Wenn die Welt wieder mal untergeht...

Ortsschild, auf dem das Wort "Welt" durchstrichen ist. (Bild: geralt/pixelio.de)
Das Ende der Welt ist nah? Mit unseren Tipps kommen Sie unbeschadet davon. (Bild: geralt/pixelio.de)

2012 wird ein Schicksalsjahr. Zum erneuten Male. Unsere Erde hat bereits unzählige angekündigte Weltuntergänge überstanden. Und doch gibt es diesmal wieder offene Fragen. Die wichtigste ist: Wird der nächste Weltuntergang barrierefrei? MyHandicap sucht nach Antworten.

Die Maya prophezeiten auf einem steinernen Kalender, der 21. Dezember 2012 würde der letzte Weltentag werden. Manche munkeln, auf dem Stein sei schlichtweg kein Platz mehr für weitere Tage gewesen. Trotzdem müssen wir uns auf solche Eventualitäten vorbereiten. Sicher ist sicher.

Allerdings gibt es nicht den einen Weltuntergang, sondern eine Vielzahl von verschiedenen Szenarien. Für die einen ist es bereits die Absage eines Konzerts ihrer Lieblingsband, für andere erst die Implodierung eines kompletten Planeten. In Aufklärungsfilmen wie „Deep Impact“, „2012“ oder „Lindenstraße“ können Sie sich zu den zahlreichen Szenarien informieren.

Wie bereitet sich also eine moderne, fortschrittliche Gesellschaft optimal auf das Ende der Welt vor? Wie soll man sich angesichts des Armageddons verhalten? Auch für die Zeit danach – und das wurde bislang sträflich vernachlässigt – bedarf es einiges an Überlegungen. Denn die Geschichte hat gelehrt, dass Weltuntergänge meistens anders verlaufen als geplant.

Jesus-Kreuz vor einer grau-düsteren Landschaft. (Bild: martelo/pixelio.de)
Düstere Weltuntergänge werden meistens von Religionsgemeinschaften angekündigt. (Bild: martelo/pixelio.de)

Volle Teilhabe einfordern

Insbesondere Menschen mit Behinderungen stehen vor zusätzlichen Herausforderungen: Inwieweit wird die Doomsday-Veranstaltung für Rollstuhlfahrer zugänglich sein? Werden für hörbehinderte Menschen wichtige akustische Signale visualisiert? Und dürfen Blindenhunde überhaupt mitkommen?

Falls Sie unsicher sind, ob Ihre Accessibility gegeben ist, fragen Sie bei der Armaggentur nach, welche den Weltuntergang ankündigt und organisiert. Das sind in der Regel Religionsgemeinschaften. Bestehen Sie auf Ihre Rechte und drohen Sie ansonsten mit einer Diskriminierungsklage (im Eilverfahren, ansonsten könnte der Prozess nicht pünktlich zustande kommen!). Schließlich hat jeder Mensch das Recht auf volle Teilhabe – ob mit oder ohne Handicap!

Ein paar praktische Tipps

Machen Sie keine Hamsterkäufe. Das müssen Sie heutzutage nicht – in Zeiten von Tankstellen mit 24stündigen Öffnungszeiten und Lieferservices, die Sie innerhalb einer Viertelstunde mit Pizza & Co. versorgen.

Wir empfehlen Ihnen außerdem, bestehende Versicherungspolicen und Sparverträge nicht aufgrund eines angekündigten Endes der Welt aufzukündigen. Auch nicht die Lebensversicherungen.

Aber machen Sie sich bitte nicht allzu viele Sorgen. Denn die Zahlen sind deutlich auf Ihrer Seite: Statistiker errechneten eine an mit Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass Weltuntergänge ohne erwähnenswerte Folgen über die Bühne gehen. Eine hundertprozentige Garantie können wir Ihnen aber leider nicht geben.

Illustration eines Meteoreinschlags auf die Erde. (Bild: Donald Davis/wikipedia)
Sieht ungemütlich aus. Aber keine Sorge! Die allermeisten Apokalypsen haben keinerlei Wirkung auf Sie. (Bild: Donald Davis/wikipedia)

Don’t panic!

Wenn der Tag des Jüngsten Gerichts endlich da ist: Gehen Sie Ihrem gewohnten Alltag nach, halten Sie jedoch Ausschau nach verdächtigen Zeichen. Funktioniert Ihr Toaster noch? Bewegt sich der Sekundenzeiger Ihrer Uhr normal? Ist Ihr Chef auch heute so drauf wie jeden Tag? Wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantworten, haben Sie nichts zu befürchten.

Sobald ein anspruchvollerer Weltuntergang – zum Beispiel eine Sintflut oder gar ein zweiter Urknall – im Gange ist, kann es allerdings etwas ungemütlich werden. Bewahren Sie trotzdem Ruhe und folgen Sie den Anweisungen des Sicherheitspersonals.

Vorbei! Was nun?

Sie haben die angekündigte Apokalypse unbeschadet überstanden? Glückwunsch! Sie dürfen sich fortan als Weltuntergangsveteran bezeichnen. Machen Sie sich einen Tee, lehnen Sie sich entspannt zurück und erfreuen Sie sich an Ihrem alten-neuen Leben! Bis zum nächsten Weltuntergang.

Dieser Artikel ist Satire. Ereignisse, die Welten in kürzester Zeit in den Abgrund reißen, sind eher Fiktion. Im Gegensatz dazu ist ein schleichendes Ende der Welt – zumindest der Welt, wie wir sie heutzutage kennen – nicht unwahrscheinlich. Leisten Sie Ihren Beitrag und helfen Sie mit, die Umwelt zu schützen.

Text: Thomas Mitterhuber – 01/2012

Bilder: pixelio.de, wikipedia

Quelle: Dr. Amandus Rost

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