Neuer Job fördert Selbstwert – gerade im Rolli!

- Für lb-lab recherchiert Katja M. täglich Daten, prüft und erfasst diese
Katja M. ist seit einem Schlaganfall mit Hirnblutungen schwerbehindert und auf tägliche Hilfe und den Rollstuhl angewiesen. Nach vier Jahren Arbeitslosigkeit und Depressionen fand sie dank einer Kontaktvermittlung durch MyHandicap eine Stelle bei lb-lab und arbeitet seit April 2010 erfolgreich von zu Hause aus.
Die gelernte Industriekauffrau Katja M. hatte die Hoffnung auf eine Anstellung fast aufgegeben, als sie auf der Website von MyHandicap endlich eine Möglichkeit fand, sich über die gemeinnützige Stiftung erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. MyHandicap vermittelte ihr den Kontakt zu einem Dienstleistungsunternehmen im Bereich mobiler High-End-Lösungen, für das Katja M. seit April 2010 arbeitet. Der Heimarbeitsplatz kommt der jungen Frau nicht nur aufgrund der Behinderung sehr entgegen, Katja M. ist auch Hausfrau und Mutter einer 13-jährigen Tochter.
lb-lab, Partner von MyHandicap
Ihr neuer Arbeitsgeber ist lb-lab, eine Firma für mobile Lösungen und Dienstleitungen wie High-End-Entwicklungen für das Apple iPhone oder iPad und Applikationen für andere Smartphones mit den Betriebssystemen Android und Bada. lb-lab ist auch Partner von MyHandicap und unterstützt die Stiftung im Bereich MyAdress.
Katja M. recherchiert für lb-lab täglich Daten, prüft und erfasst diese. Die Heimarbeit erlaubt ihr, sich ihre Zeit selbst einzuteilen und ohne Druck zu arbeiten. Sie selbst setzt sich täglich klare Ziele. „Ich kann erst dann ruhig und zufrieden schlafen, wenn ich meine Tagesziele erreicht habe“, erklärt sie.
Diese Hingabe hat Katja aber auch schon an ihre persönlichen und körperlichen Grenzen gebracht. Gerade in der Probezeit hat sie sich aus Angst, die Anstellung wieder zu verlieren, fast überfordert. Aber es habe sich gelohnt, ihre Chefin habe ihre Arbeit schon sehr gelobt, berichtet Katja stolz. „Ich fühle mich wieder wertvoll“, sagt Katja.
Diese Arbeit ist für Katja unverzichtbar geworden, denn sie gibt ihr nach schweren Depressionen wieder Halt und einen geregelten Tagesablauf. „Endlich wieder etwas Normalität“, freut sie sich. Die Arbeit mache ihr so viel Spaß, dass sie ihren ganzen Ehrgeiz und Engagement reinsteckt.
Dies, so vermutet die junge Mutter, sei auch der Grund, der sie als Arbeitsnehmerin für lb-lab attraktiv mache. „Auch wenn meine Behinderung im Allgemeinen nicht viel Gutes hat, habe ich doch durch sie meinen Traumjob gefunden!“ Denn auf der Suche nach Rat und Antworten bezüglich ihrer Behinderung kam sie zu MyHandicap, wo ihr schließlich der Kontakt zu lb-lab vermittelt wurde.
Herzblut von Mann und Tochter
Seit ihrem Schlaganfall 2006 sitzt Katja M. im Rollstuhl und ist links spastisch halbseitengelähmt. „Ich habe also nur noch eine vollfunktionstüchtige Körperhälfte.“ Diese nutze sie für ihre Arbeit und Gamen am Computer, an dem sie sehr viel Zeit verbringe.
Durch die extreme Spastik ist der linke Fuß so verdreht, dass sie kein Gewicht drauf verlagern kann. Stehen und Laufen sind somit unmöglich geworden und sie ist auf ständige Hilfe angewiesen.
Diese bekommt die von ihrem Mann und ihrer Tochter. Ihr Mann pflege sie „jeden Tag mit voller Hingabe und seinem ganzen Herzblut quasi rund um die Uhr.“ Nicht nur bezüglich Pflege sei er für sie unverzichtbar geworden, sondern auch seelisch. „Er ist einfach großartig!“, schwärmt sie.
Auch ihre Tochter gibt ihr sehr viel. Katja ist erstaunt, wie gut die knapp 13-jährige Teenagerin mit der Behinderung ihrer Mutter umgeht. „So gut, dass ich immer wieder staune, obwohl, oder vielleicht gerade weil, sie mich noch ohne meine Behinderung kennt“. Der Tochter macht es großen Spaß, ihre Mutter zu frisieren und schick zu machen, um dann mit ihr ein Eis essen zu gehen oder zu shoppen. Katja kann gar nicht aufhören zu schwärmen: „Mit welcher Ausdauer und Routiniertheit mein kleines Mädchen meinen Rollstuhl durch die Stadt schiebt, das ist einfach sagenhaft und absolut bewundernswert. Davor ziehe ich immer wieder meinen Hut.“

- Auch aus ihrer Familie tankt Katja M. viel Kraft und Freude (Oliver Mohr/pixelio.de)
„Eine sinnvolle Aufgabe ist besser als jede Tablette der Welt“
Vor ihrer Anstellung hat sich die 34-Jährige nutzlos und total überflüssig gefunden, ist einfach nur dahinvegetiert und war ihrer selbst überdrüssig. Dank der Anstellung jedoch weiß sie jetzt, dass sie auch noch als Mensch mit einer Behinderung gebraucht werde. Dies, obwohl sie von den Behörden als 100% schwerbehindert eingestuft wurde und dachte, dass sie nie wieder arbeiten könne.
Über ihre schweren Depressionen und ihre Situation konnte sie mit anderen Usern von MyHandicap sprechen, was ihr half, als sie den Mut verloren hatte. „MyHandicap hat mir persönlich auch schon sehr oft geholfen und mir auch Wege und Möglichkeiten aufgezeigt.“ Heute steht sie auf der anderen Seite und möchte ihrerseits den Usern helfen, die „in derselben Sackgasse stecken geblieben sind“, wie sie sagt. „MyHandicap ist so eine großartige und für mich persönlich unverzichtbare Organisation geworden!“
Die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt war für Katja M. lebensverändernd. Anderen Leuten mit einer Behinderung rät sie deshalb: „Auch mit einer Behinderung kann man seinen Beitrag an die Gesellschaft leisten und sich aktiv und wirkungsvoll einbringen. Jedem, dem die Chance auf Integration geboten wird, sollte sie auch nutzen. Denn das tut unglaublich gut.“
Text: MPL - 09/2010
Bilder: lb-lab, pixelio.de
Artikel im Forum diskutieren
Das MyHandicap-Forum bietet Gelegenheit, mit anderen über diesen Artikel zu diskutieren mehr...









Hallo Deine Geschichte hat mich sehr imponiert. Ich bin ebenfalls uf der Suche nach einer Möglichkeit, in einer Art HomeOffice mich mindestens für 4 Std nützlich zusammen. Wohne in Süddeutschland/Stuttgart.Hiermeine Kurzgeschichte: RALF BUCHHOLZ
rabust@web.de Seeschwalbenweg 17 . DE-70378 Stuttgart
****************************************
0711-50 44 42 41
0151-52575772 & 0152-06185437
==============================================
Hallo,
im Folgenden geht es um eine Angelegenheit, die vor fast einem Jahr ihren Anfang nahm und deren ganzen Dimensionen bis heute nicht restlos geklärt werden konnten und mich nach wie vor nicht nur materiell, sondern hochgradig auch psychisch äußerst stark belasten. – Obwohl das Ganze einen kleinen Roman füllen würde (was sicher Ihr Arbeitstempo eher ausbremsen könnte) will ich mich wirklich auf das Allerwesentliche konzentrieren. – Ich bin Diabetiker, insulinpflichtig und bekam im April 2011 plötzlich eine akute Entzündung im linken Fuß, die schnell den ganzen Körper erfasste, auch die eigene Entscheidungsfähigkeit einschränkte, verbunden mit hohem Fieber und das Vergessen der Einnahme von Insulinen und anderen Medikamenten zur Folge hatte. Kurzum: der ganze Körper war inzwischen komatös angegriffen; sodass ich am 5.4.11 sofort in das Klinikum Bad Cannstatt kam, es herrschte akute Lebensgefahr, so blieb nur noch die Alternative einer linkseitigen Unterschenkelamputation, um den Koma-Herd großflächig vom übrigen Körper zu trennen, mir also das Leben doch noch retten zu können. Das passierte 2 Tage später. Eine ganze Welt brach für mich zusammen; bis heute muss ich immer mal wieder unters Messer, weil sich blutgefüllte Fisteln u.ä. bilden, die bei Belastung platzen und dann operativ behandelt werden müssen. Seitdem ist meine Lebensqualität sehr schlecht geworden. Zuvor gab ich in der Erwachsenen-Ausbildung Unterricht: BWL, EDV, Bewerbungstraining, Deutschkurse, Lagerlogistik usw., was bis zum heutigen Tage nicht mehr ging, sodass ich über 1 ½ Jahre schon Hartz-IV-Empfänger bin.
Da ich noch keine 50 bin, war es einfach belastend, nichts tun zu können und vor allem auf andere Menschen (selbst bei einfachen Tätigkeiten) angewiesen zu sein. Händeringend recherchierte ich im Internet, um nach jedem nur möglichen Strohhalm zu greifen – ich habe Telefon- und Internetflatrate, könnte auch Nachhilfeunterricht geben; muss mich aber gedulden, dass die letzten OP-Narben gut verheilen, sodass eine Prothesen-Neuanpassung vorgenommen werden kann. Es ist belastend, dann im Netz auf Firmen zu treffen, die einem als ihrem „neuen Home-Office“-Mitarbeiter eine Idee oder Produkte anbieten, die man erst selbst erwerben muss (um sie „zu testen“), und dann wie in einem Schneeballsystem (alles ähnelt mehr oder weniger einem Pyramiden-MLM) neue Leute zu rekrutieren, diese zu Verkaufsrekorden zu nötigen usw. Das Geld dafür habe ich einfach nicht. - Dabei möchte ich nur z.B. 3-4 Stunden (so hatte man es mir nach der Reha bescheinigt) einen Job machen, der gebraucht wird, bei dem ich etwas dazu verdienen kann und der mir zeigt: ich bin noch zu etwas wert. Ist das wirklich so schwer? Es ist mitunter zum Verzweifeln. Verwandte von mir wohnen weit weg in Norddeutschland; eine Perspektive sähe ich dort erst recht nicht. Direkt in Stuttgart habe ich keine Freunde, weil ich fast 10 Jahre als Dozent in der Erwachsenenbildung unterwegs war, so fast ganz Baden-Württemberg kennenlernte aber keine Freundesnetzwerke knüpfen konnte. War relativ gesund, Zucker gut eingestellt und der Job machte Spaß – was wollte ich mehr?
Das Schlimme ist zudem: ein „Freund“, dem ich vertraute, bestahl mich während Klinik-/Reha-Aufenthaltes und erleichterte mein Girokonto um tausend Euro, mehr war da nicht zu holen. Es geht mir weniger um den materiellen Schaden (aus Wohnung und Keller waren auch die wenigen Wertsachen verschwunden) als diese Enttäuschung, so einem falschen Freund aufgesessen zu sein, der (wie ich erst später erfuhr) mit seiner Frau in verschieden Städten wegen Mietprellung und Steuervergehen gesucht wird…
Es war somit für mich ein rabenschwarzes Jahr 2011 – vielleicht wird es diesmal besser?
Herzliche Grüße aus Stuttgart (Frühling 1963)
Ralf Buchholz, Jahrgang 1963