheinbahn und für alle Fahrgäste mit Ticket kostenlos.

Laut Karin Wolters ist es in der gesamten Altstadt aus Gründen des Ortsbildschutzes verboten Rampen anzubringen. Einige Sehenswürdigkeiten und Lokale verfügen jedoch über mobile Rampen, die bei Bedarf bereitgestellt werden.

In Düsseldorf werden Stadtführungen für gehörlose, sehbehinderte und mobilitätseingeschränkte Gäste angeboten. Zur REHACARE gibt es sogar zusätzliche Touren.

Barrierefreies Netzwerk mit Zukunft

Umfangreiche und topaktuelle Informationen zu „Düsseldorf Barrierefrei“ bietet die neu konzipierte Seite www.duesseldorf-barrierefrei.de. Hier können Menschen mit speziellen Reisebedürfnissen unter anderem eine barrierefreie Hotelbuchungsmaschine nutzen.

„Düsseldorf Barrierefrei ist ein Projekt, das kontinuierlich vorangebracht wird. Wir bleiben sicherlich nicht beim Status Quo stehen. Die Internetseite wird ausgebaut und neue Produkte werden geschaffen“, sagt Philipp Laferi.

Dass sich das Engagement für „Düsseldorf Barrierefrei“ für die DMT langfristig aus wirtschaftlicher Sicht lohnen wird, ist abzusehen. Mobilitätseingeschränkte Menschen machen in Deutschland heute rund 30 Prozent der Bevölkerung aus. Tendenz steigend.

 

Text: MHA - 10/2010
Fotos: DMT

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