Wohnen und Wohnformen

Ein Sessel in Form eines Rollstuhls (Bild: tpsdave / pixabay.com)
Richten Sie es sich schön und barrierefrei ein (Bild: tpsdave / pixabay.com)

Prinzipiell stehen Menschen mit einer Behinderung unterschiedliche Wohnformen zur Verfügung. Ob diese auch tatsächlich in Anspruch genommen werden können, hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab.

Abgesehen von der finanziellen Situation spielt die Frage, ob der behinderte Mensch sich selbständig versorgen kann bzw. ob ihm zur Unterstützung seine Familie oder andere Personen zur Verfügung stehen, eine wichtige Rolle. Der Grad der Behinderung, die Möglichkeit, durch nahestehende Personen Hilfestellungen im Alltag zu bekommen, sowie die eigene finanzielle Lage entscheiden also in erster Linie darüber, ob eine relativ selbstständige Wohnform (wie beispielsweise eine Mietwohnung, eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus) in Erwägung gezogen werden kann.

Lösungen abhängig vom Grad der Selbstversorgung

Die Formen des betreuten Wohnens, einer begleiteten Wohngruppe, eines Wohnheimes sowie die für ältere Menschen vorgesehenen Altenwohnanlagen, Alten- und Pflegeheime bieten für Personen mit einer Behinderung eine Alternative, wenn selbstständige Wohnformen aufgrund des Betreuungsaufwandes nicht in Frage kommen.

Gerade diejenigen Wohnformen, bei denen ein gewisses Maß an Betreuung gewährleistet wird, stellen aber ein Problem dar, da sie in der Regel öffentlich (mit)finanziert und daher hinsichtlich des Angebots begrenzt sind. Erschwerend kommt hinzu, dass der zukünftige Bedarf nicht immer leicht abschätzbar ist. Grundsätzlich positive Erfahrungen werden vor allem den Formen des begleiteten oder betreuten Wohnens bescheinigt.

Steigender Bedarf an betreutes Einzelwohnen

Besonders für schwerst körper- und geistig Behinderte, aber auch für psychiatrieerfahrene Menschen und forensische Patienten werden Forderungen nach betreutem und begleitetem Wohnen geäußert. Für jüngere Behinderte scheint dieser Wunsch besonders im Vordergrund zu stehen, da sie sich für Alten- und Pflegeheime häufig noch zu jung fühlen. Auch das Bestreben, eine eigene Wohnung zu haben bzw. in betreuten Einzelwohnungen unterzukommen, steht gerade bei jüngeren Menschen an vorderster Stelle.

Wohnformen:

Einzelwohnung mit Betreuung
Die Einzelwohnung, in der ein Mensch mit Behinderung alleine, mit seinem Partner oder möglicherweise mit seinen Kindern wohnt. Die Bewohner genießen so ein hohes Maß an Privatsphäre, ohne auf ambulante Unterstützung im Alltag durch Fachpersonal verzichten zu müssen. Für Menschen mit einem hohen Grad an Selbständigkeit oder einen solchen anstreben.

Tagespflegheime
Tagespflegheime funktionieren ähnlich wie Kindertagesstätten. Hier werden die Bewohner den Tag über beschäftigt, gepflegt und gefördert. Dadurch werden die Angehörigen entlastet und können so beispielsweise ihrer Arbeit nachgehen. Die Gäste dieser Tagespflegeheime können so länger ein selbständiges Leben führen und ihr soziales Umfeld aufrecht erhalten.

Wohngruppen
In der Wohngemeinschaft leben behinderte Menschen zusammen mit anderen Menschen auf freiwilliger Basis zusammen. Dabei kann die Gruppe nur aus behinderten Menschen bestehen oder auch aus Leuten mit und ohne Behinderung. Die ambulante Betreuung in der Wohngemeinschaft findet statt, wenn Hilfen notwendig sind. Diese Wohnform ist ideal für Bewohner, welche einen recht hohen Grad an Selbständigkeit aufweisen, aber eine Einzelwohnung nicht in Frage kommt.

Wohnheime
In einem Wohnheim steht den Bewohnern geschultes Personal – Pflegekräfte, Therapeuten und Psychologen – zur Verfügung. In manchen Heimen werden die Bewohner nach Art und Schwere ihrer Behinderungen in kleinere Wohneinheiten aufgeteilt. Dementsprechend verhält sich dann auch der Grad der Selbstständigkeit und der Betreuungsaufwand. Manchmal ist ein Wohnheim an eine Werkstatt für behinderte Menschen angegliedert, wo die Bewohner ihren kleinen Lebensunterhalt verdienen können.

Welche Wohnform nun für eine Person in Frage kommt, muss individuell abgeklärt werden. Es ist sicher wünschenswert, eine Form des Wohnens außerhalb eines Heimes zu finden – wie beispielsweise beim begleiteten Wohnen. Ein Heim kann aber auch ausgezeichnete Betreuung bieten, inklusive Beschäftigung und Förderung. Eine umfassende Beratung sowie Unterstützung für behinderte Menschen, eine für sie geeignete Wohnform zu finden, bietet beispielsweise die fab e.V. in Kassel. Auch das Diakoniewerk Neues Ufer bietet einen guten, informativen Überblick. Ein bundesweites Heimverzeichnis finden Sie hier.

 

www.fab-kassel.de
www.pflege-deutschland.de
www.neues-ufer.de
www.wfb24.de (Wohnbörse)

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