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Mit Handicap das Handicap verbessern

Golfschläger und ein Golfball. (Bild: tommyS/pixelio.de)
Golf als spielerische Therapie für körperbehinderte Jugendliche. (Bild: tommyS/pixelio.de)

Golf und Behinderung? Bisher hatten behinderte Menschen, insbesondere diejenigen mit Mobilitäts-einschränkungen, kaum Gelegenheit dazu, ihr anderes Handicap zu entdecken.

Erst war es nur ein Wort mit zwei Bedeutungen, nun ist es ein Projekt. Dass Kinder mit körperlichen Handicaps nun zu einem Golf-Handicap kommen können, verdanken sie einer Initiative der Dietrich-Grönemeyer-Stiftung und Herrn Dr. Hans-Dieter Cleven.

Die Dietrich Grönemeyer Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Wissensvermittlung und tatkräftigen Projekten die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern – sowohl präventiv als auch nachhaltig. Der Mediziner Dietrich Grönemeyer leistet mit seiner Stiftung unter anderem Aufklärungsarbeit an Schulen und hat mehrere Bücher rund um Gesundheit verfasst, beispielsweise das Kinderbuch „Der kleine Medicus“.

Herr Dr. Hans-Dieter Cleven, ehemaliger METRO-Manager und heute Unternehmer, unter anderem Mehrheitsgesellschaftler im Hartl Golf Resort Bad Griesbach, möchte Kinder durch Bewegung und ausgewogene Ernährung zu einem gesünderen Leben motivieren.

Golfen als Rehabilitationsmaßnahme

Für Kinder mit Behinderung oder chronischer Erkrankung fördert die DG Stiftung beispielsweise das Programm „KidSwing“, das ihnen den Golfsport nahebringen soll. Denn bei Menschen mit Handicap kann Golf „nachhaltig die Gesundheit verbessern“ und zwar – im Gegensatz zu vielen anderen Therapieformen – „ohne Zwang und Schmerz“ (DG Stiftung).

Die Initiatoren Dr. Cleven und Prof. Dr. Grönemeyer. (Bild: Cleven-Becker-Stiftung/DG Stiftung)
Die Initiatoren Dr. Cleven und Prof. Dr. Grönemeyer. (Bild: Cleven-Becker-Stiftung/DG Stiftung)

„KidSwing“ richtet sich in erster Linie an „Kinder in Förderschulen“, in denen Golf als Schulsport betrieben werde, so Andrea Förster von der DG Stiftung. Derzeit kann das Angebot an insgesamt sechzehn deutschen Standorten genutzt werden, unter anderem in Köln, Hamburg, München und Berlin.

Bei Kindern ist der Spaß ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Therapie. Das gilt insbesondere für diejenigen, die im Rollstuhl sitzen und deshalb manche Sportarten nicht ausüben können. Deshalb gebe es in den Augen von Grönemeyer nur „wenige Sportarten“, die mehr Lebensfreude vermitteln würden als der Golfsport.

Eine der größten Golfschulen weltweit

Zum „Startschuss zu einer großen Bewegung“ stellte Dr. Cleven das Hartl Resort – Europas größtes Golf- und Ferien-Resort im niederbayrischen Bad Griesbach – zur Verfügung. Damit auch ein Handicap wie zum Beispiel eine Querschnittlähmung kein Hindernis darstellen soll, wurde von Dr. Cleven persönlich ein spezieller Rollstuhl – der geländegängige Power-Golfer – bereitgestellt. Mit dessen Hilfe kann sich ein mobilitätseingeschränkter Mensch in die Abschlagposition aufrichten.

Einen geeigneteren Ort als das Hartl Resort, unter anderem mit seinen 10 Plätzen und über 300 Abschlagplätzen, gebe es nicht, ist Dr. Cleven überzeugt. Begleitet von 36 Golflehrern aus der hauseigenen Golfakademie des Hartl Resorts wird der richtige Umgang mit Ball und Schläger beigebracht. Diese so genannten Golfpros werden zudem regelmäßig „in Theorie und Praxis nach neuesten Erkenntnissen geschult“.

Aus den Gemeinsamkeiten in den Zielen von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer und Dr. Hans-Dieter Cleven ist das Projekt „Golf bewegt: Überwinde dein Handicap“, das Anfang November vorgestellt wurde, erwachsen.

Ein Golfpro erklärt dem Mädchen etwas, dass im Powergolfer ist. (Bild: DG Stiftung)
Golfpros bringen den Kindern - hier ein Mädchen auf einem Powergolfer - das Golfen bei. (Bild: DG Stiftung)

Therapie auf spielerischer Art und Weise

Die anfallenden Kosten für die therapeutischen Programme „KidSwing“ und „Golf bewegt“ werden bislang von der DG Stiftung sowie von Spenden- und Sponsorgeldern getragen. „Offene Gruppen“, bei denen die Teilnehmer die Kosten selbst tragen würden, gebe es noch nicht, sagte Förster.

Bei der Eröffnungsveranstaltung von „Golf bewegt“ durften indes vier Jugendliche von der Passauer K-Schule (für körperbehinderte Kinder) mit Begeisterung den Power-Golfer testen. Diese konnten spielerisch „therapeutische Übungen betreiben und quasi unbemerkt Bewegungsabläufe trainieren“, so Grönemeyer. Deshalb lädt er Schulen für behinderte Kinder ein, Kontakt zu seiner Stiftung aufzunehmen. Auch für sehbehinderte Kinder sei das Projekt geeignet – hier ruhe der Ball ja, anders als bei vielen Sportarten.

Golf fördert die Integration in die Gesellschaft

Dr. Grönemeyer betonte zudem die soziale Funktion des Golfens. Denn manche Menschen mit Behinderung würden sich nur selten in der Öffentlichkeit bewegen und diese sollten durch das Projekt motiviert werden, hinauszugehen. Weiter könne seiner Meinung nach auch ein Mensch mit Handicap einen nichtbehinderten Spieler besiegen. So würde man sich auf Augenhöhe begegnen und nicht zuletzt durch die Aufrichtfunktion des Power-Golfers – im wortwörtlichen Sinne.

Damit dieses Projekt auch für die Zukunft gesichert wird, planen die beiden Initiatoren für den 22. Mai 2010 ein Charity Golfturnier im Hartl Resort. Der Erlös kommt dann weiteren Power-Golfern zugute. Und, lieber Leser, kennen Sie schon Ihr Handicap?

 

Kontakt zur DG Stiftung: Andrea Förster, Telefon: 0234 / 9780 204


Text: TMI

Bilder: pixelio.de, DG Stiftung, Cleven-Becker-Stiftung

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