Feedback von Betroffenen zum Botschafterbesuch

Im folgenden finden Sie eine Rückmeldung von einer Person, die das Angebot eines Besuchs durch einen MyHandicap-Botschafter wahrgenommen habt.

Feedback zu Botschafterin Dagmar Marth:

Feedback über meinen Unfall vom April 2010.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich hatte im April 2010 einen schweren Verkehrsunfall bei dem mir mein linker Unterschenkel entfernt werden musste.

Als ich auf der Intensivstation aufwachte und mir mitgeteilt wurde, was geschehen war, brach für mich eine Welt zusammen. Ich hatte aufgrund dieser Nachricht für einen längeren Zeitraum meinen Lebensmut verloren. Durch die vielen Nachoperationen ging es mir gesundheitlich sehr schlecht und ich musste mich erstmal neu orientieren.

Ich bin sehr froh gewesen, dass meine Familie die ganze Zeit zu mir gestanden hat. Ich hätte nicht gewusst, wie ich die Zeit sonst überstanden hätte. Meine Frau und mein Sohn haben in dieser schweren Phase ihr Bestes gegeben und sind in dieser Zeit an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit gegangen. Durch die psychologische Betreuung von seitens des Krankenhauses und auf Grund der vielen Gespräche mit der Ärztin ging es mir besser, aber ich musste leider feststellen, dass die Angehörigen in dieser Zeit mit sich allein gelassen werden und sie genauso eine psychologische Betreuung gebraucht hätten, um diesen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Die Angehörigen fallen nach meiner Sicht in ein noch größeres Loch, da sie zusätzlich noch den Alltag weiter meistern müssen.

Ein weiterer Grundstein war der Besuch der Botschafterin Frau Marth von der Stiftung MyHandicap. Dieser Besuch und die vielen Gespräche gaben mir die Kraft, mich meiner neuen Situation zu stellen und weiter in die Zukunft zu schauen. Ich möchte noch sagen, dass ein Austausch zwischen Betroffenen ganz wichtig ist. Durch diese Treffen habe ich begriffen, dass es ein Leben auch nach dem Unfall gibt. Weiterhin ist noch festzustellen, dass man die Familienangehörigen mit in die Therapie integriert. Sie erleiden genauso ein Trauma wie der Betroffene selbst. Wichtig wäre eine Anlaufstelle in Berlin. Dort kann man persönlichen Kontakt herstellen und sich Hilfe aufzeigen lassen. Wir finden zusammen sicher eine Lösung. Alleine ist niemand und Menschen mit Behinderung sind auch nur Menschen wie du und ich.

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