Informationen zum Persönlichen Budget

Logo Persönliches Budget (Quelle: BMAS)
Das Persönliche Budget steht seit 2008 für Menschen mit Behinderung zur Verfügung (Quelle: BMAS)

Seit dem 1. Januar 2008 haben Menschen mit Behinderung einen Anspruch auf ein Persönliches Budget. Somit können Menschen mit Handicaps, die auf Unterstützung angewiesen sind, erstmalig in Deutschland selbst entscheiden, von wem sie welche Hilfe wollen.

Ein Beispiel verdeutlicht, wie das Persönliche Budget funktioniert:
Die 25-jährige Simone Müller lebt in einem Wohnheim für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie möchte gern mit ihrem Freund zusammenziehen. Doch auch den Kontakt zu der ihr vertrauten Umgebung möchte sie nicht verlieren.

Simone Müller benötigt zudem regelmäßige psychosoziale Betreuung, um im Alltag klar zu kommen. Das beinhaltet auch Unterstützung im Haushalt. Ihre Medikamente kann sie eigenständig einnehmen und auch zum Arzt kann sie selbstständig mit dem Bus fahren.

Um sich ihr Leben so zu gestalten, wie sie es möchte, beantragt sie bei ihrer Krankenkasse das Persönliche Budget.

Ein Traum wird wahr - dank dem Persönlichen Budget

Mit der Bewilligung des Persönlichen Budgets hat Simone Müller nun Möglichkeiten, sich ihr Leben mehr nach eigenen Wünschen einzurichten. Sie zieht mit ihrem Partner in eine eigene Wohnung in unmittelbarer Nähe des Wohnheims. Von dem Persönlichen Budget bezahlt sie eine ihr vertraute Mitarbeiterin des Wohnheims, die sie im Haushalt und bei alltäglichen Aufgaben unterstützt.

Einmal in der Woche geht Simone Müller noch ins Wohnheim und erledigt dort kleine Aufgaben. So kann sie mit ihrer vertauten Umgebung in Kontakt bleiben. Zudem nimmt sie weiterhin an der Sport-Gruppe des Wohnheims teil. Die Teilnahmegebühr bezahlt sie ebenfalls von ihrem Persönlichen Budget.

Da Simone Müller im Winter zusätzliche Hilfe braucht, wird ihr Budget in diesen Monaten aufgestockt. So kann sie notwendige Erledigungen mit einer Begleitung oder mit dem Taxi erledigen. Die Begleitung und das Taxi organisiert und bezahlt sie selbst. Bei der Organisation hilft ihr manchmal die Sozialarbeiterin aus dem Wohnheim. Auch diese Zusatzhilfen bezahlt sie von ihrem Persönlichen Budget.

Fakten zum Persönlichen Budget

  • Das Persönliche Budget ist eine Geldleistung, die individuell nach dem Bedarf des Einzelnen berechnet wird. Die monatlichen Beträge können daher sehr verschieden sein.
  • Das Persönliche Budget soll Menschen mit Behinderung helfen, ihr Leben eigenständiger und selbstbestimmter zu gestalten. Daher steht es auch jedem frei, ob er das Persönliche Budget beantragt oder nicht.
  • Durch das persönliche Budget bekommt man nicht mehr oder weniger Leistungen als vorher. Es werden also keine bestehenden Leistungen gekürzt. Die Leistungen werden nur anders organisiert. Beispiel: Nicht der Leistungsträger sondern Simone Müller bezahlt die Sozialarbeiterin.
  • Das Persönliche Budget können alle Menschen mit Behinderung oder Menschen, die von Behinderung bedroht sind, beantragen.
  • Den Antrag bekommt man bei: der Kranken- und Pflegekasse, dem Rentenversicherungsträger, dem Unfallversicherungsträger, dem Träger der Alterssicherung für Landwirte, dem Träger der Kriegsopfversorgung/-fürsorge, dem Jugendhilfeträger, dem Sozialhilfeträger, dem Integrationsamt und der Agentur für Arbeit.
  • Das Persönliche Budget ist sehr flexibel konzipiert. So ist eine Kombination aus Geld- und Sachleistungen möglich. Man kann das Persönliche Budget auch für betreutes Wohnen und dergleichen verwenden. Daher ist es ratsam, sich individuell beraten zu lassen.
  • Eine Beratung zum Persönlichen Budget erhält man beispielsweise bei den örtlichen Reha-Servicestellen.

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