Schönsein ohne 08/15-Schablone

Eine bunte Kette. (Bild: Gabi Schoenemann/pixelio.de)
Schönheit ist bunt! (Bild: Gabi Schoenemann/pixelio.de)

Schönheit kommt von innen! Das sagt sich so leicht. Vor allem, wenn man nicht im Rollstuhl sitzt. Bei Menschen mit Handicap wird doch sowieso immer als Erstes ihre Behinderung wahr genommen. Warum soll man sich dann noch rausputzen? Um sich selbst wohl zu fühlen und selbstbewusst durchs Leben zu gehen!

Wäre doch gelacht, wenn Menschen im Rollstuhl nicht genauso schön sein dürfen wie Menschen ohne ständigen Wegbegleiter! Ob mit oder ohne Rollstuhl, Schönheit und Attraktivität kommen tatsächlich von innen. „Innere Zufriedenheit trägt man nach außen“, weiß Michelle Zimmermann, die Initiatorin und Projektleiterin der Miss Handicap Wahl in der Schweiz.

„Ja“ sagen

"Immer mehr Leute versuchen, sich dem 08/15-Bild von Schönheit anzupassen. Das ist doch langweilig. Wenn man eine Besonderheit hat und die ins rechte Licht rückt, ohne sie auszustellen, dann ist das speziell schön" sagt Michelle Zimmermann und ergänzt: "Mit einem schönen Make-up, hübschen Kleidern oder einer tollen Frisur kann man so viel aus sich rausholen."

Kopf hoch

Bloß woher nimmt man dieses Selbstbewusstsein, wenn es einem nicht in die Wiege gelegt wurde? Wichtig ist, sein Leben in die Hand zu nehmen. Sich nicht gehen zu lassen. „Ich habe nichts an meinem Make-up oder meiner Kleidung verändert seit ich auf den Rollstuhl angewiesen bin“, sagt Ines Kiefer, Sonderpreisgewinnerin des Schönheitswettbewerbs „Beauties in Motion“. „Man muss sich wohl fühlen, nichts erzwingen und keine Maske auflegen und versuchen jemand zu sein, der man gar nicht ist“, rät Kiefer.

Wichtig ist auch die positive Grundstimmung. Wer anderen Menschen positiv begegnet, wird auch viel Gutes zurückbekommen. „Menschen mit Handicap können oft keine offene Körperhaltung einnehmen. Deshalb ist es wichtig, freundlich zu wirken, nicht muffig durchs Leben zu gehen“, sagt Ines Kiefer. Begeben Sie sich einen Tag bewusst mit einem Lächeln im Gesicht auf die Straße und einen Tag absichtlich miesepetrig. Und fühlen Sie den Unterschied? Nicht nur, dass die Menschen ganz anders auf Sie reagieren. Auch Sie fühlen sich tatsächlich besser oder schlechter. Denn wer lächelt, wird nach und nach tatsächlich fröhlich!

Gutes gönnen

Und wer fröhlich ist, bekommt Lust, etwas für sich und seinen Körper zu tun. Frisch geduscht fühlt man sich sofort besser und mit dem Lieblingsparfum am Hals gleich noch einmal so gut! Gönnen Sie sich einen neuen Duft! Lassen Sie sich für Ihr Sommerparfum 2009 beraten. Nehmen Sie sich Zeit! Der Duft wird mit Ihnen durch den Sommer fliegen.

Zeit nehmen

Viele Menschen mit Handicap hetzen von einem Termin zum nächsten. „Da reicht die Zeit meist nicht aus, um sich auch noch hübsch zu machen“, weiß Michelle Zimmermann. Die selbstbetroffene Frau rät, sich einen leicht zu pflegenden Haarschnitt machen zu lassen, der gut zum Typ passt und sich trotz vieler Verpflichtungen bewusst Zeit für die äußere Schönheit zu nehmen. „Auch wenn die anderen nicht wahrnehmen, ob man geschminkt ist oder nicht, es macht für einen selbst einen Unterschied“, weiß Zimmermann.

Schönes betonen

Es ist wichtig, sich trotz Handicap genauso zurecht zu machen und schöne Kleider zu tragen. Die Kleider sollen zweckmäßig sein und betonen, was man gerne zeigen möchte. Nichts verstecken, sondern die schönen Stellen hervorheben. „Wer eine tolle Halskette ums Dekolletee trägt, lenkt den Blick automatisch dorthin“, rät die Miss Handicap Initiatorin.

Glitzerndes Make-up, perfekt gefeilte Fingernägel und eine Frisur, bei der jede Strähne am richtigen Platz liegt, sind farblos, wenn das innere Strahlen des Menschen fehlt. „Nur wer innerlich glücklich ist, kann nach außen strahlen“, sagt Michelle Zimmermann und ergänzt: „Menschen mit Handicap tragen soviel Potenzial nach innen. Wenn sie das auch nach außen tragen, sind sie wunderschön!“


Text: MHA 

Bild: pixelio.de

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