Interview mit Michael Schneller / pädiVital zu den Themenabenden "Inklusion"

pädiVital-Mitglieder diskutieren mit Experten, welche Lösungen zur Inklusion von Kindern mit Einschränkungen der körperlichen und motorischen Entwicklung in den Kindergarten und die Schule angeboten werden müssen.

Ab Oktober 2014 wird pädiVital zusammen mit dem Hilfsmittelhersteller Thomashilfen Themenabende zum Thema Inklusion durchführen. Diese finden in Berlin (Nicolai) und Tübingen (Brillinger) statt.

Frage: Herr Schneller, Sie sind der Vorsitzende von pädiVital und befassen sich seit langer Zeit mit dem Thema Inklusion. Warum haben sich die pädiVital-Mitglieder entschlossen, die Themenabende Inklusion zu organisieren?

Michael Schneller: Durch die Umsetzung der UN Konvention verändern sich die Anforderungen an die Versorgung von betroffenen Kindern und Jugendlichen maßgeblich. Auch die Schulen stehen zurzeit vor großen Herausforderungen. Wir wollen von den Experten lernen, wie wir künftig eine optimale Unterstützung bei der Realisierung der Inklusion bieten können.

Frage: Welche Bedeutung hat "Inklusion" für die pädiVital-Mitglieder? Ist es im Alltag bei der Versorgung Ihre Kinder und Jugendlichen überhaupt ein Thema?

Ein Protraitbild von Michael Schneller (Foto: Michael Schneller)
MyHandicap-Fachexperte Michael Schneller engagiert sich für behinderte Kinder. (Foto: Michael Schneller)

Michael Schneller: In der Vergangenheit wurden die Versorgungen häufig in speziellen Einrichtungen umgesetzt. In diesen Einrichtungen war der Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen täglich gelebte Routine. Die Versorgung wurde eng zwischen "Experten" abgestimmt.

Die Umsetzung der Inklusion bedeutet für viele Lehrer von Regelschulen eine neue Herausforderung. Häufig fehlen notwendige Informationen, welche Hilfsmittel die Mobilität und Teilhabe unterstützen können. Beispielsweise sind in vielen Fällen die baulichen Gegebenheiten nicht optimal - hier können pädiVital-Mitglieder durch eine individuelle Beratung Lösungen anbieten.

Ebenfalls stellen wir fest, dass die Schulbegleiter oft noch Informationsbedarf haben, um eine optimale Unterstützung durchführen zu können. Auch hier können pädiVital-Mitglieder ihre Erfahrung weitergeben.

Frage: Wie werden die Themenabende ablaufen, um was genau wird es dabei gehen und wer wird daran teilnehmen?

Michael Schneller: Im Vordergrund soll der Austausch zwischen Experten stehen. Daher laden wir Lehrer, Vertreter von karitativen Organisationen und Selbsthilfegruppen ein. Wir werden kleine Vorträge zu Grundsatzfragen der Inklusion, zum Thema Mobilität/Teilhabe und zum Einsatz von Hilfsmittel vorbereiten. Diese geben uns den Einstieg in die spätere Diskussion. Nach den Vorträgen erhoffen wir uns eine rege Diskussion.

Veranstaltungsorte und Termine:
Tübingen (Brillinger) - 01.10.2014 - Bericht zur Veranstaltung
Berlin (Nicolai)


In Tübingen wird MyHandicap-Botschafter Justin Black als Referent die Betroffenenseite zur Sprache bringen.

Frage: Haben die Kinder und ihre Eltern überhaupt einen Nutzen von diesen Veranstaltungen? Werden Erkenntnisse aus den Themenabenden sich in der Versorgung der Kinder widerspiegeln?

Michael Schneller: Wir werden die Erkenntnisse dazu nutzen, zusammen mit den pädiVital-Experten neue Versorgungskonzepte zu erarbeiten. Beispielsweise erfolgt seit dem letzten Jahr eine umfassende Qualifizierung von pädiVital-Fachberatern. Die Erkenntnisse der Themenabende werden wir in diese Qualifizierungsmaßnahme einbringen. Hierbei verfolgen wir das Ziel, die pädiVital-Mitglieder dazu in die Lage zu versetzen, eine optimale Versorgung umsetzen zu können und eine umfassende Beratung anzubieten.

Frage: Wie können pädiVital-Mitglieder Eltern und Mitarbeiter von Schulen und Kindergärten unterstützen, wenn es um die Umsetzung von "Inklusion" in Schulen und Kindergärten geht?

Michael Schneller: Wir denken darüber nach, wie wir unser umfassendes Wissen künftig an Schulbegleiter und Lehrer weitergeben können. Das Konzept hierfür werden wir auf der Basis der Themenabende entwickeln.

Herr Schneller, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

 

Text: pädiVital - 04/2014
Bild: rehaVital, Michael Schneller
 

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