Schlaganfall

Eine Seniorin im Rollstuhl in ihrem Garten, vor ihr liegt ein Hund
Ältere Menschen sind die größte Risikogruppe bei Schlaganfall. (Jan Tornack/pixelio.de)

Begriffsbestimmung: Schlaganfall ist Oberbegriff für verschiedene Gehirnerkrankungen

Der Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Störung der Durchblutung im Gehirn. Als Folge sterben die dortigen Nervenzellen aufgrund des Mangels an Sauerstoff und Nährstoffen ab, darum ist schnelle Hilfe unbedingt nötig. Andere Begriffe für diese Erkrankung sind Gehirnschlag, apoplektischer oder zerebraler Insult, verkürzend auch Apoplex oder Insult. Dabei wird im Grunde zwischen zwei Formen unterschieden:

  • Beim hämorrhagischen Infarkt wird ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verstopft oder ein Blutgefäß platzt, wodurch Blut in das umliegende Hirngewebe fließt.
  • Beim Ischämischen Schlaganfall handelt es sich um eine Minderdurchblutung des Gehirns, ausgelöst durch verschiedene Ursachen. Rund 80 Prozent der Schlaganfälle sind dieses Typs.

Ursache: Durchblutungsstörung führt zu Sauerstoffmangel im Gehirn

Der Schlaganfall ist hierzulande eine der häufigsten Erkrankungen, mit etwa 270.000 Betroffenen jährlich. In der Schweiz sind es rund 15.000 Betroffene. Er ist die dritthäufigste Todesursache (mit mehr als 60.000 Todesfällen im Jahr) und die häufigste Ursache von bleibenden Behinderungen. Weltweit erleiden rund 15 Millionen Menschen pro Jahr einen Schlaganfall.

Etwa die Hälfte aller Gehirnschlag-Betroffenen ist über 70 Jahre alt. Damit sind ältere Menschen die Risikogruppe für Schlaganfälle. Aber auch junge Menschen können einen Schlaganfall erleiden -  vor allem bei Vorliegen einer genetischen Disposition oder anderen Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, Nikotinkonsum, Übergewicht, zuwenig Bewegung oder Herzrhythmusstörungen.

MRT von einem Gehirn
Beim Hirnschlag ist es notwendig, sofort zu handeln. (Dieter Schütz/pixelio.de)

Therapie: schnelles Handeln und individuell abgestimmte Reha

Sofortiges Handeln im Falle eines Schlaganfalls und ein frühestmöglicher Therapiebeginn sind notwendig, um gesundheitliche Schäden zu verringern und den Rehabilitationserfolg zu verbessern. Verlorengegangene oder beeinträchtigte Körperfunktionen können zumindest teilweise wiedererlangt werden, etwa durch Sprechtraining oder Physiotherapie. Lesen Sie mehr über die individuell abgestimmten Schlaganfall-Therapien.

Schwerbehinderung: Schlaganfall ist Ursache Nummer eins

Die meisten mittleren und schweren Behinderungen sind auf den Gehirnschlag zurückzuführen, da er oft mit einem (halbseitigen) Verlust der Motorik einhergeht. Auch sind sprachliche sowie neurologische Beeinträchtigungen typisch für Schlaganfallbetroffene. Daher haben sie in der Regel einen Anspruch auf den Schwerbehindertenausweis.

Text: Thomas Mitterhuber - 08/2012

Fotos: pixelio.de