Stipendien für Menschen mit Behinderung

Ein bunter Holzrechenschieber. (S. Hofschläger/pixelio.de)
Ein Stipendium kann Studenten mit Behinderung das tägliche Errechnen des finanziellen Budgets ersparen. (S. Hofschläger/pixelio.de)

Viele Universitäten haben sich bereits für Menschen mit Behinderung geöffnet. Die Hörsäle werden barrierefrei, Vorlesungen und Lehrmaterialien beispielsweise auch für hör- oder sehbehinderte Studenten speziell aufbereitet. Doch das hilft alles nichts, wenn die finanzielle Unterstützung fehlt.

Hier können direkt auf Menschen mit Behinderung zugeschnittene Förderprogramme beantragt werden. Durch den Nachteilsausgleich oder die Eingliederungshilfe erfahren behinderte Studenten bereits eine Erleichterung ihres Geldbeutels. Doch die Mehrkosten, die sich gerade durch die Behinderung oder chronische Krankheit des Studenten ergeben, können große Löcher in das Budgets der Betroffenen reißen. Wenn also die "normalen" Förderungen noch nicht ausreichen, dann kommt unter bestimmten Umständen ein Stipendium in Frage.

Stipendium: finanzielle Förderung behinderter Studenten

Das Stipendium greift in der Regel bei hochbegabten oder finanziell benachteiligten Studenten mit Handicap. Doch auch soziales Engagement kann entsprechend gefördert werden. Die Dr. Willy Rebelein Stiftung und Google Europe Scholarship for Students with Disabilities kümmern sich zum Beispiel ganz allgemein um die finanzielle Unterstützung von Studenten mit Behinderung und chronisch Kranker - ebenso die Anni und Keyvan Dahesch-Stiftung.

Daneben gibt es dann noch das speziell auf die Behinderung oder chronische Krankheit abgestimmte Stipendium. So vergibt die Stiftung Darmerkrankung beispielsweise Stipendien an Studenten mit einer chronischen Darmerkrankung. Die Stiftung zur Förderung körperbehinderter Hochbegabter verteilt entsprechend ihres Namens Fördergelder an Studenten mit körperlicher Behinderung. Und die Paul und Charlotte Kniese Stiftung und die Karl und Charlotte Spohn Stiftung unterstützen ausschließlich blinde und sehbehinderte Studenten, um nur ein paar zu nennen.

Eine bunte Kinderschultüte liegt auf dem Boden. (Günter Havlena/pixelio.de)
Ähnlich aufregend wie der Schulbeginn ist der Studienbeginn - doch für behinderte Studenten leider mit mehr Sorgen gespickt. (Günter Havlena/pixelio.de)

Höhe der Unterstützung ganz unterschiedlich

In der Höhe der finanziellen Förderungen gibt es im Bereich der Stipendien große Unterschiede. Viele Stiftungen zahlen alle Kosten einen Studiums - einige hingegen leisten nur Hilfe in bestimmter Höhe mit monatlichen Auszahlungen.

Die Bedingungen können bei der jeweiligen Stiftung erfragt werden. Auf jeden Fall stellen die Zuschüsse - egal in welcher Höhe - eine enorme Erleichterung für behinderte Studenten dar. Eine gute Übersicht der möglichen Stipendiengeber bietet das Bundesministerium für Forschung und Bildung oder das Online-Stipendium und Karrierenetzwerk e-fellows.net an.

Informationsstellen an den Universitäten

Doch auch die Universitäten haben sich schon gut auf die speziellen Bedürfnisse von Studenten mit Behinderung eingerichtet und können zuverlässig Informationsquellen über mögliche finanzielle Fördermöglichkeiten bieten. Vielerorts bestehen bereits Interessengemeinschaften für behinderte Studenten, die um Rat gefragt werden können. Oder man sucht Unterstützung beim Studentenwerk, Beauftragten für Behindertenfragen an Hochschulen oder ähnlichen Studienberatungsstellen vor Ort.

 

Text: Kerstin Otto - 06/2013

Bilder: pixelio.de

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