Menschen mit Behinderung auf Geschäftsreisen

Eine Vertragsunterzeichnung. (Foto: Petra Bork/pixelio.de)
Trotz moderner Technik können gewisse Geschäftstermine nur persönlich wahrgenommen werden. (Foto: Petra Bork/pixelio.de)

Menschen mit Behinderung auf Reisen ist schon eine Seltenheit. Dass sich jedoch Menschen mit einer Behinderung auf Geschäftsreise begeben, scheint für viele schier unvorstellbar.

Urlaubsreisen erfordern für Menschen mit Behinderung bereits eine präzise Vorplanung. Bei einer anstehenden Dienstreise kommt der Planung aber eine noch größere Bedeutung hinzu. Die Chancen während einer Geschäftsreise auf unüberwindbare Hindernisse zu stoßen, sind um ein Vielfaches größer als auf einer Ferienreise.

Frühzeitige Kontaktaufnahme

Mit dem Geschäftspartner sollte möglichst früh Kontakt aufgenommen werden. Falls die Räumlichkeiten des Geschäftspartners nicht barrierefrei sein sollten, kann früh genug nach einem alternativen Raum für das Meeting Ausschau gehalten werden.

Dank modernster Technologien können heute viele Meetings bequem am eigenen Arbeitsplatz abgehalten werden. Unnötige Face-to-Face Meetings sind seltener geworden. Dank Videokonferenz beziehungsweise Videotelefonie kann man sich sogar direkt in die Augen schauen, wenn man möchte.

Ein Flugzeug vor dem Start (Foto: Erich Westendarp/pixelio.de)
Immer mehr Fluggesellschaften verlangen eine Beurteilung der medizinischen Reisetauglichkeit. (Foto: Erich Westendarp/pixelio.de)

Wahl des Transportmittels

Falls der Geschäftstermin persönliches Erscheinen voraussetzt, gilt es das persönlich beste Transportmittel zu wählen. Für Viele ist und bleibt das bequemste Verkehrsmittel das Auto. Sollte jedoch der Zug als Transportmittel gewählt werden, ist es ratsam, vorab mit dem Bahnbetreiber Kontakt aufzunehmen. Besonders, wenn Hilfe beim Ein- und Aussteigen benötigt werden sollte.

Ist das Reiseziel bequemer mit dem Flugzeug erreichbar, ist zu beachten, dass immer mehr Fluggesellschaften eine Beurteilung der medizinischen Flugreisetauglichkeit (SAF, MEDIF) verlangen. Wer häufiger auf das Flugzeug als Transportmittel wählt, sollte eine FREMEC machen. Der Transfer vom Bahnhof respektive vom Flughafen ins Hotel kann meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln vonstattengehen. Wohl etwas teurer, aber dafür umso bequemer und schneller ist das Taxi.

Business-Hotel (Foto: www.foto-fine-art.de/pixelio.de)
Bei einer Dienstreise empfiehlt es, sich eine Business-Hotel zu buchen, da die Dienstleistungen und die Infrastruktur oft keine Wünschen offen lassen (Foto: www.foto-fine-art.de/pixelio.de)

Die richtige Unterkunft

Die Lage des Hotels sollte bei der Wahl der Unterkunft einen entscheidenden Faktor spielen. Je näher der Geschäftstermin beim Hotel liegt, desto zeitsparender ist die Anreise. Im allerbesten Fall kann der Geschäftstermin in den Räumlichkeiten des Hotels durchgeführt werden. Beim Buchen des Hotels bieten sich die führenden Online-Portale wie hrs.de, booking.com an, da diese einfach und unkompliziert die günstigsten barrierefreien Hotels anzeigen.

Aber auch über MyAdress von der Stiftung MyHandicap kann man zuverlässig nach einer Unterkunft für mobilitätseingeschränkte Reisende suchen. Es empfiehlt sich bei einer Dienstreise ein Business-Hotel zu wählen, da die Dienstleistungen, die Infrastruktur und die Zimmerausstattung keine Wünsche offen lassen. Speziell größere Hotelketten wie Motel One, Radisson oder Hilton, bieten sich an beziehungsweise haben sich für Menschen mit Behinderung bewährt.

Tatsächlich barrierefrei?

Dass „barrierefrei“ nicht immer gleich barrierefrei ist, haben schon viele Menschen mit Behinderung schmerzlich zu spüren bekommen. Auch wenn gemäß Informationen das Hotel über die entsprechende Infrastruktur verfügen sollte, ist es wichtig, mit dem Hotel vorab persönlich Kontakt aufzunehmen.

Vergewissern sie sich, dass der Aufzug und die Türen tatsächlich über die nötige Breite und das Bad auch über die benötigte Barrierefreiheit verfügen. Auch der barrierefreie Zugang zu allen Angeboten des Hotels ist wichtig im Voraus zu erfragen - zumindest der Essensbereich und beispielsweise die Lobby sollte ohne Einschränkungen zugänglich sein.

Falls spezifische Bedürfnisse vorhanden sind, ist eine höfliche, offene und ehrliche Kommunikation mit dem Personal angebracht. Somit steht einer erfolgreichen Geschäftsreise für Menschen mit Behinderung nichts mehr im Wege.

 

Text: Simon Müller - 12/2012

Bilder: pixelio.de

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