Behindertenwerkstätten im Fokus

Ein Ausbilder erklärt zwei Menschen mit Behinderung ewas, die an einem Schreibtisch sitzen. (Foto: Stiftung Pfennigparade)
Blick in die Abteilung für kaufmännische Sachbearbeitung der Stiftung Pfennigparade. (Foto: Stiftung Pfennigparade)

Behindertenwerkstätten können das Sprungbrett in die allgemeine Arbeitswelt für Menschen mit Behinderung sein.

Behindertenwerkstätten (auch Werkstätten für behinderte Menschen genannt, kurz: WfbM) sollen Menschen mit Behinderung den Weg ins Berufsleben ebnen beziehungsweise eine berufliche Integration ermöglichen. Denn die Behindertenwerkstatt muss nicht immer die Endstation sein. Viele behinderte Menschen finden durch ihre Berufspraxis in einer Behindertenwerkstatt einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt,  also außerhalb einer speziellen Behinderteneinrichtung.

Wie bekommt man eine Stelle in einer Behindertenwerkstatt?

Das Vergabeverfahren ist gesetzlich geregelt. Ein sogenanntes Eingangsverfahren (EV) steht für den behinderten Menschen am Anfang. Hier kann sich der Bewerber einen ersten Überblick über die Behindertenwerkstatt bilden. Ferner kann aber auch die Einrichtung prüfen, ob dies der richtige Ort für den behinderten Mensch ist und in welchen Bereich seine Fähigkeiten am besten einzusetzen sind.

Das EV dauert in der Regel zwischen 4 und 12 Wochen. In dieser Zeit werden ferner die Ziele und Förderungsprogramme entsprechend festgesetzt und ein Eingliederungsplan erstellt.

Ausbildung in einer Behindertenwerkstatt

Die Ausbildung in einer Behindertenwerkstatt wird anschließend als Berufsbildungsbereich (BBB) definiert. Nach dem ersten Jahr Grundkurs prüfen die Bundesagentur für Arbeit und das Sozialamt, ob eine Weiterbeschäftigung des Menschen mit Behinderung in der Behindertenwerkstatt sinnvoll ist und das zweite Jahr im Aufbaukurs angetreten werden darf. In Einzelmaßnahmen und Lehrgängen soll eine Verbesserung der Teilnahme am Arbeitsleben erreicht und auch das Selbstwertgefühl gehoben werden.

Anschließend wechselt ein Werkstattangehöriger in den Arbeitsbereich. Die Zeit in diesem Arbeitsbereich ist wiederum unbefristet. Ziel ist jedoch nach wie vor die (Wieder-)Eingliederung ins Berufsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Dementsprechend bestimmen den Arbeitsbereich Produktionsaufträge und die Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen der Behindertenwerkstatt, aber auch Betriebspraktika und Beschäftigungen in externen Betrieben für eine gewisse Zeit gehören zum Berufsalltag in den Behindertenwerkstätten.

Eine Grupper Menschen mit Behinerung sitzend an PCs. (Foto: Stiftung Pfennigparade)
Auch der Umgang am PC wird in Behindertenwerkstätten geschult. (Foto: Stiftung Pfennigparade)

Selbstverständlich gibt es auch eine Entlohnung

Zum einen erhalten Arbeitnehmer von Behindertenwerkstätten ein Arbeitsförderungsgeld. Der Reha-Träger zahlt dies unabhängig von der Leistung des Behinderten. Und zum anderen zahlen die Behindertenwerkstätten einen Grundbetrag und einen leistungsangemessenen Steigerungsbetrag an ihre Beschäftigten. Letzterer orientiert sich an der erbrachten Arbeitsleistung des Menschen mit Behinderung.

 

Text: Kerstin Otto - 01/2013

Bilder: Stiftung Pfennigparade

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