Gesundheitsexperten trafen sich mit Ministerin Steffens

Dienstag, 23. Februar 2016

Quelle: RehaVital

Der Gesprächskreis kam in Düsseldorf zu einem einstimmigen Ergebnis: die Qualität der Dienstleistungen im Gesundheitswesen muss erhalten bleiben.


Düsseldorf, 24.02.2016 – Wie stellt sich die Hilfsmittel-Versorgung in NRW aus Sicht der Leistungserbringer und der Industrie dar? Bei einem Treffen mit Ministerin B. Steffens gingen am 09.02.2016 Priv.-Doz. Dr. med. R. Thietje, Sprecher des Arbeitskreises Querschnittlähmung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, rehaVital-Mitglied Ralf Lettermann als Vertreter der Leistungserbringer aus NRW und Karsten Völz als Vertreter der Industrie dieser Frage nach.


Vor kurzer Zeit haben aktuelle Ausschreibungen und Leistungskürzungen im Gesundheitswesen für Unruhe gesorgt. In der Kritik steht daher – in Hinblick auf die Versorgungsentscheidungen – der Kostendruck der Kostenträger, der wichtiger scheint als der Therapieerfolg beim Patienten. Diese Veränderungen werden von den Kostenträgern zwar kommuniziert, aber selten begründet. Zudem verweigern sie meist eine offene und für alle nachvollziehbare Kalkulationsgrundlage.


In der Praxis zeigt sich dann, welche Konsequenzen diese Entwicklung für die Patienten nach sich ziehen können. Hier führten die Fachleute einige Beispiele auf. Bei der Sauerstoff-Versorgung (PG 14) etwa würden Folgekosten nicht berücksichtigt – obwohl die gesundheitsökonomischen "Drehtür-Effektkosten" laut GKV Versorgungsstrukturgesetz § 39 SGB5 verringert werden sollen. Karsten Völz verwies auch auf die Funktion des "Casemanagers": Beim Entlass-Management sollte darüber nachgedacht werden, ob Sanitätshäuser im täglichen Ablauf nicht aktiv und kooperativ ergänzend tätig werden könnten.
Obwohl die Zahl der zu versorgenden Menschen stetig steigt, waren alle Gesprächsteilnehmer überzeugt, dass die Qualität der Versorgung durch die Leistungserbringer erhalten werden muss. Dank der bundesweit höchsten Patienten- und Krankenhaus-Dichte könne NRW hier sogar als Leuchtturm dienen und zeigen, wie wichtig solche Treffen und Gespräche sind.


Auch der Dienstleistungsaufwand bei der Versorgung müsse stärker in den Fokus der Beteiligten rücken. Am Beispiel einer Hilfsmittel-Versorgung für Querschnittsgelähmte zeigte Dr. med. Roland Thietje die Bedeutung der ärztlichen Verordnung auf. Wird die Versorgung zu Sparzwecken durch den Kostenträger abgeändert, so werde der betroffene Patient schlimmstenfalls unterversorgt und Reha- und Therapieerfolge zunichte gemacht.


Ein weiteres Beispiel war die Abrechnungsgrundlage von Einlagen. Die Dienstleistungsanteile der Kassen sind hier so niedrig, dass sogar bis an die Mindestlohngrenze kalkuliert werden muss. Ralf Lettermann betonte, dass die Arbeit des Fachpersonals unterschätzt wird: „Wenn wir von Versorgungsleistungen reden, die bezahlt werden sollen, muss auch die qualitative Leistung des Mitarbeiters im Vordergrund stehen – nicht nur das abzurechnende Hilfsmittel.“

Insgesamt zeigte das Treffen, dass NRW im Gesundheitswesen noch vor großen Herausforderungen steht, die aktiv angegangen werden müssen. Ministerin Steffens hob daher zum Abschluss hervor, dass sie im nächsten Jahr ein weiteres Treffen begrüßen würde, um die aktuellen Fortschritte zu diskutieren.

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rehaVital ist eine Gemeinschaft von 115 Sanitätsfachgeschäften und Gesundheitsfachbetrieben. Diese führen jährlich mehrere Millionen Patientenversorgungen mit Hilfsmitteln durch. Die regionale Stärke sowie die Kompetenz in den Bereichen Rehabilitation, Orthopädie, Homecare und Medizintechnik machen die rehaVital-Mitglieder zu den führenden Anbietern für qualitativ hochwertige Patientenversorgungen in Deutschland. rehaVital-Mitglieder sind an über 500 Standorten in ganz Deutschland vertreten.


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