Scandic Hotels für Barrierefreiheit ausgezeichnet

In Deutschland leben 9,6 Millionen Menschen mit einer Behinderung. Damit sie Urlaub machen können, müssen Hotels barrierefrei sein. Obwohl die Branche die Bedürfnisse von Gästen mit Handicap zunehmend stärker berücksichtigt, gibt es große Unterschiede. Wie man wirkliche Barrierefreiheit herstellt, zeigt die nachhaltige Hotelgruppe Scandic.

Dass Barrierefreiheit in unserer Gesellschaft an Bedeutung gewinnt, ist nicht neu. Angesichts immer älter werdender Menschen steigt die Zahl derer, die mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen haben. Darauf müssen Architekten und Gebäudeplaner Rücksicht nehmen. Ein allgemeiner Standard für Barrierefreiheit besteht allerdings nicht, das offenbart sich vor allem auf Reisen. Maßstäbe in Sachen Barrierefreiheit setzt die Hotelgruppe Scandic mit mehr als 230 Hotels in ganz Europa.

Rollstuhlgerecht ist noch nicht barrierefrei

Was brauchen Menschen mit Handicap, wenn sie in den Urlaub fahren? Wann ist ein Hotel barrierefrei? Diese Frage ist mitunter schwer zu beantworten. Schließlich ist jede Einschränkung anders und das Bild von "den Behinderten" vielfach nicht differenziert genug. Planer haben häufig das Bild des Rollstuhlfahrers im Kopf, denken an Aufzüge, Rollstuhlrampen, breite Gänge und Türen. Dabei bedeutet rollstuhlgerecht noch nicht barrierefrei - denn Querschnittslähmung und der Funktionsverlust von Gliedmaßen machen nur knapp 40 Prozent der Behinderungen aus.

Scandic Hotels Deutschland für Barrierefreiheit ausgezeichnet

Wer ein barrierefreies Hotel konzipieren möchte, muss weiter denken. Welche Bedürfnisse haben ältere Menschen, welche haben wiederum Gäste mit Sprach- und Sprechstörungen? Was benötigen taube oder schwerhörige Menschen? Wie geht man mit Gästen um, die verhaltensauffällig sind? All das sind Fragen, die bei der Erarbeitung eines Konzepts zur Barrierefreiheit eine Rolle spielen - und die Scandic Hotels Deutschland in ausgezeichneter Weise beantwortet hat.

Ein umfassender 110-Punkte-Plan, maßgeblich geprägt von dem Barrierefreiheitsbeauftragten Magnus Berglund, stellt den Reisekomfort für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sicher. Für dieses, bereits 2003 initiierte Barrierefreiheitsprogramm erhielten das Scandic Hamburg Emporio und das Scandic Berlin Potsdamer Platz Anfang 2015 den "Goldenen Rollstuhl" der Organisation Zentrum selbstbestimmtes Leben Stuttgart in der Kategorie "Hotels und Unterkünfte" sowie das deutschlandweit geltende "Reisen für Alle"-Siegel.

Den Einzelnen im Blick - Barrierefreiheit im ganzen Hotel

Doch was ist das Besondere an dem Barrierefreiheitskonzept von Scandic? Es nimmt alle Gäste in den Blick und fragt, was Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen brauchen. Das beginnt bei extrabreiten Fluren und Türspionen auf Sitzhöhe, geht über Wegweiser in Blindenschrift bis hin zu vibrierenden Weckern für Hörgeschädigte. Doch nicht nur die Einrichtung des Hotels ist auf Menschen mit Behinderung ausgerichtet, auch das Personal wurde entsprechend geschult. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter aufmerksam und diskret zugleich sind und einen ganz natürlichen Umgang mit dem Handicap des Gastes pflegen. Ein Ansatz, der dem Inklusionsgedanken voll entspricht: Betroffene unterstützen, wo es nötig und hilfreich ist und sie ansonsten genauso behandeln wie Gäste ohne Handicap.

Text: Philipp Jauch - 06/2015

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