Innovatives Ehrenamt: Herzen radeln barrierefrei

- Teamkollege Erwin Pöpping mit einer Bewohnerin auf einer Rollfietse (Foto: Herzen radeln)
Spaß am Radfahren haben und dabei auch noch Gutes tun – das ist die Idee hinter einem bisher einzigartigen Projekt: Gemeinsam mit Senioren und Menschen mit Behinderung unternehmen aktive Radler Touren.
Mit seinem guten Fahrradwegenetz bietet sich das Münsterland für Ausflüge in die Natur geradezu an. „Vor allem ältere Menschen kennen diese Freilufterlebnisse mit dem Fahrrad aus ihrer Kindheit und aus ihrem Erwachsenenleben, sind heute jedoch aber häufig in ihrer Mobilität eingeschränkt“, weiß Egon Böckers, begeisterter Radfahrer und Leiter dieses innovativen Projekts.
Aber auch Menschen mit Behinderung – sei es von Geburt oder auch durch ein erworbenes Handicap – haben oft den Wunsch nach diesem Fahrradspaßerlebnis. Das wird ihnen nun bei „Herzen radeln“ ermöglicht.

- Bei "Herzen radeln" wird freiwilliges Engagement mit sportlicher Betätigung kombiniert (Foto: Herzen radeln)
Über die Anfänge von „Herzen radeln“
Ein kleiner Kreis von radelnden Jung-Senioren aus dem Raum Borken fuhr auf ihren Touren oft an einer Senioreneinrichtung – das „Haus St. Walburga“ in Ramsdorf – vorbei. Dadurch kamen die Radler auf den Gedanken, ob man nicht gemeinsam mit den dortigen Bewohnern Fahrradtouren machen könnte und man informierte sich über die technischen Möglichkeiten. So entstand die Idee und 2008 wurde mit der Planung zum so genannten „Rollfietsprojekt“ begonnen.
Mit Spezialfahrrädern – den so genannten Rollfietsen – können Senioren und behinderte Menschen an Radfahrten teilnehmen, unter dem Motto: „Raus in die Natur und gemeinsam unterwegs“. Die Rollfietsen sind mit einem Elektroantrieb bestückt und es finden sich darauf jeweils zwei Personen Platz – in der Regel ist das ein aktiver Radler und ein weiterer Fahrgast. Aus diesem Grund nennt Böckers die Rollfietsen auch „Freilufttaxis“. Das Haus St. Walburga schaffte sich die Rollfietsen an, die nun kostenlos ausgeliehen werden können.
Radbegeisterte Freiwillige gesucht!
„Ein wichtiges Ziel des Projektes war von Anfang an die Gewinnung ehrenamtlich engagierter Personen“, erzählt Böckers. Das Medium Rollfiets schafft eine neue und innovative Art der gemeinsamen Freiluftfahrt in der Natur. Es kombiniert die sportliche Herausforderung mit der umweltfreundlichen Personenbeförderung und generiert so ein gemeinschaftliches Erlebnis für Menschen mit und ohne Handicap. „Hier wird insbesondere an junge Ältere, insbesondere auch Männer gedacht, die mit dem Radelspaß Zugang zum ehrenamtlichen Engagement finden sollen“, sagt Böckers.

- 2009 und 2010 wurden insgesamt 4.600 Radkilometer zurückgelegt (Foto: Herzen radeln)
Diese neuen, ehrenamtlich tätigen Freizeitassistenten finden sich in einem weitgehend unerforschten ehrenamtlichen Bereich wieder und entwickeln ein sehr innovatives Betätigungsfeld für den Bereich der Seniorenarbeit und für Menschen mit Handicaps.
Von 2009 bis 2010 wurden insgesamt 4.600 Radkilometer zurückgelegt. Auf den Touren werden regelmäßig Vorschläge zur Verbesserung einer barrierefreien Umweltgestaltung ausgetauscht und diskutiert. Die Anregungen gibt das Team dann beispielsweise an die Gemeinde oder an noch nicht behindertengerechte Hotels und Restaurants weiter.
Ein gemeinsames Radelspaßerlebnis in freier Natur
Die gemachten Erfahrungen und Ideen wollen die Initiatoren auf Nachbarorte ausweiten und vielleicht auch darüber hinaus Anregungen für ähnliche Initiativen geben. "Vielleicht können wir durch unser Beispiel möglichst viele Nachahmerprojekte anregen, damit das Leben im Alter (auch mit seinen Handicaps) oder auch für Menschen mit Behinderung durch Freiwilligenarbeit eine neue Dimension der Lebensqualität erfährt", hofft Böckers. Auf der Internetseite www.herzen-radeln.de werden Sie auf dem Laufenden gehalten.
Dieser Text wurde freundlicherweise von Egon Bröckers zur Verfügung gestellt und von der MyHandicap-Redaktion leicht angepasst.
Fotos: Herzen radeln
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hallo, ich weiß mir leider keinen Rat mehr.
Auf Grund eines schweren - nicht selbst verschuldeten Verkehrsunfalls - wo allerdings auch kein Schuldiger zu ermitteln war, habe ich mittlerweile eine Behinderung von 90 % der unteren Extremitäten.
Und da es mit zwei Stöcken sehr schmerzhaft ist, und ein Rollstuhl (auf Grund eines Tunnelbaus vor meiner Tür) - eher eine Belastung als Erleichterung ist, habe ich ein Dreirad als Alternative zur Verfügung gestellt bekommen.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es ewig gedauert hat, dieses zum einen zu benutzen, und ich es auch nur immer kurzzeitig für das Notwendigste benutzen kann.
Jetzt habe ich folgendes Problem. Es gibt - auf Grund des Tunnelbaus bei mir keine Möglichkeit mehr vor der Tür, dieses Rad, welches anstelle eines Rollstuhles vor meiner Haustür steht, ausreichend vor Diebstahl zu sichern.
Jeder andere würde sagen, o.k. sie hat es schon schwer genug - Krebs und alle Gelenke kaputt usw. - aber wenn es einer bösen Nachbarin nicht gefällt .....?
Dem entsprechend hat sich die Pächterin beschwert, dass ich an der Werbestange vom Hotel nebenan - die genau an unserem Eingang steht, mein Radl anschließe - und zwar mit einer ummantelten Kette. Es geht dadurch nichts kaputt und es wird auch Niemand behindert.
Diese Frau schikaniert mich, wo sie nur kann, und eben jetzt auch mit dem Radl. Ihr wäre egal, ob das Rad gestohlen wird, und ihr würde auch meine (dunkles Flaschengrün) handelsübliche Rad-Garasche nicht gefallen.
Alle anderen weiteren Mieter können es nicht verstehen, aber sie will unbedingt, dass ich das Rad entferne, auch weil sie immer den ganzen Fußweg bis zu unserem Eingang zuparkt, so dass ich weder mit den Stöcken noch dem Rad durchkomme.
Ich bin absolut verzweifelt, weil ich schon permanent unerträgliche Schmerzen habe, und dann sowieso durch die Schlaflosigkeit total fertig bin, und dann immer noch dieser Streit. Also, ich weiß mir leider keinen Rat mehr.
Vielleicht haben Sie eine Idee, was man da machen kann. Und wo meine Rechte angesiedelt sind, wie gesagt, einen Rollstuhl müsste ich da auch sichern, da ich ihn nicht in den 3. Stock hoch tragen kann.
Und auch das Rad kann ich nicht in den Radkeller tragen.
Mit freundlichen Grüßen von Manu17