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für Menschen mit Behinderung

Schnee, Ski und Spaß: Wintersport ohne Behinderung

Menschen mit Handicap müssen im Winter nicht auf die sportliche Nutzung des Schnees verzichten, denn das Wintersportangebot für Menschen mit Behinderung ist groß: Skifahren, Hockey, Langlauf… Da findet jeder etwas!

Wer die Auswirkungen seiner kulinarischer Sünden über die Festtage gerne wieder loshaben möchte, der sollte den Schnee nutzen und sich sportlich betätigen. Das Angebot an Wintersportarten für Menschen mit Behinderung ist heutzutage sehr groß.

Monoski für rasanten Pistenspaß

Wer die Geschwindigkeit liebt, der wird im Monoski das ideale Sportgerät finden. Auf einem Carvingski ist ein gefederter Rahmen mit einer Sitzschale angebracht. Das Gleichgewicht hält man mit kleinen Skiern am Ende von zwei kurzen Stöcken.

Dieses Sportgerät ist geeignet für Menschen mit Querschnittlähmung, Spina Bifida oder Multipler Sklerose, aber auch für Personen mit einer beidseitiger Oberschenkelamputation oder einer Cerebralparese. Wichtig für die Nutzung des Monoskis sind eine gute Rumpfstabilität, funktionierende obere Extremitäten, Greiffunktion der Hände, und Flexion der Hüft– bzw. Kniegelenke. Alles zum Thema Monoski finden Sie auf dieser Website: www.monoskikurs.de.

Gute Rumpfstabilität vorausgesetzt

Eine stabilere Variante ist der Bi-Ski. Da dieses Gerät auf zwei Skiern steht, gleitet es stabiler, verliert dafür an Wendigkeit. Ob mit oder ohne Skistöcke, hier braucht der Wintersportler eine Begleitperson, die lenkt. Somit ist dieses Sportgerät auch geeignet für Menschen mit einer Cerebralparese, Tetraplegie oder Hemiparese. Einzige Voraussetzung zum Mitfahren ist die Fähigkeit, angewinkelt sitzen zu können.

Ein ähnliches Prinzip wie beim Bi-Ski wird auch beim Langlauf angewendet. Hier kann man mit einem Langlaufschlitten über die Loipen gleiten. Der Sportler ist fest mit Gurten auf dem Sitz angeschnallt und kann im Falle eines Sturzes schnell wieder hochkommen. Voraussetzung für den Sport sind wie beim Monoski eine gute Rumpfstabilität und gut funktionierende obere Extremitäten.

„Eine weitere Alternative für Menschen mit Gehbehinderung, denen das Monoski nicht zusagt, ist der Skibob“, sagt Martina Heym, MyHandicap-Fachexpertin für Sport. Dabei sitzt man auf ein fahrradähnliches Sportgerät, an dem statt Rädern Skier befestigt sind. Mehr Infos zum Skibob hier.

Ein Bein – drei Skier

Auch Menschen mit einer Unterschenkelamputation können auf zwei Skiern und dem Snowboard problemlos fahren. Wichtig ist hier, dass die Prothese mit einer Oberhülse ausgestattet ist, um die auftretenden Kräfte auch optimal auf die Ski übertragen zu können.

Liegt eine Oberschenkelamputation vor, ist das Fahren auf einem Ski mit Krückenskiern die Lösung, wie es Martina Heym seit elf Jahren vormacht. Einsteigern empfiehlt sie, unbedingt einen Kurs mit einem Skilehrer, der ebenfalls auf Krückenskiern fährt, zu machen. Heym selbst gibt auch Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene – ihr nächster findet vom 11. bis 18. Februar 2011 statt. Mehr Infos dazu auf der Website des BVS Bayern e.V. Interessierte können sich auch direkt an Martina Heym per Mail wenden. Sie gibt auch gerne Tipps zum Krückenski sowie zu Verleihmöglichkeiten weiter.

Wer‘s wagt, steigt aufs Brett

Sportlich ambitionierte und erfahrene Menschen mit Oberschenkelamputation können sich sogar auf einem Snowboard versuchen. Mit dem Langlaufschlitten, Krückenskiern und/oder der Oberhülse kann man auch wunderbare Schneetouren unternehmen.

Bei der Tiroler Firma Praschberger, die maßgeschneiderte Sportgeräte für Menschen mit Behinderung – auch für bislang fünf Paralympic-Medaillengewinner – herstellt, kann man beispielsweise Monoski ausleihen. Das dortige barrierefreie Hotel Weisseespitze im österreichischen Kaunertal (siehe dazu auch den Reisebericht zum Hotel) bietet in Zusammenarbeit mit der Topschischule Kaunertal Monoskikurse samt Verleih an.

Menschen, die es vorziehen, dem alpinen Behindertensport zuzuschauen, haben demnächst eine erstklassige Gelegenheit: Die nächsten Weltmeisterschaften im alpinen Ski finden vom 7. bis 20 Februar im heimischen Garmisch-Partenkirchen statt. Dabei muss man nicht vor Ort sein, sondern kann die Wettkämpfe auf der offiziellen Webseite verfolgen.

Athlet auf dem Langlaufschlitten mit einem amputierten Bein
Auch der Langlaufschlitten war an den Paralympics 2010 in Vancouver zu sehen (Jim Chrisholm/flickr)

Sehende Begleitung

Für Menschen mit einer Sehbehinderung empfiehlt sich eine Begleitperson. Wer die Paralympics 2010 in Vancouver verfolgt hat, weiß wie schnell man auch ohne oder mit eingeschränktem Sehvermögen eine Piste runter sausen kann! Die Begleitperson lenkt den Sportler durch Zurufen der Richtung. Dies ist jedoch nur empfehlenswert auf bekannten Pisten mit wenig Verkehr.

Ein Tipp für Interessierte ist das Buch „skiblind“ bietet eindrücklichen Einblick in die Welt eines blinden Schweizer Skifahrers.
Sehbehinderte Sportbegeisterte haben weiter die Möglichkeit zum Langlauf und sogar zum Biathlon – Vorbild ist da die blinde und mehrfache Paralympics-Siegerin Verena Bentele. Ein Begleitläufer gibt ihr durch Zurufe die Richtung vor und mittels eines akustischen Signals visiert Bentele mit ihrem Gewehr die Zielscheibe an.

Fernab der Piste

Wer keine Lust auf Pisten und Berge hat, der kann sich vielleicht mehr für Eishockey erwärmen. Eine ganz besondere Art ist das Sledge Hockey, das bei den Paralympics zu den beliebtesten Sportarten gehört. Mehr Informationen über diesen populären Mannschaftssport finden Sie hier auf der offiziellen Webseite der Sledgeeishockey-Nationalmannschaft, die sich derzeit auf den Paralympic Winter World Cup von 14. bis 21. Februar 2011 im schwedischen Sollefteå vorbereitet.

Ebenfalls auf dem Eis wird Curling gespielt. Dieser Sport lässt sich problemlos aus dem Rollstuhl heraus spielen. Einzige besondere Anschaffung ist hier ein Stoßstock, der sogenannte Stick. Dieser ist ein teleskopartiger Stiel und dient als verlängerter Arm des Spielers, der je nach Bedarf in der Länge verändert werden kann. Der wesentliche Unterschied zum „Fußgängercurling“ ist, dass das Wischen wegfällt, weshalb der Stein umso gezielter gestoßen werden muss. Wer es ganz genau wissen will, kann weitere Besonderheiten des Rollstuhlcurlings und die Regeln auf rollstuhlcurling.de nachlesen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Angebote wie Schlittschuhfahren, Eisklettern und vieles mehr. Grundsätzlich lässt sich fast jedes Sportart auch mit einer Behinderung machen. Bei der Beschaffung des Materials und auf der Suche nach Angeboten hilft MyHandicap gerne weiter, fragen Sie uns in unserem Sportforum.

Text: MPL/TMI - 01/2011

Bilder: flickr

 

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