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Forum » MyHandicap deutschsprachige Foren » Plauderecke
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claudip
Sprachen: Deutsch, Englisch
Themenersteller
Dabei seit: 27.05.2009
Beiträge: 59
Hallo ich habe gestern abend teilweise den Film "Inklusion-gemeinsam anders" gesehen. Ich fand es ganz interessant aber auch irgendwie hat er mich auch aufgeregt weil ich selber in eine normale Schule gehen konnte und nach über zehn Jahren seit ich raus bin wieder mal verdeutlicht worden ist, dass fast gar nichts für ein reibungsloses Miteinander zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen getan wird.

Zumindest hat das der Film verdeutlicht. Ich würde mich freuen, eine Meinung eurerseits zu hören. LG Claudia :
Verfasst am: 24. 05. 12 [18:07]
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KarinM
Sprachen: Deutsch, Englisch
Dabei seit: 14.10.2007
Beiträge: 5607
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Hallo Claudia,

ich habe den Film gestern nicht gesehen. Ich kannte ihn schon. Wenn man mit diesem Film zeigen möchte wie schwierig Inklusion seink kann und das Kinder mit Behinderung genauso schwierig sein können wie Kinder ohne Behinderung, ist er ganz gut gemacht. Aber mir wäre es auch lieber gewesen wenn dieser Film die positiven Seiten des gemeinsamen Unterrichts und eine gelungene Inklusion bearbeitet hätte. Um Vorurteile und Ängste gegenüber behinderten Kindern ab zu bauen müssen positive Beispiele gezeigt werden, nicht zickige Mädchen die sich gegen alles wehren was sie weiter bringt. Wir brauchen positive Inklusionsbeispiele damit unser Schulsysthem vorwärts kommt.

Schönen Gruß
Karin

Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 24. 05. 12 [18:22]
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hellracer
Sprachen: Deutsch
Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 9
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4 User fanden diese Antwort hilfreich.
Hallo Claudia,

den Film "Inklusion-gemeinsam anders" habe ich auch gesehen. Fand ihn interessant und gut gemacht. In der Tat, seit vielen Jahren (oder Jahrzehnten?) hat sich in den Köpfen der Menschen, aber auch praktisch nicht viel verändert damit reibungsloses Miteinander zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen funktionieren kann icon_frown.gif

Ich ging in den 70er Jahren in die Schule. Zuerst kam ich in eine normale Schule. Aber dort haben mich die Kinder (sowohl aus der eigenen Klasse wie auch von anderen Klassen) mich zunehmend geärgert, gehänselt und geschlagen. Aber das schlimmste war, dass die Lehrer das teilweise gesehen haben und taten so als ob sie das nicht sehen würden.
Und wenn die Lehrer das stillschweigend dulden, dann ist das ein Freibrief für die Kinder. Ich kam dann in eine Schule für Körperbehinderte. Meine Erstausbildung habe ich in einem Reha-Zentrum absolviert. Meine Umschulung in einem Berufsbildungswerk. Ich habe in meinem Leben viele verschiedene Behinderte und chron. Kranke kennengelernt.

Zurück zum Film: Ich hatte noch nie einen Behinderten, die seit ihrer Geburt eine Behinderung haben, so erlebt wie die Rollifahrerin Steffi im Film. Aber ich kannte mal einen der durch einen Unfall ein Rollifahrer wurde, und der sich so ähnlich verhielt wie im Film die Steffi.

Ich denke nicht, dass sich ein Behinderter (seit Geburt) sich so frustriert, genervt und bösartig verhält wie diese Steffi. Das trifft eher auf die zu die im laufe ihres lebens (durch Unfall oder Krankheit) zu einem Behinderten geworden sind.
Ein Behinderter seit Geburt wächst in seine Rolle rein. Jemand der eine Behinderung erworben hat, muss noch in seine Neue Rolle reinwachsen und ist erst frustriert und lässt seinen ärger an andere raus.

Was meinst Du bzw. was meint Ihr?

Viele Grüsse

PETITION:

Behindertenbeauftragte und Behinderten(bei)räte im Landesgleichstellungsgesetz Baden-Württemberg
http://openpetition.de/petition/online/behindertenbeauftragte-und-behinderten-bei-raete-im-landesgleichstellungsgesetz-baden-wuerttemberg
(Zeichnungsfrist: 27.05.2012)
Verfasst am: 24. 05. 12 [18:41]
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Justin_MyHandicap
Sprachen: Deutsch, Englisch
Dabei seit: 11.01.2008
Beiträge: 2926
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0 User fanden diese Antwort hilfreich.
Hallo Leute,

ich verschieben den Thread mal in die Plauderecke.

Weiterhin viel Spaß beim Meinungsaustausch icon_smile.gif

Beste Grüße, Justin
MyHandicap
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Verfasst am: 24. 05. 12 [19:14]
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KarinM
Sprachen: Deutsch, Englisch
Dabei seit: 14.10.2007
Beiträge: 5607
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3 User fanden diese Antwort hilfreich.
hellracer hat geschrieben:

Zurück zum Film: Ich hatte noch nie einen Behinderten, die seit ihrer Geburt eine Behinderung haben, so erlebt wie die Rollifahrerin Steffi im Film. Aber ich kannte mal einen der durch einen Unfall ein Rollifahrer wurde, und der sich so ähnlich verhielt wie im Film die Steffi.

Ich denke nicht, dass sich ein Behinderter (seit Geburt) sich so frustriert, genervt und bösartig verhält wie diese Steffi. Das trifft eher auf die zu die im laufe ihres lebens (durch Unfall oder Krankheit) zu einem Behinderten geworden sind.
Ein Behinderter seit Geburt wächst in seine Rolle rein. Jemand der eine Behinderung erworben hat, muss noch in seine Neue Rolle reinwachsen und ist erst frustriert und lässt seinen ärger an andere raus.

Was meinst Du bzw. was meint Ihr?


Hallo hellracer,

da sprichst Du ein sehr wichtiges Thema an. Für einen von Gebut an im Rollstuhl sitzenden Menschen ist es völlig normal seinen Alltag sitzend zu bewältigen. Er sieht seinen Rolstuhl mehr als Mobilitätshilfe und weniger als Einschränkung. Für viele durch Krankheit oder Unfall betroffene Rollifahrer war ein selbstbestimmtes Leben oder Lebensqualität trotz Rollstuhl bis zu ihrer eigenen Behinderung völlig fremd. Sie und ihr Umfeld sehen deshalb meist nur das, was sie im Rollstuhl sitzend nicht tun können und nicht, wieviele normale Dinge sie trotz oder dank ihres Hilfsmittel Rollstuhl, anderer Hilfsmittel oder Assistenz noch können. Ich bin schon lange der Meinung das man in den Medien ruhig auch mal zeigen sollte, daß ein Leben im Rollstuhl zwar mit Einschränkungen verbunden ist, aber trotzdem noch genügend Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit übrig bleibt, um ausreichend Lebensqualität zu haben, die den Besuch einer Regelschule oder einer betrieblichen Ausbildung oder interessante Sportarten möglich macht. Sicher, das Leben ist anders, wenn man eine Behinderung hat und man muß sich seine persönliche Lebensqualität hart erkämpfen. Aber ohne gescheite Vorbilder und das Wissen welche Ziele man persönlich erreichen kann, wird sich an dem Frust von spät Betroffenen nie etwas ändern.

Schöne Grüße
Karin

Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 25. 05. 12 [08:16]
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surfer
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Dabei seit: 14.03.2010
Beiträge: 1060
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Hallo Leute,

Das mit der Aggressivität sehe ich, als von Geburt an Behinderte wie Hellracer. Für jemanden, der kein Frühbehinderter ist und erst im Lauf des Lebens mitten aus der Norm gerissen wurde ist die Trauer, Wut und Angst oft so groß, daß es in Aggressivität umschlägt.
Frühbehinderte dagegen sind öfter passiver, ängstlicher und weniger anpassungsfähig- und willig zur Anpassung an die Norm.

Ein wenig unrealistisch fand ich nur die Möglichkeit zur Krankengymnastik, sowohl in der Wohnung als auch in der Schule.
Kaum möglich, daß soviel Geld da ist.

Ansonsten fand ich die Probleme treffend und realistisch dargestellt, weder die behinderten Schüler noch Schule, Personal und Politik waren vorher ausreichend auf die Probleme eingestellt und vorbereitet.

LG

Surfer

Ich schließe mich der Trauer um unser Mitglied Guido an.
Verfasst am: 25. 05. 12 [16:26]
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claudip
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1 User fanden diese Antwort hilfreich.
hallo da bin ich wieder! ich habe eine paar recht gute Antworten von euch gekriegt. Meine Meinung, da ich es ja ein paar Jahre selbst miterleben musste, ist diese: man sollte, um ein gutes Grundmaß für eine bessere Zukunft für []alle Menschen erreichen zu können, von Anfang an beide Gruppen so viel wie möglich mit einander verbinden. Eine gemeinsame Schulbildung ist die Grundlage für Arbeit und Aufstieg zur Persönlichkeit der Menschen. Klar, ich habe den Film zwar nicht vollständig gesehen, aber die körperbehinderte Steffi stand eher geistlich auf der selben Stufe wie die "Gesunden". Das hat mich früher selbst betroffen-spätestens jetzt da ich in der Werkstatt bin komme ich sogar mit den Leuten aus die mehr eingeschränkt sind wie ich. Warum nicht auch im Alltag möglich machen, dass jemand der durch einen Unfall ein Bein verlieren kann, und das sollte den Menschen immer bewusst sein, genau so viel zählt wie ein auf den ersten Blick behinderter Mensch über den man sich als Gesunder erstmal lustig macht. Das restliche Drumrum ist ein reines Problem der Politik! Grundsätze müssen in den Köpfen der Leute-vor allem hier im erfolgsverwöhnten Deutschland-gelegt werden. Hier zu erstmal meine vorläufig letzte Meinung. Fragt doch mal auch andere, was sie dazu noch denken... LG Claudia
Verfasst am: 27. 05. 12 [19:14]
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monalisa72
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Moin Moin,
eine Frage an surfer, bezüglich dieser Äußerung: Frühbehinderte dagegen sind öfter passiver, ängstlicher und weniger anpassungsfähig- und willig zur Anpassung an die Norm.
Ist das wirklich so??

Und was ist, wenn das Mädel vorher im "beschützten" Rahmen unterrichtet wurde und erst jetzt, durch die Inklusion "die anderen" kennen gelernt hat und sich nun erst bewusst wird, wie sie ist?? Auch dann keine Wut??

Wenn dem wirklich so ist, passiv.. ängstlich... anpassungsfähig und -willig... dann muss ich mich ja nicht wundern, wenn einige meiner Äußerungen scharf angegriffen wurden.

icon_eek.gif ich bin erstaunt

Schönen Montag

PS: wie hier zitiert wird...keine Ahnung

Mein Humor ist auf
http://hubbe-cartoons.de/ nachlesbar
Verfasst am: 28. 05. 12 [13:21]
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Nobby
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Beiträge: 465
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Hallo

ich habe den Film aufgezeichnet und mir gestern angesehen. Der Film ist im Stil einer Dokumentation gedreht worden. Das Thema Inklusion ist meiner Meinung gut umgesetzt worden. Er zeigt deutlich das Theorie und Praxis himmelweit auseinander liegen. Wenn Inklusion komplett umgesetzt werden soll müssenn wirklich alle Beteiligten in die Pflicht genommen werden. Ich denke da zuallererst an die Kostenträger, die alle Kosten für Hilfsmittel uneingeschränkt übernehmen müssen. ERst dann kann ein behinderter Mensch mit größtmöglicher Selbständigkeit am Leben teilnehmen. Das Thema Inklusion ist auch wieder Mal ein Thema, welches von der EU in Brüssel ausgedacht worden ist. Bin in den nächsten Jahren gespannt, ob und wie weit von Brüssel Druck zur Umsetzung ausgeübt wird.

LG Nobby

Verfasst am: 28. 05. 12 [17:53]
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monalisa72
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Hallöchen und Moin Moin!
War gestern auf der IRMA in Bremen und habe mich, weil es mich immer noch beschäftigt, bei vielen Rollifahrern bezüglich der Äußerung von surfer erkundigt.
ALso folgende Äußerung: Frühbehinderte dagegen sind öfter passiver, ängstlicher und weniger anpassungsfähig- und willig zur Anpassung an die Norm.

Großes Kopfschütteln war die Reaktion...




Mein Humor ist auf
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Verfasst am: 03. 06. 12 [15:09]
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