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Konstantin Voswinkel

Konstantin Voswinkel ist Reiseprofi mit Anspruch
Konstantin Voswinkel ist Reiseprofi mit Anspruch

Hoch hinaus

Nach wie vor gehört das Reisen zu den wichtigsten Themen vieler behinderter Menschen. Während sich das heimische Umfeld bedarfsgerecht gestalten lässt, ergeben sich im Urlaub zahlreiche Probleme. Um die Situation behinderter Reisender zu verbessern, ist eine Doppelstrategie sinnvoll.


Ein bisschen ist Konstantin Voswinkel auf dem Flughafen Zuhause. Nicht auf einem speziellen, sondern auf denen der Welt. Als studierter Hotelbetriebswirt hat der 29-Jährige unter anderem bei der Lufthansa und in Hyatt Hotels in den USA gearbeitet und ist in dieser Zeit viel herumgekommen. Da ist es beinahe folgerichtig, dass er aus seiner neuen Heimat Düsseldorf für einen Geschäftstermin morgens nach München geflogen kommt, am frühen Nachmittag zurückfliegt und sich zwischendrin noch ein wenig Zeit für ein Interview nimmt.

Besonders anstrengend ist das für ihn nicht, eher Alltag, schließlich ist er im Flugzeug und am Flughafen ein bisschen Zuhause.
 

Projektarbeit: Behinderte Reisende sollen in eine barrierefreie Zukunft schweben
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Dieser Lebenswandel und auch der berufliche Werdegang sind umso erstaunlicher, wenn man in Betracht zieht, dass Konstantin Voswinkel körperbehindert ist. Kurze Strecken kann er an Gehstützen bewältigen, für längere benutzt er einen Rollstuhl.

„In den USA war meine Behinderung nie ein Hinderungsgrund für meine Karriere“,

erzählt der 29-Jährige. Nach seiner Erfahrung ist dort der Umgang mit behinderten Menschen sehr viel freier und natürlicher, sowohl im täglichen Leben als auch beim Reisen. Dementsprechend ist auch das Angebot größer.

Für Konstantin Voswinkel war das kein Grund, sich im Paradies auszuruhen oder klagend auf den Rest der Welt zu schauen. Im Gegenteil war es für ihn ein Ansporn, dazu beizutragen, auch die Situation behinderter Reisender in Deutschland zu verbessern.
 

Standfest: Konstantin Voswinkel will die großen Konzerne zum Umdenken bewegen
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Markt mit großem Zukunftspotential

Seit dem Oktober vergangenen Jahres ist Konstantin Voswinkel zurück in Deutschland. Seitdem ist er mit seinem Beratungsbüro DTC (www.dtc-consultants.de) selbständig. Dabei gehören weniger die behinderten Reisenden zu seiner Zielgruppe, als viel eher alle diejenigen, die Reisen anbieten, veranstalten oder durchführen, also Hotelketten, Fluglinien, Busunternehmen, Reiseveranstalter usw.

Diesen Unternehmen bietet er Analysen und Hilfestellungen bei der Umsetzung barrierefreier Konzepte an – und ist damit nicht überall willkommen. Zahlreiche Unternehmen behandeln das Thema nämlich immer noch stiefmütterlich und machen Angebote, die eher Alibicharakter haben. „Das wird sich bald ändern“, sagt Konstantin Voswinkel selbstbewusst. „Alleine wegen der demografischen Entwicklung wird das ein Markt mit großem Zukunftspotential“, fügt er hinzu. Außerdem ist seiner Meinung nach ein Dominoeffekt zu erwarten: Haben die ersten Anbieter erst mal den ersten Schritt gemacht, werden die anderen nachziehen müssen.

Bei seinen Recherchen zur Situation in Deutschland ist Konstantin Voswinkel sehr bald auf MyHandicap gestoßen. „Mir ist aufgefallen, dass der Bereich Reisen dort noch ein wenig unterrepräsentiert war“, erzählt er. Also nahm er Kontakt zur Organisation auf und schon nach wenigen Gesprächen war klar, dass eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.

Seit dem Spätsommer 2007 steht der 29-Jährige selbstständige Unternehmer zusätzlich beratend als Fachexperte zum Thema Reisen bei MyHandicap zur Seite. Als solcher sieht er sich in einer Doppelfunktion: Zum einen will er ratsuchende Menschen beraten, zum anderen dazu beitragen, dass sich die Situation für behinderte Reisende verbessert.
 

Fachexperte: Seit Sommer 2007 gehört Konstantin Voswinkel zum Team von MyHandicap
Fachexperte: Seit Sommer 2007 gehört Konstantin Voswinkel zum Team von MyHandicap

Einzelfallberatung und Grundlagenarbeit

„Ich reise selbst immer mit Rollstuhl und habe schon so manches erlebt“, sagt der Reiseprofi. Damit behinderte Reisende Kardinalsfehler von Anfang an vermeiden können, steht Konstantin Voswinkel ganz konkret für die Beantwortung aller Fragen rund um das Thema Reisen zur Verfügung, die MyHandicap im Forum, per E-Mail, Fax oder Telefon erreichen. 

Um die Reisesituation für behinderte Menschen insgesamt zu verbessern, sind eine ganze Reihe von Projekten geplant. Unter anderem will die Stiftung MyHandicap Hotels auszeichnen, die sich für behinderte Reisende einsetzen. Dabei sollen nicht nur die technischen Voraussetzungen und die exakten Maße berücksichtigt werden. „Viel wichtiger ist, dass die Einstellung der Mitarbeiter und der Service stimmen“, stellt Konstantin Voswinkel fest. Um das herauszufinden wird er die Hotels persönlich unter die Lupe nehmen und dafür viel reisen müssen. Aber auf dem Flughafen ist er ja eh Zuhause.

Text und Fotos: Volker Neumann

 

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