Auch für Menschen mit Behinderung ist ein stimmiger Lebenslauf entscheidend

Lebenslauf (Foto: Uli Carthäuser / pixelio.de)
Ein eindrucksvoller Lebenslauf hinterlässt bleibende Spuren - das gilt auch für Menschen mit Behinderung (Foto: Uli Carthäuser / pixelio.de)

Der wichtigste Bestandteil Ihrer Bewerbung ist der Lebenslauf. Er wird von den meisten Personalern zuerst aufgeschlagen. Wenn Ihr Lebenslauf überzeugen kann, so haben Sie auch als Mensch mit Behinderung schon mal gute Karten. Nehmen Sie sich also genügend Zeit zur Erstellung Ihres Lebenslaufes.

Ein guter Lebenslauf ist übersichtlich gegliedert und so strukturiert, dass der Leser sich ohne viel Mühe einen schnellen Überblick verschaffen kann. Wichtig sind hierbei eine gut lesbare Schrift und eine ausreichende Schriftgröße (z. B. Arial 10 bis 12).

Wenn Sie für den Lebenslauf die gleiche Schrift wie in Ihrem Anschreiben verwenden, so zeigen Sie dem Leser, dass Sie auch den Lebenslauf extra für ihn geschrieben haben und nicht einfach nur eine „weitere“ Kopie beilegen.

Sofern Sie Berufeinsteiger sind, schreiben Sie Ihren Lebenslauf chronologisch und zeigen somit Ihre bisherige Entwicklung auf. Wenn Sie bereits über Berufserfahrung verfügen, dann ist Ihre letzte Tätigkeit für den Leser am interessantesten. In diesem Fall beginnen Sie Ihren Lebenslauf mit der Berufserfahrung und listen die Bausteine Ihres Lebens praktisch rückwärts auf.

Im Gegensatz zum Anschreiben darf der Lebenslauf auch durchaus länger als eine Seite sein. Für Berufsanfänger geht man von ein bis zwei Seiten aus. Ab einer Berufserfahrung von circa fünf Jahren können es auch über zwei Seiten sein.

Wichtige Eckpunkte zur Gestaltung

  • Überschrift: Lebenslauf
  • Angaben zur Person nach der Überschrift
  • Unterteilung in übersichtliche Blöcke
  • Zeitangaben: Zahlenleiste links – Text rechts
  • Die Zeitangaben erfolgen immer in Monat und Jahr, z. B. 05.2006-12.2007
  • Der Schrifttyp ist gut lesbar und entspricht dem Anschreiben.
  • Am Ende des Lebenslaufes wird Ort und Datum angegeben und mit Vor- und Nachnamen unterschrieben.
  • Wenn das Foto auf den Lebenslauf soll, so wird dieses auf der ersten Seite rechts oben aufgeklebt.

Lücken im Lebenslauf

Nur keine Angst. Es gibt fast keinen Menschen, der nicht irgendwo in seinem Lebenslauf Lücken hat. Den „Wunschkandidaten“ mit 1-er Studium, drei Fremdsprachen und fünf Jahren Berufserfahrung in einem Alter von 30 Jahren gibt es so gut wie gar nicht. Gehen Sie daher offen mit eventuellen Lücken um.

Zeitliche Lücken dürfen nicht verschwiegen oder durch Erfindungen gefüllt werden. Gute Personaler merken das ohnehin sofort. Freiräume von ein bis zwei Monaten können Sie als „Stellensuche“ oder „Bewerbungsphase“ deklarieren. Bitte schreiben Sie jedoch nicht „Arbeitslosigkeit“.

Zeigen Sie auf, dass Sie sich aktiv um eine Arbeitsstelle bemüht haben. Sollten Ihre Leerzeiten länger sein, so begründen Sie diese. Beispiele können sein:
Erziehungszeit, längere Krankheit, Unfall mit anschließender Rehabilitation. Geben Sie bei Unfall oder Krankheit unbedingt an, wenn Sie z. B. durch die Reha gut stabilisiert wurden und somit wieder fit für das Berufsleben sind.

Das Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto ist zwischenzeitlich auch in Deutschland kein „Muss“ mehr. Da es einen ersten persönlichen Eindruck vermittelt, empfiehlt es sich trotzdem, nicht darauf zu verzichten. Das Bild sollte nicht älter als ein Jahr sein und in einem Fotostudio gefertigt worden sein. Verwenden Sie bitte keinesfalls Aufnahmen aus dem Automaten oder Fotos aus dem Urlaub.

Ihre Kleidung auf dem Foto sollte Ihrem zukünftigen Beruf entsprechen. Bewerben Sie sich zum Beispiel für eine Arbeitsstelle in der Bank, so sollten Sie auf dem Foto auch mit Anzug und Krawatte bzw. Frauen mit Bluse und Blazer zu sehen sein. Freizeitkleidung und übermäßiger Schmuck ist auf einem Bewerbungsfoto vollkommen fehl am Platz.

Die Anlagen

Handeln Sie bei den Anlagen nach dem Motto: Klasse statt Masse. Grundsätzlich sollen Sie alle Stationen Ihres Lebenslaufes mit einem Zeugnis oder Zertifikat belegen können. Achten Sie dabei aber auch darauf, dass Ihre Anlagen auch für den Leser von Interesse sein sollten. Das Schulzeugnis aus der Grundschule gehört also ebenso wenig dazu wie die Teilnahmebestätigung an einem Zwei-Tages-Seminar vor acht Jahren.

  • Ordnen Sie die Zeugnisse chronologisch in der Reihenfolge Ihres Lebenslaufes.
  • Verschicken Sie keine Originale, sondern ausschließlich Kopien.
  • Achten Sie darauf, dass die Kopien von guter Qualität sind und nicht mehrfach genutzt aussehen.

Mit diesen einfachen Regeln können Sie Ihren Lebenslauf in die richtige Form bringen und Ihren zukünftigen Arbeitgeber überzeugen.

Hier finden Sie einen Musterlebenslauf.

Text: Tanja Lachmayr

Foto: Uli Carthäuser / pixelio.de

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