Have a little Faith: Glauben überwindet Behinderung

- Faith musste lernen, auf zwei Beinen zu laufen wie ein Mensch (Foto: Familie Stringfellow)
Manchmal geschehen an Weihnachten noch wahre Wunder. Das Hundeweibchen „Faith“ (Glaube) ist ein Beispiel dafür. Seine unglaubliche Geschichte beginnt an einem Weihnachtsabend in Oklahoma (USA) im Jahr 2002.
Frauchen Jude Stringfellow erinnert sich: „Eine Hündin in der Nachbarschaft hatte geworfen. Mein Sohn Reuben beobachtete, dass ein kleines Hundeweibchen zu schwach war, um sich gegen ihre Geschwister durchzusetzen. Sie hatte das Licht der Welt nur mit zwei Hinterläufen und einem nicht voll ausgebildeten Vorderlauf erblickt. Auch die Mutter verstiess den schutzlosen Welpen. Kurzerhand packte Reuben das kleine Ding unter seinen Pullover und brachte es nach Hause.
Faith soll leben
Die Familie Stringfellow taufte den Welpen „Faith“ (Glauben oder Vertrauen) und widmete sich mit gemeinsamen Kräften einer aufwändigen Rettungsaktion. Faith sollte aus seinem Namen ein Programm machen, dass heisst an sich selber glauben sowie Vertrauen fassen, um ihr Handicap zu überwinden. Rund um die Uhr waren Reuben und seine Schwestern Laura und Cathy im Einsatz.
"Zuerst musste nach sieben Monaten der Vorderlauf amputiert werden", erzählt Jude Stringfellow. "Gehen konnte sie natürlich nicht. Aber wenn sie weiter auf dem Boden rumgekrochen wäre, hätte sie sich an Kinn und Brust wund gescheuert und Ekzeme bekommen. Wir schnallten sie sogar auf ein Skateboard, aber das war auch keine Lösung."
Mit Erdnussbutter zum Ziel
Faith musste lernen, auf zwei Beinen zu laufen wie ein Mensch. Das können Hunde zwar, aber nur für kurze Zeit. "Wir haben sie mit einem Löffel Erdnussbutter gelockt. Immer wieder hielten wir den Löffel in die Höhe", erinnert sich Jude. "Irgendwann nahm sie alle Kraft in ihrem kleinen Körper zusammen, reckte sich in die Höhe - und schleckte den Löffel ab!"
Im Laufe der Monate wurden die Hinterbeine von Faith immer kräftiger. Sie bewegte sich zwar eher hüpfend wie ein Känguru, verhielt sich aber wie jeder gesunde Hund auch. "Sie jagte Gänse im Park, spielte mit anderen Hunden und schnupperte neugierig in jeder Ecke herum."

- Faith erkundet die Natur (Foto: Familie Stringfellow)
Hollywood klopft an
Es dauerte nicht lange bis sich die US-Medien für die Geschichte von Faith interessierten und seither ist das junge Hundeweibchen ein gemachter Star. Faith war bereits in Begleitung ihres Frauchen Jude Stringfellow zu Gast bei der Talkshow von Ophra Winfrey und verbuchte zahlreiche Auftritte in weiteren Tier- und Talksendungen. Ihre Biographie „With a little faith“ ist bereits erschienen und Hollywood schmiedet bereits Pläne ihr Leben auf die Kinoleinwand zu bringen.
Die grosse Medienpräsenz sah Jude Stringfellow nicht als Eigennutz, sondern setzte sie ein, um kranken oder behinderten Menschen Perspektiven aufzuzeigen für ihren Lebensweg. "Wir besuchen kranke Kinder in Kliniken", erzählt Jude. "Faith gibt ihnen wieder Mut. Denn sie ist ein glückliches Tier, das sein Schicksal in unglaublicher Weise meistert." Auch Menschen, die zum Beispiel durch Diabetes bedingt zu Amputationen gezwungen wurden, profitieren von Faiths Vorbild. "Sie ist einfach ein fantastischer Hund, der Menschen in Krisen aufrichten kann."
Übersetzung und Bearbeitung: BNI
Bilder: Familie Stringfellow
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Eine bewegende Geschichte und klasse zugleich.