Frei wie ein Vogel - In die Luft ohne Handicap
Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …
Auch wenn die Phrase etwas abgedroschen klingen mag, so trägt sie gerade für behinderte Menschen sehr viel Wahrheit in sich. Losgelöst von der Schwerkraft, kann auch losgelöst von der Behinderung bedeuten. Sei es als Passagier oder gar als Pilot!
Wer nun gern das Gefühl der Schwerelosigkeit auskosten möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten. Ganz gemütlich wäre zum Beispiel eine Ballonfahrt. Es gibt einige Anbieter, welche mit viel Einsatz und Improvisationstalent, Menschen im Rollstuhl einen Flug in einem herkömmlichen Heißluftballon ermöglichen. Das ist aber meistes für die Rollstuhlfahrer sehr anstrengend. Besser man guckt sich nach einem Anbieter um, welcher einen speziellen Korb für Menschen im Rollstuhl hat. Die seitliche Tür erleichtert dann das Ein- und Aussteigen. So wird eine Ballonfahrt im Rollstuhl zum positiven Höhenerlebnis. Sie kostet etwa 600 Euro (2 Personen) bis 800 Euro (3 Personen).
Etwas mehr Action bitte!
Wem Ballonfahrten zu langweilig erscheinen, der kann sich für einen Tandemflug anmelden. Der Flug zu zweit mit dem Gleitschirm verspricht ein einmaliges Gefühl des Gleitens durch die Lüfte. So muss sich ein Vogel fühlen.
Der technische Aufwand für einen Tandemflug mit einer behinderten Person ist nicht groß. Der Pilot muss wissen, wie er mit beim Flug mit behinderten Menschen umzugehen hat. Die Kosten für den Tandemflug belaufen sich etwa auf 90 Euro bis 130 Euro, je nach vereinbarter Dauer des Fluges. Die Extraportion Adrenalin kann sich der Abenteuerlustige mit einem Fallschirmsprung im Tandem holen. Mit einer fachkundigen Fallschirmspringer-Crew ist für fast alle ein Sprung aus dem Flugzeug möglich.
Mut zum Selbstfliegen
Wer jetzt auf den Geschmack der Fliegerei gekommen ist, sollte den nächsten Schritt wagen. Martin Cotting, Präsident des Rollstuhlclubs Fribourg und selber Segelflieger, wünscht sich mehr Mut bei den Rollstuhlfahrern. „ Wir bieten zusammen mit dem Aérodrome Gruyère Informationen für Selbstflieger mit Handicap an. Für die Segelfliegerei gab es schon Interessenten doch für motorisierte Flugzeuge hat leider noch niemand angefragt.“ Eine Besonderheit des Aérodrome Gruyère ist das Handflight- Projekt, Der Flugplatz ist im Moment der einzige Ort in der Schweiz, der gehbehinderten Menschen die Möglichkeit bietet ein Motor- oder Segelflugzeug fliegen zu lernen. In dem Zusammenhang führen sie auch das dritte Europäische Treffen gehbehinderter Piloten vom 19. bis zum 26 Juli 2009 auf dem Flugplatz durch.
Es gibt zahlreiche technische Hilfsmittel, welche das Fliegen für Piloten mit Behinderung erleichtern. Auf der Interseite der Rolliflieger kann man sich einen Überblick verschaffen, was alles möglich ist. Aber auch beim Aérodrome Gruyère und bei der Schweizer Paraplegiker Vereinigung bekommt man Informationen zur Fortbewegung in der Luft.
Text: hia
Bilder: Flickr.com/ Roland Henz, ottosohn, peters nik, mikiitaly
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