Im Element! Erde

- Linda weiß: "Ich will da rauf!" (Foto: Uli Wiesmeier)
Auch Menschen mit Handicap können die Welt aus anderen Perspektiven erleben. In der Outdoorsportwelt ist jeder willkommen. Ob hoch zu Sattel, zu Ross oder im Fels hängend, was zählt ist die Motivation und der eiserne Wille.
„Ich will da rauf!“, hat Linda vor drei Jahren gesagt, als sie im Rollstuhl sitzend vor einer Kletterwand stand. Heute war Linda schon ganz oft oben. Entschlossenheit und Sturheit hängen mit der 19-Jährigen im Seil.
Action am Fels
Linda möchte das Klettern für mehr Menschen mit und ohne Handicap – für alle zusammen – zugänglich machen und so entstand die Idee der Gründung des Vereins: „Ich will da rauf!“ im Oktober 2008. Seit Januar 2009 klettert die erste Gruppe im Kletterzentrum Thalkirchen die Wände hoch. Ausflüge ins Gelände sind geplant. „Anrufen, vorbeikommen und ausprobieren“, sagt die Mitarbeiterin Sibylle Schmidt und ergänzt: „Klettern soll für alle möglich sein, es darf keine Grenzen geben.“
Auch einzelne Sektionen des Deutschen Alpenvereins haben Sportkletterkurse für Menschen mit Behinderung im Programm. Zum Beispiel die Sektion Karlsruhe, die Sektion Heidelberg und die Sektion Stuttgart. Für junge Menschen von 18 bis 25 bietet die Jugend des Deutschen Alpenverein integrative Bergfreizeiten unter dem Motto „No Limits“ an. Gemeinsam wird der alpine Lebensraum erkundet, scheinbare Grenzen ausgelotet und durch den Zusammenhalt der Gruppe überschritten.

- Im Galopp fliegen Gedanken und Haare (tutto62/ pixelio.de)
Auch in Österreich kommen Menschen mit Handicap hoch hinauf. Der Verein Freizeit Para-Special-Outdoorsports bietet „Action pur am Fels für jeden!“. Barrierefreie Abenteuersportprogramme beinhalten Aktivitäten wie Bergsteigen, Wandern und Klettern. „Jeder soll die Chance haben, Grenzen zu überwinden und dadurch den gewissen „Kick“ zu erleben“, ist ein Grundsatz der österreichischen Multi-Abenteuer-Anbieter.
Hoch zu Ross
In der Schweiz kann man sich bei den Sportcamps von Plusport ins Seil hängen. Zum Beispiel bei dem Camp „Wandern und Klettern“ im Wallis. Wer sich lieber horizontal übers Land bewegt, findet das Glück dieser Erde vielleicht auf dem Rücken der Pferde. Beim Galoppieren im Herzen der Freiberge werden sämtliche Lebensgeister wachgerüttelt.

- Mountainbiken erfordert viel Konzentration und Technik-Know-How (Manfred Gerber/pixelio.de)
Biken über Berg und Tal
Auch auf dem Mountainbikesattel lässt sich das Glück finden. Und eine Extraportion Adrenalin noch dazu. Ralf Haupt ist Mountainbikeprofi. Seit neun Jahren sitzt er trotz Unterschenkelprothese fest im Sattel. „Für alle Menschen mit Unterschenkel- und Oberschenkelprothese ist Mountainbiken möglich. Auch mit Armprothesen kann man fahren. Hierfür wird die Armprothese am Lenker fixiert und mithilfe einer speziellen Vorrichtung mit einer Hand gebremst und geschaltet“, erklärt Haupt.
Martin Nettersheim, der Vorstand des Mountainbike Verband Deutschland e. V., will die Menschen nicht zum Rennsport bringen, sondern aufs Rad. „Wir versuchen für alle Gruppen Zugänge zu öffnen“, sagt Nettersheim. Der Mountainbike Verband Deutschland hat eine eigene von Ralf Haupt geführte Abteilung für Menschen mit Handicap. Ralf Haupt und der Mountainbike Verband Deutschland setzen sich sehr für die Durchführung von Handicap-Wertungen bei Rennen ein.

- Bei den Erlebnistagen gehts über Stock und Stein. (Foto: Purelements)
Pures Erleben
Wer sich nicht auf eine Sportart festlegen will, verbringt einen Erlebnistag mit Purelements. Beim „Erlebnistag Wald“ entdeckt man die Natur. Übernachten im Wald, Survival- und Seilübungen lassen in manchen Augenblicken das Blut in den Adern gefrieren.
Beim Caving gehts ausnahmsweise nicht auf, sondern in den Berg. Im Schein der Karbidlampe, eingepackt mit Höhlenschlaz und Helm wird die Unterwelt erkundet. Wenn es ganz still ist und die Schatten über die Felswände tanzen, gibt nur noch der eigene Herzschlag den Rhythmus an. Der Rest der Welt scheint nicht mehr zu existieren.
„Ob jemand teilnehmen kann oder nicht, hängt vor allem davon ab, wie viel man sich selbst zutraut“, sagt Thomas Waibel von Purelements. Denn sei es Klettern, Bergsteigen, Tourenreiten, Moutainbiken oder Höhlenerforschen, nur wer seinen eigenen Schatten überspringt, wird die Sonne sehn! Drei, zwei, eins – Augen auf und - los!
Text: MHA
Fotos: Uli Wiesmeier, Purelements, Pixelio
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Finde ich Super Wäre dabei wenn man das auch in der Schweiz Zürich anbieten würde Coloresein Kommentar