Barrierefrei in Wiesbaden

Eine Rollstuhlfahrerin am Bahnhof
Bei Reisen mit dem Zug sind Rollstuhlfahrer auf Barrierefreiheit angewiesen. Bild: fotolia.com © Gina Sanders (#91119471)

Wiesbaden ist die Landeshauptstadt von Hessen. Mit rund 290.000 Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes. Sie ist nicht nur ein Kurort, sondern auch ein Konferenzzentrum und zählt zu den bekanntesten Orten in der Rhein-Main-Region.

Ein großes Anliegen der Stadt besteht darin, einen ungehinderten Zugang zur Innenstadt und ihren offenen Plätzen, Parks und Spielplätzen zu schaffen. Außerdem ist Wiesbaden sehr darum bemüht, dass alle Veranstaltungen, die auf öffentlichen Plätzen stattfinden, barrierefrei und somit auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sind. Gleiches gilt für Stadtgebäude, die öffentlich zugänglich sind.

Und die Bemühungen lohnen sich: Im letzten Jahr hat Wiesbaden beim „Access City Award“ den zweiten Platz gemacht. Diesen verleiht die Europäische Kommission jedes Jahr am 29. November, dem „Europäischen Tag für Menschen mit Behinderung“, an fünf Städte, die mit bestimmten Aktivitäten und Strategien dafür gesorgt haben, dass sie barrierefrei für beeinträchtigte und ältere Menschen sind. Der erste Platz ging im letzten Jahr an Milan (Italien). Solche Aktionen schaffen Orte, in denen jeder problemlos leben und arbeiten kann.

Doch auch Urlauber mit Behinderung profitieren von Orten wie Wiesbaden. Hier stoßen sie nicht ständig an ihre Grenzen, sondern können problemlos den Tag meistern. Trotzdem bleibt es natürlich gerade für Beeinträchtigte nicht aus, die Reise vorher möglichst genau zu planen. Sie können sich zum Beispiel auf Internetseiten wie reisedeals.com oder im Reisebüro vor Ort über die Wunschreise informieren.

Wichtige Fragen sind dabei unter anderem:

  • Wohin soll die Reise gehen?
  • Ist das Reiseziel auf die Beeinträchtigung ausgerichtet?
  • Mit welchem Verkehrsmittel soll das Reiseziel erreicht werden?
  • Was kann man dort als Beeinträchtigter unternehmen?
  • Und welche Transportmittel müssen dafür gegebenenfalls im Voraus gebucht werden?

Die Antworten für eine Reise nach Wiesbaden finden Sie hier.

Ankunft mit dem Flugzeug

Der Frankfurter Flughafen liegt nicht weit von Wiesbaden entfernt. Die Fahrt mit dem Auto oder der S-Bahn dauert etwa 30 Minuten. Daher lohnt sich eine Anreise mit dem Flugzeug. Beeinträchtigte sollten sich bereits bei der Flugbuchung erkundigen, was bei der Mitnahme von Sondergepäck wie Rollstuhl, Gehhilfe oder Blindenhund zu beachten ist. Für sehbehinderte oder hörgeschädigte Menschen empfiehlt sich ein Flugbegleiter. Ein solcher Betreuungsservice muss allerdings spätestens 48 Stunden vor dem Abflug bei der jeweiligen Fluggesellschaft angemeldet werden.

Reisen mit der Bahn

Wer mit dem Zug nach Wiesbaden fährt, findet an den Gleisen 1 und 2 Ein- und Ausstiegshilfen. In der Haupthalle und dem westlichen Eingang befinden sich Telefone, die auch für Rollstuhlfahrern gut erreichbar sind. Zudem sind alle Ebenen und Gleise stufenfrei ausgerichtet. Auf dem Querbahnsteig in Höhe des Gleises 10 gibt es eine barrierefreie Toilette. Grundsätzlich steht Menschen mit Behinderung die Mobilitätsservicezentrale zur Verfügung. Sie hilft bei sämtlichen Fragen rund um das Thema Bahnfahren. Rollstuhlfahrer sollten früh genug geeignete Plätze reservieren.

Mit dem Bus durch die Stadt

Alle 230 Busse Wiesbadens sind barrierefrei. Sie alle haben niedrige Flure und taktile Haltegriffe mit Farbkontrast. Die Ankündigungen über den nächsten Halt erfolgen nicht nur schriftlich, sondern auch hörbar. Die Rampen der Busse haben eine Tragfähigkeit von bis zu 300 Kilogramm. Außerdem ist die Stadt noch dabei, auch die Bushaltestellen zugänglich zu machen. Etwa 150 von ihnen, hauptsächlich die in der Wiesbadener Innenstadt, wurden bereits mit LED-Hinweisschildern und Sprechanlagen ausgestattet.

Mit dem Auto unterwegs

Wer lieber Auto fährt, statt die Öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, hat dennoch gute Karten. Denn in Wiesbaden gibt es zahlreiche behindertengerechte Parkplätze. Eine entsprechende Liste lässt sich als PDF herunterladen. 

Auf Tour in der Stadt

Auch im Rollstuhl kann man sich in Wiesbaden gut bewegen. Im Straßenraum wurden einige Vorkehrungen getroffen, um beeinträchtigten Menschen entgegenzukommen. Dazu gehören taktile Führungsleisten und abgesenkte Bordsteinkanten. Hörbare Signale erleichtern das Überqueren von Ampeln an Kreuzungen. Die Spielplätze sind so ausgestattet, dass auch beeinträchtigte Kinder darauf spielen können. Außerdem stehen 14 öffentliche Behindertentoiletten zur Verfügung. Für diese gibt es den sogenannten Euro-WC-Schlüssel. Gegen Vorlage des Behindertenausweises und 18 Euro Pfand ist dieser im Tiefbau- und Vermessungsamt, Gustav-Stresemann-Ring 15, erhältlich.

Unternehmungen in Wiesbaden

Wiesbaden hat viele historische Gebäude und ist generell für seine schönen Schlösser bekannt. Ein Beispiel ist das Schloss Biebrich mit seiner großen, frei zugänglichen Parkanlage.

Als Kurort bietet sich natürlich auch ein Besuch in der Therme an. Die Mattiaqua ist für Rollstuhlfahrer geeignet. Der Vordereingang ist mit einer Rampe versehen. Zudem gibt es eine automatische Türöffnung, einen Aufzug und eine Behindertentoilette. Nicht weit von Wiesbaden lockt der Taunus mit dem Opel-Zoo und dem Römerkastell in Saalburg. Dieses ist eingeschränkt barrierefrei.

Unterkünfte

Wiesbaden hat eine Vielzahl barrierefreier Unterkünfte für Urlauber mit Beeinträchtigung. Zum Beispiel verfügen einige Hotels über sehr viele behindertengerechte Maßnahmen. Hier gibt es neben barrierefreien Zugängen oftmals auch automatische Türöffnungen, Aufzüge sowie barrierefreie Zimmer mit entsprechenden Duschen und WCs. Je nach Bedarf gibt es auch Hotels mit zugänglichen Tagungs- und Konferenzräumen und Restaurants. Teils existieren auch Hilfen für Hörgeschädigte. In den meisten Fällen stehen Mitarbeiter zur Verfügung, die Beeinträchtigten Hilfestellungen leisten.

Hier einige Beispiele für behindertengerechte Unterkünfte in Wiesbaden:

  • Hotel Achat, Mauritiusstraße
  • Hotel Crowne Plaza, Bahnhofstraße
  • Hotel Dorint Pallas, Auguste-Viktoria-Straße
  • Hotel Radisson SAS Schwarzer Bock, Kranzplatz
  • Jugendherberge, Blücherstraße

Doch nicht nur Wiesbaden selbst, sondern auch das Umland bietet behindertengerechte Unterkünfte für Urlauber in Form von geräumigen Ferienhäusern oder Ferienwohnungen.

Gastronomie

Auch im Bereich Gastronomie ist viel für Menschen mit Beeinträchtigung dabei. So bieten viele Restaurants oder Cafés barrierefreie Zugänge, behindertengerechte WCs, automatische Türöffnungen und Aufzüge. Hier gibt es ebenfalls sehr häufig Mitarbeiter, die Hilfestellungen leisten.

Beispiele für solche Gastronomiebetriebe sind die folgenden:

  • Adechser Ratskeller, Schloßplatz
  • Asia Wok, Kirchgasse
  • Literatur-Café, Frankfurter Straße
  • LEIB & SEELE, Willy-Brandt-Allee
  • Schröers Café & Bistro, Mainzerstraße

Es gibt noch weitere gastronomische Einrichtungen, die in vielen Punkten behindertengerecht gestaltet sind.

Weitere Informationen

In Wiesbaden setzt man auf eine gute Kommunikation zu beeinträchtigten Menschen. So liefert die Faltkarte „Wo ist Wiesbaden barrierefrei“ viele Informationen für unterwegs. Zudem gibt es die praktische App „Wiesbaden barrierefrei“ oder die gleichnamige Internetseite. Hier sind in verschiedenen Themenfeldern etwa Arztpraxen, Krankenhäuser oder Hotels angegeben, wo sich beeinträchtige Menschen ohne Hindernisse bewegen können.