Ganzheitliches Versorgungsmodell hilft den Patienten und schont die Krankenkassen

Mittwoch, 3. Februar 2016
Dr. med. Jürgen Fröhlich

Dr. med. Jürgen Fröhlich, Leiter des rehaVital-Schlaganfall-Projektes (Quelle: BMC/Popp)

 Schlaganfall-Netz der rehaVital

Hamburg, Berlin, 02.02.2016 – Die rehaVital präsentierte am 20.01.2016 in Berlin die Ergebnisse einer Studie zum rehaVital-Versorgungsmodell für Schlaganfall-Patienten:  Die Potenzialanalyse vom Institut für angewandte Versorgungsforschung unter der Leitung von Prof. Amelung zeigt, dass mit anfänglichen Mehrinvestitionen in eine bedarfsgerechtere Hilfsmittelversorgung mittelfristig ein Einsparpotenzial von bis zu 1.193€ pro Patient erzielt werden könnte.

 

Jedes Jahr erleiden in Deutschland ca. 270.000 Menschen erstmals einen Schlaganfall, davon verstirbt jeder Dritte binnen eines Jahres. Fast zwei Drittel der Patienten, die einen Schlaganfall überleben, ist behindert und auf fremde Hilfe angewiesen. „Wir haben erkannt, dass insbesondere nach einer Entlassung aus der stationären Rehabilitation die Versorgung verbessert werden kann – mit nachweisbaren Vorteilen für den Patienten und das Gesundheitswesen insgesamt“ sagt Ralf Kaspar Kemmerling, Geschäftsführer der rehaVital. Mit diesem Ziel einer verbesserten Patientenbetreuung haben 40 rehaVital-Mitgliedsunternehmen ein Versorgungsmodell für Schlaganfall-Patienten erarbeitet. Das Besondere daran ist die Ausrichtung der Versorgung auf die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten in einem ganzheitlichen Ansatz. In optimierten Prozessen wird sichergestellt, dass alle Fachbereiche der Sanitätshäuser zu einer optimalen Rund-um-Versorgung beitragen. So wird beispielsweise bei einem Versorgungsauftrag für einen Rollstuhl auch die Kompetenz der orthopädischen Abteilung einbezogen, um eine eventuell zusätzlich erforderliche orthethische Versorgungen zu prüfen. Die Mitarbeiter werden dafür in einem Spezialseminar in fünf Tagen zum Schlaganfall-Fachberater weitergebildet. Seit Beginn der Umsetzung im Mai 2014 haben bereits mehr als 150 Teilnehmer diese Weiterqualifikation mit Erfolg abgeschlossen.

Im Rahmen des Jahreskongresses des Bundesverbandes Managed Care (BMC) stellte nun der Projektleiter der rehaVital, Dr. med. Jürgen Fröhlich die Ergebnisse der gesundheitsökonomischen Analyse des Modells vor. In einer Grundlagenarbeit hat hierfür das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) unter Leitung von Herrn Prof. Dr. oec. V. E. Amelung den Patientennutzen sowie alle Kosten und Einsparungen aus Sicht der Krankenkassen unter Rückgriff von Literaturdaten und Experteninterviews bewertet.

Das Ergebnis zeigt erhebliches Potenzial auf. Sowohl für die Lebensqualität der Patienten als auch für die Kostensituation der Krankenkassen sind Ergebnisverbesserungen erzielbar: Durch eine sorgfältige Bedarfsanalyse, Zielabstimmung und Betreuung der Patienten im Verlauf, ggf. mit auch kurzfristigen Anpassung der Versorgung, entstehen zu Beginn höhere Ausgaben für Hilfsmittel (im Mittel 162 € pro Patient). Innerhalb von drei Jahren aber, dem Betrachtungszeitraum der Studie, können Einsparungen von durchschnittlich bis zu 1.193 € pro Patient erreicht werden. Der Einspareffekt ergibt sich vor allem aus der Verringerung von Stürzen, Druckgeschwüren und Lungenentzündungen. „Die Vermeidung all dieser Komplikationen ist schon wegen unserer Versorgungsverantwortung für die Patienten das oberste Ziel“, erläutert Ralf Kaspar Kemmerling.

Für die Umsetzung des Versorgungsmodells sind neben gut ausgebildeten Fachkräften auch ein hochprofessionelles Prozessmanagement vorausgesetzt. Dies wird seit über zehn Jahren im rehaVital-Verbund durch entsprechende Fortbildungsmaßnahmen gepflegt. Durch ein Kennziffernsystem ist darüber hinaus der Erfolg der Umsetzung auch jederzeit messbar.

 

    


rehaVital ist eine Gemeinschaft von 115 Sanitätsfachgeschäften und Gesundheitsfachbetrieben. Diese führen jährlich mehrere Millionen Patientenversorgungen mit Hilfsmitteln durch. Die regionale Stärke sowie die Kompetenz in den Bereichen Rehabilitation, Orthopädie, Homecare und Medizintechnik machen die rehaVital-Mitglieder zu den führenden Anbietern für qualitativ hochwertige Patienten­versorgungen in Deutschland. rehaVital-Mitglieder sind an über 500 Standorten in ganz Deutsch­land vertreten.


Pressekontakt:

rehaVital Gesundheitsservice GmbH

Referentin Marketing

und Unternehmenskommunikation:

Laura Menzler

Überseering 10 A – 22297 Hamburg

lmenzler@rehavital.de

www.rehaVital.de – 040-22 72 87-54