Forum, Infos & Adressen
für Menschen mit Behinderung
Login Login
Passwort vergessen? | Registrieren

Fahrdienste für behinderte Menschen

Quasi ein eigener Chauffeur! Das ist doch der Traum vieler. Neben vermögenden Zeitgenossen können auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in diesen Genuss kommen. Bringdienste zur Arbeit, zum Doktor oder gar zum Kino – heute eine Selbstverständlichkeit.

Im juristischen Fachjargon werden diese Sozialleistungen Mobilitätshilfen genannt. Kann ein Mensch aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arzt oder zur Arbeit fahren, übernimmt die Krankenkasse beziehungsweise die Arbeitsagentur / der Rentenversicherungsträger die Kosten hierfür.

Aber was ist, wenn ein Mensch mit seinem Elektrorollstuhl ins Theater möchte und sich ein gewöhnliches Taxi natürlich nicht für den Transport eignet? Müssen fußballbegeisterte, mobilitätseingeschränkte Menschen für ihre Spezialfahrten ins Stadion selber aufkommen? Wer zahlt also Mobilitätshilfen zum Clubheim, zu Freizeitaktivitäten oder zu Verwandtschaftsbesuchen?

Auch behinderte Menschen haben ein Recht auf Freizeit

Zu solchen Zwecken schreibt das Sozialgesetzbuch IX vor: „Hilfen zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben“ müssen gewährt werden (SGB IX § 55 Abs. 2). Doch wie wird das genau umgesetzt? Darf ein Betroffener sich nun jeden zweiten Abend ins Kino fahren lassen? Und wo sind die hierfür zuständigen Stellen?

Da „die Ausführungsbestimmungen zum Sozialgesetzbuch Ländersache“ sind, so Susanne Büllersbach vom Bezirk Oberbayern, werde der Fahrdienst für behinderte Menschen kommunal geregelt. Seit dem 1. Januar 2009 gab es jedoch eine Zuständigkeitsänderung in Bayern. Dort wird diese Aufgabe seitdem (von vormals 23 Stellen) von einer Anlaufstelle für jeweils einen der sieben bayrischen Bezirke übernommen.

Abwicklung wird unterschiedlich gehandhabt

In Bayern wird wie in Hamburg ein monatlicher Sockelbetrag (maximal 225 Euro / 160 Euro, je nach Fahrzeugtyp) ausgezahlt, die Stadt Düsseldorf stellt dagegen einen eigenen Fahrdienst – den Städtischen Behindertenfahrdienst – zur Verfügung, den Betroffene bis zu 24 mal in einem Quartal in Anspruch nehmen können und in Stuttgart erhält man Fahrgutscheine, die bei Fahrdiensten oder Taxen eingelöst werden können. Pro Jahr erhält ein Stuttgarter 96 Gutscheine – bei einem Fahrdienst ist der Gegenwert eines Gutscheins allerdings mit 38,86 Euro fast genau dreimal so hoch wie bei einem Taxi (12,71 Euro).

Allerdings sind die Fahrten dann auf bestimmte Landkreise begrenzt. Darüber hinaus gehende Fahrten können entweder mit weiteren Gutscheinen oder gegen Bares aus eigener Tasche beglichen werden. Die Abrechnung der verwendeten Gutscheine erfolgt dann grundsätzlich zwischen Fahrdienst- / Taxiunternehmen und Sozialamt. Wie die Mobilitätshilfe an Ihrem Wohnort gehandhabt wird, erfragen Sie bei Ihrem zuständigen Sozialamt.

Wer hat Anspruch auf Mobilitätshilfen?

Prinzipiell können nur mobilitätseingeschränkte Menschen, die das Merkzeichen „aG“ im Schwerbehindertenausweis haben, die Mobilitätshilfe in Anspruch nehmen. Ausnahmen sind jedoch – wie beispielsweise in Düsseldorf – möglich. Sollte wegen einer schweren Gehbehinderung eine Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht möglich sein, kann einem die Leistung gewährt werden. Den Bedarf wird „das Gesundheitsamt bei einem Hausbesuch“ überprüfen. Zudem darf der eigene Haushalt keinen PKW besitzen.

Ist der Antrag erst einmal bewilligt worden, hat man dann in den meisten Kommunen freie Wahl unter den verschiedenen Fahrdienstanbietern. Damals gab es Exklusivverträge von Anbietern wie zum Beispiel Malteser mit manchen Sozialämtern, existiert in Bayern nun keine Monopolstellung mehr bei Mobilitätshilfen, so Büllesbach. Nicht nur von ihnen, sondern auch von Betroffenen gab es daher Vorbehalte.

Skepsis gegen neues System

Viele Betroffene begegneten den Änderungen „mit Argwohn gegenüber neuen Lösungen und mit Angst vor Verschlechterungen“, erzählt sie weiter. Deshalb wird der Bezirk Oberbayern nach einem Jahr zusammen mit Betroffenenverbänden Bilanz ziehen und eventuelle Nachbesserungen am System einleiten. Statistische Nutzungsdaten aus dieser Region gibt es daher noch keine.

Auch wenn der mobilitätseingeschränkte Mensch durch einen Fahrdienst einen gewissen Spielraum erhält, so ist immer noch einiges an Planung von Nöten. In Stuttgart sollte „der Fahrtwunsch schon einige Tage vorher“ dem Anbieter gemeldet werden, falls es sich um einen Abend- oder Wochenendtermin handelt. Manche Fahrdienste bieten jedoch einen Begleitservice für die Aktivitäten zwischen Hin- und Rückfahrt an, was selbstverständlich weitere Kosten mit sich zieht.

Fahrdienste in Ihrer Nähe finden Sie hier. Einfach "Fahrdienst", Ihre PLZ angeben und (fast) sofort am gesellschaftlichen Leben teilhaben.


Text: TMI

Rat und Angebote

Mobilitäts-Angebot einholen (Bild: Ford Werke GmbH)
(Ford Werke)
  • Fahrzeug-anpassungen
  • Führerschein
  • Erhalten Sie Rat von Experten
  • Holen Sie kostenlos ein Angebot ein

 

Kontakt aufnehmen

 

200€ Prämie von Ford